09.06.2011
Urlauber unter Strom
E-Bikes boomen. Immer mehr Gäste setzen bei ihrer Urlaubsgestaltung auf die Fahrräder, die mit Stromakkus ein neues Fahrvergnügen bescheren
![]() Ob für den Fahrraderzeuger KTM oder Niki Berlakovic als verantwortlichen Umweltminister: Das E-Bike ist ein Zukunftsthema mit Breitenwirkung © KTM |
Echte, klar ersichtliche Trends im Gästeverhalten sind rar gesät. Eine in den vergangenen zwei bis drei Jahren zur Marktreife gelangte Technologie dürfte einen solchen Trend jedoch ausgelöst haben: das Elektrofahrrad. 2010 wurden rund 20.000 E-Bikes in Österreich verkauft. Das waren 8.000 Elektrofahrräder mehr als im Jahr 2009. Der Marktanteil liegt derzeit bei vier Prozent, Experten sprechen von einem Potenzial von bis zu 15 Prozent. Der Markt könnte sich also in kurzer Zeit fast vervierfachen. Fahrraderzeuger wie der österreichische Hersteller KTM arbeiten konsequent an der weiteren Optimierung der E-Bikes, etwa durch Minimierung des Gewichts bei gleichzeitiger Erhöhung der Akku-Reichweiten oder durch Entwicklung neuer Modelle wie den E-Mountainbikes.
Rasant wachsendes Angebot
Zur selben Zeit entdecken Tourismusregionen in allen Bundesländern das Thema E-Bike für sich. Im Herbst 2010 haben sich neun Tiroler Tourismusverbände zu einer E-Bike-Region zusammengeschlossen. Mit dabei sind acht Destinationen mit 38 Orten im Tiroler Unterland. Den Gästen stehen 280 baugleiche movelo E-Bikes an über 60 Verleihstationen zur Verfügung. Damit können sie 50 spezielle Ausflugsziele mit Akku-Wechselstationen erobern. In Niederösterreich bieten die sieben Katastralgemeinden Maria Gugging, Höflein an der Donau, Kritzendorf, Kierling, Weidling, Weidlingbach und Klosterneuburg Stadt in Kooperation mit VeloVital E-Bike-Feeling. Neun Gemeinden der steirischen Region Schilcherland setzen ebenfalls auf VeloVital e-mobil und haben ihr Fahrradwegenetz auf Elektrofahrräder abgestimmt. Eine zentrale Verleihstelle für E-Fahrräder wird in Zusammenarbeit mit den Partner-betrieben der Region und den Gemeinden aufgestellt und betrieben.
Die Abwicklung der Ausgabe und Rücknahme wird von VeloVital Schilcherland e.V. durchgeführt. Mir rund 200 E-Bikes will sich Bad Ischl als erste „E-Bike-Stadt" Österreichs positionieren. Auf der Liste solcher Fallbeispiele kommen praktisch wöchentlich neue Projekte hinzu. Treibende Kraft dabei sind nicht nur die Tourismusregionen selbst. Um die Finanzierung der Projekte zu gewährleisten, gibt es nämlich auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene zahlreiche Förderungsmaßnahmen.
Projektmotor auf nationaler Ebene ist klima:aktiv, die im Jahr 2004 gestartete Initiative des Lebensministeriums, die sich die rasche und breite Markteinführung klimafreundlicher Technologien und Dienstleistungen zum Ziel gesetzt hat. Im Juli 2006 startete dann das klima:aktiv-mobil-Programm „Mobilitätsmanagement für Freizeit- und Tourismus". Darin wiederum nimmt das Thema Radfahren einen herausragenden Stellenwert ein. Anlässlich des Radauftakts 2011 präsentierte Umweltminister Niki Berlakovich die bisherigen Umsetzungserfolge des Masterplans Radfahren. Der Radverkehrsanteil konnte von fünf auf sieben Prozent erhöht werden. Ziel ist eine Steigerung auf zehn Prozent bis 2015. Dabei wird dem E-Bike eine gewichtige Rolle zukommen. Dementsprechend breit ist die Förderungspalette dafür aufgestellt, die von der Kommune bis zum privaten Fahrradfahrer reicht.
Töpfe für Unternehmen
Für die Förderungsabwicklung auf Betriebsebene der Tourismuswirtschaft zeichnet die Kommunal Kredit verantwortlich, wobei für das E-Bike gleich mehrere Förderungsansätze zur Auswahl stehen. Die Sonderaktion „Elektrofahrräder (klima:aktiv mobil)" fördert Investitionen zur Anschaffung von maximal 50 Elektrofahrrädern mit Förderungspauschalen in der Höhe von € 200,– bzw. € 400,– bei nachgewiesenem Einsatz von Ökostrom pro Elektrofahrrad. Bei einem Bedarf von mehr als 50 Rädern bzw. anderen Investitionen in den Bereich Radfahren stehen die Fördertöpfe „Mobilitätsmanagement für Freizeit und Tourismus", „Mobilitätsmanagement im Radverkehr" bzw. „Mobilitätsmanagement in Betrieben" zur Verfügung.
Bis Ende August läuft auch noch eine Sonderaktion für E-Ladestationen (klima:aktiv mobil).
Gefördert werden dabei Investitionen zur Anschaffung von maximal 50 E-Ladestationen. Die Aktion ist auf maximal 1.000 E-Ladestationen beschränkt. Die Förderhöhe pro Ladenstation für einspurige Fahrzeuge beträgt € 250,–. Drei österreichische Bundesländer fördern derzeit E-Bikes: Wien, das Burgenland und Kärnten. Im Fokus stehen dabei allerdings die Fahrradfahrer selbst als Privatpersonen, denen € 160,– € bis 300,– zum E-Bike-Kauf beigesteuert werden. In Tirol läuft ein Förderungsprojekt für Gemeinden. Im Rahmen eines eigenen Projekts hat die TIWAG 500 Kunden beim Kauf einspuriger, für den Straßenverkehr zugelassener Elektrofahrzeuge mit einem Investitionszuschuss unterstützt.
Pilotprojekt in der Wachau
In Niederösterreich läuft als Pilotprojekt die e-mobil Wachau Sonderförderung für Tourismusbetriebe. Gefördert wird hier der Ankauf und das Leasing von Elektrofahrrädern, Elektromopeds und Elektroautos, welche entgeltlich und unentgeltlich an Gäste und Kunden im Gebiet des Tourismusverbandes Wachau-Nibelungengau-Kremstal überlassen und von „Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft" bzw. Gemeinden angekauft werden. Bei einspurigen Fahrzeugen beläuft sich der Zuschuss auf bis zu € 500,–.
Last but non least nehmen zahlreiche Gemeinden Geld für die Förderung von E-Bikes in die Hand, am meisten in Kärnten, gefolgt von Vorarlberg. Aus den „Förderrichtlinien" der Gemeinden geht bisweilen allerdings nicht hervor, ob nur Privatpersonen förderbar sind, oder auch Unternehmen, die e-Fahrzeuge für die betriebliche Nutzung anschaffen. Daher die abschließende ÖGZ-Empfehlung: Anrufen und nachfragen. kof










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