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40.000 Mal ein Zeichen der Vernunft

24.07.2008

Wer sich nach dem Gläschen zu viel noch hinters Steuer setzt, erhöht das Unfallrisiko drastisch. Aktuelle Erhebungen des KfV zeigen: Nüchtern ist die Gefahr bewusst, alkoholisiert jedoch vergessen. Mit der Aktion "Ein Zeichen der Vernunft" bestärken das KfV und Schlossgold - die klare Nummer 1 bei alkoholfreien Bie-ren - Autolenker, die auf Biergenuss ohne Alkohol setzen.

Bei einer ausgelassenen Feier zu tief ins Glas geschaut - viele Österreicher genießen gerade in der wärmeren Jahreszeit das feuchtfröhliche Beisammensein in Schanigärten und Co. Doch der Spaß hört auf, wenn der Heimweg trotz Alkoholkonsum hinterm Steuer angetreten wird. "Wer alkoholisiert ein Auto lenkt, erhöht die Unfallgefahr drastisch, denn mit jedem Zehntel Promille steigt das Unfallrisiko deutlich. Bei 0,5 Promille ist die Unfallgefahr bereits doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand, bei 0,8 Promille steigt sie auf das Fünffache", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). "Bereits 12 Mal höher ist die Gefahr eines Crashs bei 1,2 Promille Alkohol im Blut." Dennoch: Bei Erhebungen des KfV ga-ben mehr als zwei Drittel (68%) der Befragten an, dass sie zumindest gelegentlich wahrnehmen, wie andere Verkehrsteilnehmer alkoholisiert ein Fahrzeug lenken. Und das obwohl die erhöhte Gefahr durchaus bekannt ist. 82 Prozent der Befragten schätzen Fahren unter Alkoholeinfluss als das gefährlichste Verkehrsdelikt ein. "Nüchtern ist den meisten die Gefahr bewusst. Nach einigen Vierteln Wein oder anderen alkoholischen Getränken sinkt jedoch das Risikobewusst-sein, der gute Vorsatz nicht ins Auto zu steigen ist vergessen", so Thann.

Deutliche Einschränkung der Fahrtauglichkeit
Die stimmungssteigernde Wirkung des Alkohols führt zu extremer Selbstüberschätzung. Trotz Einschränkung der Fahrtauglichkeit fühlt man sich leistungsfähiger. Im Bereich von 0,8 Pro-mille steigt etwa die Risikobereitschaft um 80 Prozent. Reaktions- und Konzentrationsfehler treten zwei- bis dreimal häufiger auf als im nüchternen Zustand. Hinzu kommt, dass die Blick-bewegungen des Fahrers stark reduziert sind - der Tunnelblick bewirkt, dass das Fahrzeug unbewusst in Richtung Fahrbahnmitte gesteuert wird. "Die Mehrzahl der Alkoholunfälle sind daher Kollisionen mit dem Gegenverkehr", sagt Thann. Aber auch durch unangemessene Ge-schwindigkeiten kommt es zu Unfällen, denn die Einschätzung des Tempos ist unter Alkohol-einfluss stark beeinträchtigt. Gleichgewichtsschwankungen führen zu den berühmten Schlan-genlinien, die häufig als Anzeichen für Alkolenker dienen.

KfV und Schlossgold fördern verantwortungsbewusstes Verhalten im Straßenverkehr
Das Trinken von Alkohol ist sozial akzeptiert, das Autofahren, nachdem man zu viel getrunken hat, erfreulicherweise nicht: 88 Prozent der Befragten ärgern sich sehr oder eher, wenn andere nach dem Gläschen zu viel noch ins Gaspedal treten. Um das "Vergessen" des guten Vorsatzes zu vermeiden, sollte man beachten, dass die Alkoholwirkungen auch dann noch bestehen, wenn man selbst meint, nichts mehr zu spüren. Besonders bei gemischten, süß schmeckenden Getränken wie Alkopops oder Cocktails wird der Alkoholspiegel deutlich unterschätzt. Dass sich der Alkoholgehalt durch Kaffee, Energy Drinks oder ausgiebiges Tanzen reduzieren lässt, ist ein trügerischer Irrglaube. "Pro Stunde wird in etwa 0,1 Promille abgebaut - der Abbau ist allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig, wie etwa vorangegangenen Mahlzeiten oder dem Geschlecht", so Thann. Will man dennoch Alkohol trinken, so sollte man sich bereits im Vorfeld Gedanken über den Heimweg machen. Öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrgemein-schaften, bei denen der Fahrer nüchtern bleibt, sind sichere Transportmöglichkeiten. "Auf der sicheren Seite ist nur, wer sich an das Motto ,Don't drink and drive' hält!", rät Thann.

Verantwortungsbewusste Autofahrer, die sich schon bisher diesem Motto verschrieben haben und deshalb zur Gewährleistung der Sicherheit im Straßenverkehr alkoholfreies Bier trinken, werden ab sofort in ihrem positiven Verhalten bestärkt. Schlossgold, die österreichische Nr. 1 bei alkoholfreien Bieren, und das Kuratorium für Verkehrssicherheit setzen "Ein Zeichen der Vernunft". Ab Juli 2008 werden dafür österreichweit 40.000 Schlossgold 6-er-Träger mit einem von drei verschiedenen Motivanhängern ausgestattet. Diese Flaschenhalshänger klären einer-seits über weit verbreitete Unwahrheiten zum Thema Alkohol auf. Gleichzeitig beinhalten sie je einen Aufkleber, der als sichtbares Zeichen für Vernunft und als gleichzeitiger Appell an Alko-lenker beispielsweise auf dem Auto angebracht werden kann. Bereits im September 2007 haben Schlossgold und das KfV eine ähnliche Aktion durchgeführt. "Wir wollten keine einmalige Ak-tivität starten, sondern nachhaltig dem Thema Alkohol am Steuer entgegenwirken", erklärt Dr. Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union Österreich AG. "Unsere Aktion soll einerseits pflichtbewusste Autolenker bestärken, auf alkoholfreien Biergenuss zu setzen, sowie anderer-seits weitere Bevölkerungsgruppen über die Alternativen zu Alkohol am Steuer aufklären."

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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