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Das die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe jährlich abnimmt, hat vielerlei Gründe. Oft sind sie primär wirtschaftlicher Natur. Es mangelt an Hofnachfolgern. Auch an Frauen – die sich immer seltener für ein Leben am Hof interessieren.

Bauernsterben: Mehr als jeder zweite Hof seit 1970 verschwunden

10.06.2019

1970 machte Anteil der Landwirte an der Bevölkerung noch 23 Prozent aus, mittlerweile sind es nur mehr gut vier Prozent. Auch der Tierbestand ist deutlich gesunken.

Die Landwirtschaft war in den vergangenen fünf Jahrzehnten einem gewaltigen Strukturwandel unterworfen. Gab es 1970 noch 368.000 Betriebe mit 799.000 Arbeitskräften waren es 2016 nur noch 162.000 Höfe mit 405.000 Jobs. Deutlich rückläufig war auch der Tierbestand, während es bei den Feldfrüchten einen erheblichen Anstieg gab, wie aus einer aktuellen Broschüre der Landwirtschaftskammer hervorgeht.

Vor knapp 50 Jahren wurden noch 3,4 Millionen Schweine und 2,5 Millionen Rinder gehalten, vor kurzem waren es nur noch 2,8 Millionen Stück Borstenvieh und 1,9 Mio. Hornträger. Beim Maisanbau hingegen gab es mehr als eine Verdreifachung der Ernte, bei Weizen fast eine Verdoppelung. 

70 Prozent in Männerhand

Ernährte ein Bauer im Jahr 2000 rund 76 Menschen so waren es 2017 bereits 117 Menschen, verweist die Landwirtschaftskammer auf Zahlen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Besonders hoch ist der heimische Selbstversorgungsgrad bei Milch (164 Prozent) sowie Fleisch mit 109 Prozent. Außerordentlich niedrig ist der Grad der Versorgung bei Obst mit nur 27 Prozent.

Nach wie vor sind die Höfe im überwiegenden Maß in Männerhand: Nur 29 Prozent der Betriebsinhaber sind Frauen. Auffallend ist, dass es ab dem Pensionsalter einen starken Anstieg beim Frauenanteil gibt, hier halten sie bei 54 Prozent. Während die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft vor 50 Jahren noch 23 Prozent der Bevölkerung ausmachten, sind es mittlerweile nur noch gut vier Prozent.

 

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