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12 Stunden nur freiwillig

28.06.2018

Die Empörung über den sogenannten Zwölf-Stunden-Tag war – bei Arbeitnehmervertretern – groß. Die Verwirrung bei Arbeitgebern war aber nicht unbedingt kleiner. Was jetzt? Geht es darum, dass Arbeitnehmer freiwillig mehr arbeiten können, oder heißt es, dass Arbeitnehmer nur bei triftigen Gründen über ein Ablehnungsrecht für die elfte und zwölfte Arbeitsstunde verfügen?

Selbst der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, war sich in einer ORF-Diskussion nicht im Klaren über die Auslegung des Initiativantrags der Regierungsparteien für ein neues Arbeitszeitgesetz.

Schon jetzt möglich

Nach der Aufregung folgt die Klarstellung. „Zwölf Stunden Arbeit pro Tag wird es nur freiwillig geben“, betont ÖVP-Klubobmann August Wöginger gegenüber der Tageszeitung „Presse“. In der Praxis heißt das also, dass ein Betrieb seinen Mitarbeitern diese Zusatzstunden nicht anordnen kann. Schon bislang wurde in Betrieben zwölf Stunden am Stück gearbeitet, wenn es eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat gab. Für die Tourismusbranche hat das neue Gesetz jedenfalls Auswirkungen. Die Verkürzung der täglichen Ruhezeit auf acht Stunden war bisher nur für Vollzeitbeschäftigte in Saisonbetrieben mit Kollektivvertrag möglich. Dies wird nun auf alle Mitarbeiter in Küche und Service mit geteilten Diensten per Gesetz möglich. Somit können auch Teilzeitkräfte und Mitarbeiter in Jahresbetrieben einbezogen werden. Eine administrative Erleichterung ist der Wegfall der gesetzlichen Verpflichtung zur Führung eines separaten Kontos über die Ruhezeitenverkürzungen.

Autor/in:
Daniel Nutz
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