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Fleischskandal in Brasilien

29.03.2017

Wegen des Gammelfleischskandals in Brasilien hat die EU den Import von Fleisch aus dem südamerikanischen Land teilweise ausgesetzt. Die Lieferungen der 21 unter Verdacht stehenden Produzenten würden abgewiesen und zurückgeschickt, erklärte der maltesische EU-Vorsitz.

Die Entscheidung fiel bei einem Treffen von Veterinär-Experten aus den EU-Mitgliedstaaten, an dem auch Vertreter der EU-Kommission teilnahmen. Darüber hinaus sollen Kontrollen von Fleischlieferungen aus Brasilien verschärft werden. Anders als China, Mexiko, Hongkong und Chile verhängte die EU aber keinen kompletten Importstopp.

Brasilien ist der weltgrößte Exporteur von Rindfleisch. Der Gammelfleischskandal dort war Mitte März bekannt geworden. Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden sollen bestochen worden sein, um den Verkauf von verdorbenem Fleisch zuzulassen. 21 Firmen gerieten ins Visier der Ermittler. Die brasilianische Verbraucherschutzbehörde veranlasste letzte Woche eine Rückrufaktion.

Bisher gibt es beim brasilianischen Fleischskandal keinen Hinweis auf nach Österreich gelangtes Gammelfleisch. Die EU-Kommission stehe seit Freitag in Kontakt mit den dortigen Behörden, betonte Ulrich Herzog, Leiter Verbrauchergesundheit und Veterinärwesen im Gesundheitsministerium. "Wir vertrauen der Kommission", die die Federführung in der Sache habe.

„Solche Produkte können nur über die Flughäfen Wien-Schwechat und Linz nach Österreich kommen“, erläuterte Herzog. Sollten dort Fleischwaren aus Brasilien eintreffen, werden sie überprüft. Dabei handle es sich jedoch um eine geringe Zahl. Brasilianisches Fleisch, das auf dem Landweg nach Österreich gelangt, müsse bereits bei der jeweiligen Eintrittsstelle in die EU kontrolliert werden.

Brasilianisches Schweinefleisch darf nicht in die EU eingeführt werden. Aus Brasilien werde hauptsächlich Rindfleisch für Steaks sowie Hühnerfleisch importiert, sagte Herzog. Dieses sei nicht im Einzelhandel zu finden. Gastronomen seien aber aufgefordert, ihre Ware zu prüfen. Alles, was Frischfleisch betrifft, unterliegt in Österreich einer strengen Herkunftskennzeichung, betonte der Experte. Im Jahr 2016 wurden laut vorläufigen Zahlen der Statistik Austria frisches oder gekühltes Rindfleisch aus Brasilien im Wert von 8,5 Millionen Euro und gefrorenes Rindfleisch für 3,5 Millionen Euro importiert.

Autor/in:
Redaktion.Fleischerzeitung
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