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Neuer Schlachthof in Söll in Betrieb

06.06.2019
Ende März wurde der Schlachtungs- & Zerlegungsbetrieb Obermoser in Söll eröffnet. Er ist nicht nur der zweitgrößte Schlachthof Tirols, sondern auch eine der modernsten Westösterreichs.
Peter Obermoser jun. & sen. führen den Familienbetrieb, in dem 13 Mitarbeiter bis zu 6.000 Schlachtungen im Jahr durchführen.  Nachverfolgbarkeit
Nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit nahm der neue Schlachthof Obermoser in Söll in Tirol, im Ortsteil Stockach an der Eibergstraße Richtung Kufstein, Ende März seinen Betrieb auf. Mit knapp 1.200 Quadratmetern ist der Schlachthof der zweitgrößte Tirols. Bei einem Fleisch & Co-Lokalaugenschein, zieht Seniorchef Peter Obermoser eine erste Bilanz: „Ehrliche Qualität aus der Region ist uns ein Anliegen. Das ist unser Ziel, und das geht hier an diesem neuen Standort voll auf.“ Gerade beim Fleisch seien die Verarbeitung, ein ho- her Qualitätsstandard und die Kontrolle das Um und Auf. Umso wichtiger sei es deshalb auch, die Tiere keinem unnöti- gen Stress auszusetzen und ohne Umwege zu verarbeiten.

Qualität dank Tierwohl

„Unser Entschluss, den alten Schlachthof zu vergrößern und an einen neuen, leichter zugänglichen Standort zu verlegen, war richtig“, so Obermoser sen. Die Tiere werden von Bauern aus den Bezirken Kitzbühel, Kufstein und Schwaz angeliefert und von der Familie Obermoser mit ihren Metzgern professionell verarbeitet und gelagert. Obwohl „Tierwohl“ ein inflatio- när gebrauchtes Wort ist, beste- hen die Betreiber darauf, hier Bestmögliches zu leisten. So müssten Tiere nur wenige Stunden im Stallbereich ausharren – einzeln oder zu zweit, „damit sie sich nicht gegenseitig aufhetzen“, erklärt Obermoser jun.

Auch „Digitalisierung“ fällt hier nicht nur als Modebegriff auf. Einmal die Ohrmarkennummer bei der Anlieferung in den Computer eingegeben, kann jedes Stück Fleisch während des Verarbeitungsprozesses nachverfolgt werden. Künftig wolle man das Angebot für Kunden derart ausbauen, dass diese via Website den Status ihres Auf- trags abrufen können – ähnlich wie man es von der Sendungs- verfolgung bei Paketdiensten kennt.

Crowdfunding sei Dank

Insgesamt sind dreizehn Mitarbeiter beschäftigt, die im Jahr bis zu 6.000 Tiere verarbeiten werden. Außergewöhnlich bei dem neuen Schlachthof-Projekt ist die Art der Finanzierung: Neben der Unterstützung von Bund und der EU (17 Prozent) sowie dem Land Tirol (13 Prozent) haben mehr als 400 Bauern aus der Region zur Finanzierung des 3,5 Mio. Euro (ohne Baugrund) aufwendigen Projektes beigetragen: Mittels Crowdfunding haben sie dem Unternehmer quasi ein zinsenloses Darlehen in Höhe von 600.000 Euro gewährt und dafür Gutscheine erhalten, die sie jetzt für die Fleischverarbeitung wieder einlösen können. 

Autor/in:
Barbara Egger
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