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EU-Schweinemarkt: Angebotszunahme in Deutschland

19.04.2018

Nachdem die beiden führenden Schlachtunternehmen Tönnies und Vion zwei Wochen lang mit 3 Cent unterpreisigen Hauspreisen agiert haben und das frische Schweineangebot von zuletzt 900.000 auf nahezu 1 Million Stück angestiegen war, mussten sich die Preismelder des deutschen Preisbildungsmodells der Macht der wenigen Großabnehmer beugen und den Preis um 3 Cent nach unten korrigieren.

Dass dies auf Erzeugerebene nur auf Verwunderung stößt ist logisch, wenngleich es insbesondere aus deutschen Landen immer heißt, dass die Spargelsaison positive Impulse für den Fleischabsatz mit sich bringt. Und, dass bereits viele Griller angeheizt wurden und dabei nicht nur vegetarische Produkte gebrutzelt werden ist wohl auch jedem klar. Das einzige Argument, welches auch seitens der Abnehmerschaft angeführt wird, wonach die nord- und südamerikanischen Mitbewerber am Weltmarkt aktuell 100 kg Schweineschlachtkörper um bis zu € 50,- billiger anbieten können, entspricht schon der Realität.

In Österreich passen Angebot und Nachfrage anhaltend gut zusammen. Zwar berichten auch hierzulande Vertreter der Fleischbranche von teils unbefriedigenden Ergebnissen, doch dass die Grillsaison bereits spürbare Akzente bei der Fleischvermarktung gesetzt hat, ist in Österreich unumstritten. Weniger positiv läuft es mit dem in vielen Medien lautstark verkündeten Start des Schweinefleischexportes nach China. Einerseits ist im Land der aufgehenden Sonne der Schweinepreis eingebrochen, man spricht aktuell von einem 4-Jahrestief, und andererseits müssen erst die Viehverkehrsscheine mit ergänzenden Bestimmungen adaptiert werden, um demnächst erste Lieferungen abfertigen zu können. Vor dem Hintergrund eines zwar leicht gestiegenen aber gut disponierbaren Angebotes wurde an der Ö-Börse der Preis mit 1,45 Euro auf unverändertem Vorwochenniveau fixiert.

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