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Der Hauptsitz von Mercosur ist in Montevideo, Uruguay.

Stichwort Mercosur - … und Österreichs Außenhandel

20.09.2019

Wirtschafts- und Handelsdaten rund um den momentanen Aufreger Mercosur und Österreichs Rolle dabei. 

Mercosur (portugiesisch Mercosul) ist der spanische Kurzbegriff für „Gemeinsamer Markt Südamerikas”. Mercosur hat die vier Mitglieder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Venezuela ist dauerhaft suspendiert, Bolivien Beitrittskandidat. Assoziiert sind die Staaten Chile, Peru, Kolumbien und Ecuador. Beobachter sind Mexiko und Neuseeland. Der Sitz der Organe liegt in Montevideo, Uruguay.

Hier eine Aufstellung zu den Wirtschaftsdaten der vier Mercosur-Staaten und zu deren Außenhandel mit Österreich:

Brasilien ist mit 208 Millionen Einwohnern die stärkste Volkswirtschaft Südamerikas und damit auch im Mercosur. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf stieg zuletzt auf 9.344 US-Dollar, lag aber etwa 2011 auch schon einmal bei 13.296 Dollar. Insgesamt erreichte das BIP im Vorjahr 1.868 Milliarden Dollar. Das Land importiere 2018 Waren im Wert von 190 Mrd. Dollar und führte Produkte im Gesamtwert von 242 Mrd. Dollar aus. Damit hat Brasilien eine deutlich positive Handelsbilanz von mehr als 50 Mrd. Dollar. Hauptsächlich exportiert werden Ölsaaten, metallurgische Erze, Erdöl(produkte) und auch Fleisch. Hauptsächlich importiert werden Erdöl(produkte), Maschinen und Straßenfahrzeuge. Top-Import und -Exportland ist China.

Österreich führte im Vorjahr Waren im Gesamtwert von 454 Mio. Euro aus Brasilien ein (2017: 349 Mio. Euro; 2010: 504 Mio. Euro). Dorthin ausgeführt wurden Waren im Wert von 833 Mio. Euro (2017: 726 Mio. Euro; 2010: 844 Mio. Euro). Die Außenhandelsbilanz lag voriges Jahr also mit 379 Mio. Euro deutlich im Plus. Der Anteil an der gesamten Einfuhr und an der gesamten Ausfuhr von bzw. nach Österreich lag 2018 bei 0,3 Prozent. Österreich führt vor allem Eisen und Stahl, medizinische Erzeugnisse und Maschinen nach Brasilien aus. Eingeführt werden vor allem anorganische chemische Erzeugnisse, metallurgische Erze und Gemüse/Früchte.

In Argentienien lag das BIP der knapp 45 Millionen Einwohner zuletzt bei 518 Mrd. Dollar (2018) und pro Kopf bei 10.604 Dollar (April 2019). Das reale BIP nahm im Vorjahr um 2,5 Prozent ab und dürfte heuer um gut 1 Prozent weiter sinken. Das höchste BIP pro Kopf der vergangenen Jahre gab es dort 2015 mit fast 14.900 Dollar. Die Inflationsrate kletterte im Vorjahr auf mehr als 34 Prozent, heuer auf fast 44 Prozent. Die Gesamtimporte lagen voriges Jahr bei rund 65,5 Mrd. Dollar, die Exporte bei 61,5 Mrd. Dollar. Die Handelsbilanz war die vergangenen fünf Jahre leicht negativ, davor leicht positiv. Exportiert werden vor allem Tierfutter, Getreide und Straßenfahrzeuge. Fleischfindet sich nicht in den Top 5. Importiert werden vor allem Straßenfahrzeuge sowie Maschinen und Geräte für die Nachrichtentechnik. Top-Handelspartner ist Brasilien.

Österreich führte im Vorjahr Waren im Gesamtwert von 79 Mio. Euro aus Argentinien ein. Exportiert wurden Waren im Gesamtwert von 134 Mio. Euro. Der Anteil an der gesamten Einfuhr und an der gesamten Ausfuhr von bzw. nach Österreich lag 2018 bei 0,1 Prozent. Österreich führt vornehmlich medizinische Erzeugnisse, Maschinen und Arbeitsmaschinen nach Argentinien aus. Importiert werden in erster Linie Lederwaren, Fleisch und Gemüse/Früchte.

Das Bruttoinlandsprodukt des flächen- und einwohnermäßig kleinsten Mercosur-Staats Uruguay mit nur 3,5 Millionen Einwohnern erreichte voriges Jahr knapp 60 Mrd. Dollar. Das BIP pro Kopf ist das höchste der vier Mercosur-Staaten sowie das zweithöchste ganz Südamerikas hinter Chile und lag voriges Jahr bei 17.165 Dollar. Das Land führte voriges Jahr Waren im Wert von 8,8 Mrd. Dollar ein und im Wert von 7,5 Mrd. Dollar aus. Die Handelsbilanz war zuletzt stets leicht negativ. Ausgeführt wird vor allem Fleisch gefolgt von Ölsaaten und Kork/Holz. Importiert werden vor allem Erdöl, Straßenfahrzeuge und Maschinen. Top-Handelspartner ist China.

Der Handel mit Österreich ist klein. Es fällt auf, dass die Handelsbilanz für die Alpenrepublik hier negativ ist. Österreich importierte aus Uruguay zuletzt Waren im Wert von 104 Mio. Euro. Dorthin exportiert wurden lediglich Waren im Wert von 18 Mio. Euro - in erster Linie medizinische Erzeugnisse, Maschinen und Apparate. Importiert wurden zum allergrößten Teil Papierhalbstoffe, weit vor Lederwaren und Fleisch.

Paraguay erzielte mit seinen 7 Millionen Einwohnern nur ein Gesamt-BIP von 41,6 Mrd. Dollar bzw. von 5.900 Dollar pro Kopf. Seit 2013 ist das BIP aber immerhin stetig gewachsen. Ausgeführt wurden im Vorjahr Waren im Wert von 8,7 Mrd. Dollar, eingeführt im Wert von 12,8 Mrd. Dollar. Das Land hatte zuletzt immer ein Handelsbilanzdefizit. Exportiert werden vor allem Ölsaaten, Strom und Fleisch, importiert Erdöl, Geräte für die Nachrichtentechnik und Straßenfahrzeuge. Wichtigste Exportländer sind Brasilien und Argentinien, importiert wird am meisten aus China.

Den österreichisch-paraguayischen Handel kann man als fast nicht existent beschreiben. Österreich importierte 2018 Waren im Wert von 5 Mio. Euro und exportierte Produkte im Volumen von 15 Mio. Euro. Die Außenhandelsbilanz war für Österreich zuletzt stets positiv. Exportiert wurden voriges Jahr vor allem Papier und Pappe, Arbeitsmaschinen und medizinische Erzeugnisse. Importiert wurden mit großem Abstand vor allem Ölsaaten.

Die Wirtschaftsdaten stammen von der Außenhandelsabteilung der Wirtschaftskammer Österreich und haben den Stand Ende 2018 bzw. zum Teil April 2019
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