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2,2 Mrd. € durch Rinderwirtschaft

29.03.2017

Eine neue Studie, von der österreichischen Hagelversicherung in Auftrag gegeben, ist der Frage nachgegangen „Was wäre Österreich ohne Rinderbauern?“ und hat die Beschäftigungs-, Einkommens- und Wertschöpfungseffekte der heimischen Rinderhaltung untersucht.

Die größte heimische Rinderrasse mit 75% des Gesamtbestandes ist das Fleckvieh - eine sogenannte Doppelnutzungsrasse (Milch- und Fleischlieferant).

Österreichweit wurden im Jahr 2015 von etwa 62.000 Landwirten insgesamt 1.957.610 Rinder gehalten. Das sind 0,6% weniger als 2009. Etwa die Hälfte der Tiere befindet sich in Nieder- und Oberösterreich. Die Fleischerzeugung (Rind und Kalb) betrug 217.542 t, der Inlandsverbrauch machte 146.554 t aus (-0,9%), wobei die ausgeführten Mengen deutlich unter den eingeführten lagen. Der Pro-Kopf-Verzehr von Rind-/Kalbfleisch macht im Jahr 11,5 kg aus, das sind im Schnitt 18% des gesamten Fleischkonsums von 65 kg.

 „Die Wertschöpfung der österreichischen Rinderwirtschaft inklusive vor- und nachgelagertem Bereich macht aktuell 2,2 Mrd. Euro im Jahr aus, zusätzlich sind damit etwa 21.000 Arbeitsplätze verbunden“, fasste Mario Winkler, Sprecher der Hagelversicherung, bei der Präsentation die wichtigsten Kennzahlen zusammen, um dann zu präzisieren: „Ohne unsere Rinderbauern gäbe es keine Berglandwirtschaft, keine gepflegte Kulturlandschaft und keinen Tourismus in vielen Regionen Österreichs. Das belegt, wie wichtig diese bäuerliche Tierhaltung für unsere Wirtschaft ist.“

Dass die Bedeutung der Rinderhaltung auch in zahlreiche andere Wirtschaftssektoren ausstrahlt, unterstreichen die Details der Studie. „Nicht nur bei den Tierhaltern selbst sind Einkommen und Beschäftigung nachweisbar, sondern ebenso in den Vorleistungsbranchen wie dem Baugewerbe, den Futtermittelherstellern oder den Sachgütererzeugern. Die solcherart generierten Einkommen werden zum Großteil in Form von Konsum wieder ausgegeben“, erläuterte Studienautor Friedrich Schneider, Johannes Kepler Universität Linz/Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung. Gleiches gilt für die nachgelagerten Sektoren wie die Verarbeitungsindustrie, den Handel, den Tourismus, et cetera.

Konkret beträgt der jährliche Beitrag der Rinderbauern zum Bruttoinlandsprodukt 2,2 Mrd. Euro über die gesamte Wertschöpfungskette. Auf Branchen verteilt sind es 1.023 Mrd. Euro für die Landwirtschaft, 166 Mio. Euro für das Baugewerbe, 371 Mio. Euro für Dienstleistungen und Vermietung, 178 Mio. Euro für den Handel, 222 Mio. Euro für die Sachgütererzeugung und 253 Mio. Euro für sonstige Sektoren. Ebenso lassen sich die positiven Beschäftigungseffekte veranschaulichen: 21.334 insgesamt, 6.495 Landwirtschaft, 2.511 Bau, 3.103 Dienstleistungen, 2.923 Handel, und so weiter. „Die Zahlen belegen eindrucksvoll, wie weit verzweigt die Wertschöpfung unserer Landwirte die Gesamtwirtschaft Österreichs prägen“, so Co-Autor Stefan Jenewein. „Dabei darf auch Urlaub am Bauernhof als landwirtschaftliche Einkommensquelle in Verbindung mit der Tourismuswirtschaft nicht außer Acht gelassen werden. Der Umsatz der UaB-Anbieter macht knapp 150 Mio. Euro aus, der Wertschöpfungsanteil beträgt 196 Mio. Euro/Jahr und zusätzlich werden 2.880 Arbeitsplätze gesichert. Diese Effekte sind von großer regionalwirtschaftlicher Bedeutung, da diese Jobs und damit auch die Einkommen vielfach in strukturschwachen Regionen entstehen und damit zu deren Belebung beitragen sowie deren Attraktivität steigern.“

Schneider ergänzt: „Auch der Staat profitiert direkt und indirekt auf mehreren Ebenen - höhere Wertschöpfung bedeutet höhere Einnahmen für Mehrwert- und Einkommensteuer sowie Sozialversicherung. Zusätzliche Beschäftigung wiederum vermindert die Summe der Transferzahlungen, etwa für Arbeitslosenunterstützung.“

Autor/in:
Redaktion.Fleischerzeitung
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