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Bis heute findet man kaum Bio-Schweinefleisch in den Supermarktregalen.

Kein gutes Zeugnis für Supermärkte

20.10.2017

Warum es nur einen „Dreier“ als Bestnote gab, erklärte Greenpeace damit, dass beim „Marktcheck“ von Frischfleisch sich zwar die Haltungsbedingungen, Futtermittel und der Antibiotikaeinsatz bei Hühnern in Österreich verbessert hätten, jene für die Schweine aber nur wenig Veränderung erfahren hätte.

Bei der Benotung wurde Schweinefleisch doppelt gewichtet, denn vom gesamten Fleischkonsum in Österreich entfallen rund zwei Drittel  auf die Paarhufer. Einzelne Supermärkte können durch Leuchtturmprojekte und durch Schweinefleisch aus biologischer Produktion punkten, doch bleibe der Handlungsbedarf immens, lautete das Resümee.

Bis heute findet man laut Greenpeace kaum Bio-Schweinefleisch in den Supermarktregalen. 75 Prozent der österreichweit in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika würden dafür im Schweinestall landen. „Vorbild muss die Geflügelbranche sein, die in den letzten Jahren schrittweise Verbesserungen umgesetzt hat“, sagte Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich.

Nicht nur seien die Tierschutzbestimmungen bei Hühnern in Österreich höher als im Ausland, auch konnte der Einsatz von Antibiotika innerhalb weniger Jahre beinahe halbiert werden. Eine weitere Errungenschaft sei: Die Tiere werden gentechnikfrei gefüttert. In den Supermärkten spiegelt sich das durch ein großes Angebot an gentechnikfrei gefüttertem Hühnerfleisch wider. Auch Bio-Huhn gibt es in acht von neun Supermärkten. Schweinefleisch ist hingegen nur bei Merkur, Hofer, Interspar und MPreis in allen Filialen und ständig biologisch oder gentechnikfrei verfügbar.

Testsieger wurde bei dieser Wertung dann Merkur, gefolgt von den anderen drei Supermärkten mit einem derartigen Angebot, für die verbliebenen fünf Supermärkte setzte es hingegen auch dreimal ein „nicht genügend“. „Die Handelskette arbeitet bereits an einem eigenen Projekt mit strengen Standards für Schweinefleisch aus konventioneller Produktion, überzeugt mit guten Bio-Projekten in der Hühnermast und guter Auswahl bei Bio-Fleisch“, schrieb die NGO über das Unternehmen. Die zwei Projekte „Fairhof“ bei Hofer und „Heimathöfe“ bei Interspar zeigen laut Greenpeace vor, dass bessere Standards auch bei Schweinen möglich sind. Eine Umstellung auf ein wirklich umweltfreundliches System der Tierhaltung sei allerdings nur dann möglich, wenn insgesamt weniger Tiere gehalten würden.

Hier liegt auch die Profilierungschance für Fleischer: wenn sie ihren Kunden glaubhaft Auskunft über ihre Bezugsquellen geben und über bessere Haltungsbedingungen und Futtermittel berichten können, sind sie den Supermärkten schon einen entscheidenden Schritt voraus. Und der rechtfertigt schließlich auch einen höheren Preis.

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