Anlässlich der GAST in Klagenfurt wurde von Experten aufgezeigt,...
22.03.2007
Stehen Sie nicht abseits!
Dabei sind allerdings einige Spielregeln zu beachten, wie Fußballverband-Anwalt Herbert Hübel zu berichten weiß: „Eine einfache Fußballübertragung in Gastronomiebetrieben wird lizenzgebührenfrei möglich sein. Sobald daraus aber eine eigene Veranstaltung wird, braucht der Wirt eine Lizenz der UEFA.“ Die es allerdings zu erschwinglichen Preisen geben soll.
Wer derartige Public-Viewing-Veranstaltungen plant – und das muss durchaus nicht in den Spielorten sein –, sollte sich rechtzeitig mit den rechtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Andreé Feyertag vom Amt der Kärntner Landesregierung: „Wichtig ist, sich rechtzeitig um die notwendigen Anmeldungen und Bewilligungen zu kümmern. Eine Veranstaltung mit derartigen Dimensionen stellt eine besondere Herausforderung vor allem in puncto Sicherheit dar.“
Chancen für Österreich
Grundsätzlich sollte ein verändertes Bewusstsein für die Bedeutung eines derartigen Großereignisses stattfinden. Immerhin handelt es sich um das drittgrößte „Sportfest“ der Welt.
Durch die zu erwartende Medienberichterstattung blickt die Welt in dieser Zeit auf Österreich. Österreich kann sich somit nachhaltig in seiner Vielfalt als Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturland mit hohem Standard in allen Bereichen und auch als sicheres Land als innovativ, kreativ und dynamisch präsentieren.
Das Wirtschaftswachstum wird steigen und die Möglichkeit, neue Vorbilder für die Jugend zu schaffen, sollte auch nicht außer Acht gelassen werden.
Es wird sich eine noch nie da gewesene Stimmung im Umgang mit Gästen und Freunden aus den In- und Ausland entwickeln. Denn die Teilnahme Österreichs als Gasteber aktiviert einerseits die Fans, andererseits werden zusätzliche wirtschaftliche Impulse durch Kreativität und Interesse entstehen.
Chancen für den Tourismus
Public Viewing kann als Zusatz-event genutzt werden. Auch über Side-Events kann man sich Gedanken machen. Durch die Fußball-WM in Deutschland liegen zahlreiche Beispiele vor. Man sollte sich dabei jedoch an die Spielregeln halten.
Sehr vorsichtig muss man bei der Verwendung von Marken und Namen sein, die geschützt sind, um einen Missbrauch zu vermeiden. Die Landeswirtschaftskammern geben darüber Auskunft, was man darf und wofür man Genehmigungen braucht.
Man sollte auch das Reise-Verhalten von Fans großer Fußball-Nationen in die Marketing-Überlegungen für das nächste Jahr einfließen lassen. Es folgen z. B. an die 100.000 britische Fans ihrer Nationalmannschaft, egal wo sie spielt. Auch Tagestouristen aus Slowenien, Italien, Kroatien oder den anderen Bundesländern Österreichs werden zu erwarten sein. Und nicht alle werden verständlicherweise in den Stadien Platz finden. Viele von ihnen wird man in den Public-Viewing-Zonen oder Fanmeilen finden. Die Spiele der einzelnen Nationen finden nicht an aufeinanderfolgenden Tagen statt. Da die Fans zwischen den Spielen ihrer Mannschaften nicht nach Hause fahren, kann man mit durchschnittlichen Aufenthaltsdauern von elf Tagen rechnen. Außerdem hat man bei Fußball-Touristen um 50 % höhere Tagesausgaben festgestellt (Erfahrungen aus Deutschland).
Die EURO 2008 wird gekennzeichnet sein durch seinen Eventcharakter und einer daraus resultierenden positiven Stimmung. Dazu kommt für die Österreicher der Effekt des „Erstmaligen, und „Einzigartigen“. Denn dieses Fußballfest wird so bald nicht mehr in Österreich stattfinden. Zusammen mit dem gelebten Fantourismus, entstanden durch die Erinnerungen an die WM in Deutschland und die in Portugal, zeichnet sich dadurch auch eine erhöhte Konsumbereitschaft ab, was natürlich dem Wirtschaftsstandort Österreich im Allgemeinen gut tun wird.
Wie kann man profitieren?
Die potenziellen Fußball-Gäste wollen umworben sei. Gefragt ist somit Aktivität und Kreativität. Dem Gast muss gezeigt werden, dass er als Fußballfan willkommen ist. Er ist als Fan hier und interessiert sich auch vorwiegend nur dafür.
Mit Gastfreudlichkeit und „überraschenden“ Angeboten, die vielleicht auch mit dem nötigen Fußball-Verstand einhergehen, kann auch sehr stark gepunktet werden.
Nie vergessen sollte man, Österreich von seinen schönsten Seiten zu zeigen. Es ist nämlich überhaupt nicht ausgeschlossen, dass der Fußballfan zu einer anderen Zeit, vielleicht mit Familie, unser Land wieder besucht und dann den Fußball zu Hause lässt.
Spannend wird es jedenfalls am 2. Dezember: Nach der Auslosung weiß man, welche Mannschaften wo spielen werden. Und darauf müssen dann selbstverständlich die Werbemaßnahmen abgestimmt werden.
Friedrich Wilhelm

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