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Tourismusministerin Elisabeth Köstinger und WKÖ-Präsident Harald Mahrer bei der Präsentation des Corona-Pakets: "Es war wichtig, dass wir als Bundesregierung hier schnell handeln".

100-Millionen-Haftungspaket für den Tourismus

06.03.2020

Ein Haftungsrahmen von bis zu 100 Millionen Euro soll die Liquidität von geschädigten Tourismus-Betrieben sichern.

 „Der heimische Tourismus ist die von den Folgen des Coronavirus am stärksten betroffene Branche“, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit WKÖ-Präsident Harald Mahrer in Wien. Die Bundesregierung stellt Tourismusunternehmen darum  einen Haftungsrahmen von 100 Mio. Euro zur Verfügung. Es sollen dadurch existenzbedrohende Liquiditätsengpässe der betroffenen KMU vermieden werden. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus hat gemeinsam mit der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ein Coronavirus-Maßnahmenpaket für den Tourismus geschnürt. 

Was ist das Corona-Paket?

Es handelt es sich um ein Unterstützungsmodell mit zwei konkreten Maßnahmen. Zum einen wird die Österreichische Hotel- und Tourismusbank den Betrieben Haftungen zur Verfügung stellen, damit diese bei ihren Banken Überbrückungsfinanzierungen aufnehmen können. „So kann sichergestellt werden, dass trotz Stornierungen und Buchungsrückgängen weiterhin die Löhne an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt werden können. Dafür stellen wir einen Haftungsrahmen von 100 Millionen Euro zur Verfügung“, so Köstinger.

Zusätzlich wird das Ministerium die üblicherweise für derartige Haftungsübernahmen anfallenden Kosten in diesen besonders gelagerten Fällen übernehmen. Durch den Entfall der Bearbeitungsgebühr (1 %) und der Haftungsprovision (0,8 %) werden die betroffenen Betriebe zusätzlich unterstützt.

Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank wird dieses Maßnahmenpaket abwickeln und das Tourismusministerium als Anlaufstelle für die Tourismusbetriebe unterstützen. „Die detaillierten Kriterien für die Inanspruchnahme dieses Haftungsrahmens werden in den nächsten Tagen ausgearbeitet“, so Köstinger. „Die Beantragung soll ehestmöglich über die ÖHT erfolgen können.“

Lob von der Bundessparte, ÖHV

„Das ist ein enorm wichtiges Signal an unsere Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, kommentiert Petra Nocker-Schwarzenbacher, Obfrau der Bundessparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft die Maßnahme. Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung, begrüßt in einer Aussendung die rasche Reaktion von Bundesregierung und WKÖ zur Unterstützung von Tourismusbetrieben, die durch den Coronavirus unter Druck geraten: „Die von der ÖHV erhobenen Daten aus den Betrieben zeigen: Die Politik muss schnell ins Handeln kommen, die Betriebe rasch und unbürokratisch an die Mittel kommen. Aber der erste Schritt ist sicher die Botschaft, dass die Betriebe und ihre Mitarbeitern in dieser unverschuldeten Situation nicht allein gelassen werden.“

Ob 100 Mio. Euro zur Abwendung der schlimmsten Folgen reichen und ob Überbrückungskredite oder Garantien sich dafür eignen, sollte aus Sicht der ÖHV das zentrale Thema beim von Tourismusministerin Köstinger angekündigten Runden Tisch sein: „Wir sollten wirklich alles daran setzen, dass diese Leitbranche der heimischen Wirtschaft nicht unter die Räder der Corona-Panik gerät. Dazu braucht es das Know-how der Finanzierungsexperten aus der ÖHT, vor allem aber das unverzichtbare Feedback aus der Praxis“, verweist Reitterer auf die Erkenntnisse aus den ÖHV-Mitgliederbefragungen der letzten Tage. Die ÖHV werde der Hotellerie weiterhin im Verlauf der Corona-Krise aktiv zur Seite stehen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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