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Brodeln im Wurstkessel

30.03.2018

Groß ist die Aufregung unter Österreichs Wurstfabrikanten angesichts der rasant wachsenden Marktanteile der Händler-Eigenmarken bei Wurst und Schinken.

Thomas Schmiedbauer, Wiesbauer Gruppe mit Metzgerei Senninger: „Wir produzieren einige Handelsmarken um teilweise auch unsere Kapazitäten auszulasten. Die Kundenanforderungen werden in diesem Segment immer häufiger und für die Markenartikel bleibt immer weniger Platz im Regal“.

Über welche Trümpfe verfügen die Herstellermarken, um sich im Gebrodel des von Rewe und Spar, Hofer und Lidl aufgeheizten Wurstkesseltreibens zu behaupten? Die Fleischerzeitung hat abgebrühte Wurst- und Schinken-Erzeuger dazu befragt. Denn die topaktuellen RollAMA-Marktforschungsdaten, die uns Agrarmarkt Austria freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat, sprechen eine deutliche Sprache:

Der Umsatzanteil der Handelsmarken in der Kategorie Wurst und Schinken ist im Lebensmitteleinzelhandel (ohne Hofer und Lidl) von 43% im Jahr 2016 auf 45% (2017) gestiegen.

Unter Miteinbeziehung der Eigenmarken-Umsätze der beiden Diskonter Hofer und Lidl steigt dieser Wert auf 58% (2017), gegenüber 2016 ist das ein Anstieg um 1,5%Punkte.

Insgesamt stieg im LEH im vergangenen Jahr der Umsatz an Wurst und Schinken um 3,1%, das Mengenplus betrug magere 0,3%. Daraus ist abzuleiten, dass das Marktwachstum primär von den Premium-Handelsmarken herrührt. Für die eingefleischten Wurst-Markenartikler eine eher beunruhigende Nachricht.

Das Ganze in absoluten Euro-Beträgen: 18,9% der von der RollAMA erfassten Frischwaren-Einkäufe der Haushalte im LEH entfallen auf Wurst und Schinken. Das ergibt für 2017 ein Umsatzvolumen von 1,114 Milliarden Euro. Davon entfallen die genannten 58% auf die Einkäufe von Handelsmarken (einschließlich Hofer/Lidl-Eigenmarken), in Summe sind das 655 Millionen Euro. Den Rest in Höhe von 459 Mio. € steuern die Herstellermarken und No-Name-Produkte bei.

Angesichts dieser alarmierenden Zahlen über die wachsende Dominanz der Handelsmarken im Wurst- und Schinkengeschäft des LEH schlägt für die Erzeuger die Stunde der Entscheidung. Wie hältst du es mit der Handelsmarken-Produktion? Diese Gretchenfrage richteten wir an eine Reihe namhafter Hersteller. Die Großkaliber Wiesbauer, Radatz, Berger und Marcher haben auf unsere Umfrage geantwortet.

Einen ausführlichen Bericht dazu lesen Sie in der aktuellen Printausgabe.

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