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Die Ergebnisse bestätigen den Stellenwert der österreichischen Lebensmittelindustrie für den Produktions‐ und Exportstandort Österreich. Und den gilt es auch künftig zum Wohle unsere heimischen Lebensmittelerzeuger und der zahlreichen mit diesen verbundenen Bran‐ chen nachhaltig abzusichern und auszubauen.

Lebensmittelindustrie ist Wertschöpfungs-Champion

18.06.2019

Unter dem Titel „Der ökonomische Fußabdruck der Lebensmittelindustrie in Österreich" wurde jetzt eine neue Studie veröffentlicht. Obmann des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie Johann Marihart: „Jeder Arbeitsplatz schafft zwei weitere Jobs in anderen Branchen". 

„Eine aktuelle Studie zum volks- und regionalwirtschaftlichen Fußabdruck der Lebensmittelindustrie in Österreich (Wertschöpfungsanalyse) zeigt, dass diese Branche mit einem Bruttoproduktionswert von rund 16 Mrd. Euro ein bisher unterschätzter Champion bei der Wertschöpfung ist", berichtete heute der Obmann des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie, Johann Marihart

Die Lebensmittelindustrie zählt zu den größten Branchen Österreichs. Ihre rund 200 Unternehmen sichern mit 26.000 direkt Beschäftigten täglich die Versorgung von 8,6 Mio. Menschen mit qualitativen Lebensmitteln. „Alle Unternehmen sind eng mit ihrem Standort in Österreich verbunden - von traditionsreichen Familienbetrieben bis zu weltweit tätigen Großunternehmen. Die Lebensmittelindustrie ist damit von gesamtösterreichischer Bedeutung und beeinflusst über Vorleistungsverflechtungen nahezu alle Sektoren der Wirtschaft. Zwei von drei in Österreich hergestellten Produkten werden in über 180 Länder exportiert", gibt Marihart zu bedenken. 

Die Unternehmen der Lebensmittelindustrie sind über die Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung hinaus noch in einer Vielzahl weiterer Branchen tätig. Diese reichen von der Landwirtschaft über den Groß- und Einzelhandel, die Gastronomie sowie Logistik und Transport bis hin zu Holding-Funktionen. Ihr volkswirtschaftlicher Beitrag ist beachtlich. Die direkten Effekte der Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie sind der Studie zufolge doppelt so hoch wie bisher angenommen: Mit einem totalen Wertschöpfungsanteil von 3% und einem noch höheren Beschäftigungsanteil von 3,5% zählt die Lebensmittelindustrie zu den bedeutendsten Sektoren der heimischen Wirtschaft. Das entspricht gut 10% der gesamten industriellen Wertschöpfung Österreichs. 

Bruttoproduktionswert 16,3 Mrd. Euro 

Die etwa 200 Unternehmen der Lebensmittelindustrie erwirtschafteten einen Bruttoproduktionswert von rund 16 Mrd. Euro. Berücksichtigt man auch die Effekte entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette und Einkommenseffekte, so beläuft sich die gesamte Bruttowertschöpfung, die in Österreich auf die Lebensmittelindustrie zurückgeführt werden kann, auf etwa 9,8 Mrd. Euro. Jeder von ihr erwirtschaftete Euro löst zusätzlich 1,23 Euro Wertschöpfung in anderen Branchen aus. 

Jobmotor Lebensmittelindustrie 

Der Studie zufolge bewirkt jeder Arbeitsplatz in der Lebensmittelindustrie die Schaffung oder Absicherung von knapp zwei weiteren Jobs in Österreich. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Industrie-Multiplikator liegt bei 1,5 bis 1,8. Ein Grund dafür sind die langen Wertschöpfungsketten - beginnend bei der Landwirtschaft - und die hohe Anzahl an Vorleistungen, die die Branche zu einem großen Teil aus Österreich bezieht. Dadurch fällt der Wertschöpfungsabfluss ins Ausland gering aus. 

Vier von zehn von der Lebensmittelindustrie erwirtschafteten Euro fließen über Steuern und Abgaben an den Staat zurück. Für das Jahr 2017 wird das durch den wirtschaftlichen Beitrag dieser Branche generierte Steueraufkommen auf insgesamt 3,9 Mrd. Euro, davon 1,7 Mrd. Euro in der Lebensmittelindustrie selbst, geschätzt. Dies entspricht im Aufkommen der Mineralölsteuer (4,6 Mrd. Euro) oder den Sozialversicherungsbeiträgen der Selbstständigen (3,4 Mrd. Euro).
 

Hier gibt es die Studie zum Download

 

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V.l.n.r.: Dr. Helmut Steinkamp, Vorsitz DLG-Ausschuss Lebensmitteltechnologie, LUFA Nord-West; Dirk Schweikert, ADM Wild Europe; Xenia Gatzert, FIBL; Dr. Stefan Engert, MRI; Dr. Oliver Frandrup-Kuhr, BVL; Dr. Eileen Brandenburger, Analytik Jena AG; Dr. Dietrich Harms, Intertek; Dr. Andreas Juadjur, DIL; Dr. Ole Winkelmann, Eurofins
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