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60 freilaufende Hühner gehören zum Café

08.10.2004

Aus der Brandruine Café Cobenzl machte Olaf Auer ein florierendes Café-Restaurant für alle Erholungssuchenden. Er führt das Café-Restaurant Cobenzl als Wohnstube, in welche die Gäste zum Musik hören und zum Schachspiel kommen. Das Ambiente vom Schloss Cobenzl bietet einen wunderschönen Rahmen für Hochzeiten, Tagungen und Seminare.

Schon seit Jahrhunderten begeistert der 450 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Cobenzl seine Besucher. Durch seine geografische Voraussetzung wurde der Cobenzl schon früh ein gesellschaftlicher Anziehungspunkt. Ursprünglich als „Reisenberg Ober Grinzing“ oder unter den gelehrten als Latisberg bezeichnet kam der Berg durch den Grafen Philipp von Cobenzl zu seinem heutigen, volkstümlichen Namen. Ein weiterer bemerkenswerter Eigentümer war Karl Ludwig Friedrich Freiherr von Reichenbach, der das Gut Cobenzl im Jahr 1835 von Franz Simon Pfaff erwarb. Die Maulbeerbäume, die er für den Versuch einer Seidenraupenzucht pflanzte, wachsen noch heute rund um den Cobenzl.

Café-Pavillon
In den Jahren danach versank der Cobenzl durch den oftmaligen Eigentümerwechsel in einem Dornröschenschlaf. Ein Beschluss des Wiener Gemeinderates unter Bürgermeister Karl Lueger vom 24. Mai 1905 brachte dem Cobenzl neuen Aufschwung. Im Rahmen des Wald- und Wiesengürtel-Projektes sollte eine „Höhen- und Aussichtsstraße“ entstehen. Zu diesem Zweck wurde der Cobenzl 1907 von der Gemeinde Wien gekauft und mit der Eröffnung des Café-Pavillon 1912 begann eine neue Ära. Damit etablierte sich der Cobenzl wieder als ein Mekka für Erholungssuchende und Ausflügler. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss-Hotel Cobenzl stark in Mitleidenschaft gezogen und 1966 abgerissen. Dem Café-Restaurant war ein ähnliches Schicksal beschieden. 1980 fiel es einem Großbrand zum Opfer und brannnte bis auf seine Grundmauern nieder.

Zweite Wohnstube
Von der Geschichte und dem Schicksal bewegt nahm Olaf Auer den Wiederaufbau des „Café-Restaurant Cobenzl“ in seine Hände. Seine neue Lebensaufgabe kannte Auer bereits aus der Vogelperspektive. Er tauschte den Beruf des Piloten gegen den des Wirt´n und erweckte den Schandfleck Wiens, die „Cobenzl“-Ruine, zu neuem Leben mit Hindernissen. So wurde im Juli 1981 das Schlössl, in dem sich Restaurant und Bar befanden, durch einen gelegten Brand zerstört.. Es war jedoch nur der Anfang einer Serie von Brandstiftungen. Am 27. September 1983 wurde dann das Café im Rondeau-Stil eröffnet. „Es ist nicht das klassische Wiener Stadtcafé. Ich habe es im Stil der 50-er und 60-er Jahre eingerichtet und sehe es als zweite Wohnstube. Die Leute kommen um Musik zu hören oder Schach zu spielen – mittwochs finden immer Schachturniere statt“, erklärt Olaf Auer. Zum kulturellen Kaffeehaus-Angebot gehören auch Vernissagen und Lesungen. „Die Speisekarte ist ein Speigelbild meines Geschmacks, wie etwa das Backfleisch oder die Salzburger Leberschnittensuppe“, erklärt Olaf Auer, der die gute, alte Wiener Küche pflegt und damit ein Stück Wiener Identität. Auer lässt seine Stammgäste auch bei der Gestaltung der Speisekarte mitwirken, fragt sie, was Sie gerne essen möchten und setzt dies umgehend auf die Karte. Für die köstlichen Wiener Mehlspeisen wie Millirahmstrudel, Topfenpalatschinken und Kaiserschmarren werden unter anderem die frisch gelegten Eier der am Gelände freilaufenden 60 Hühner verwendet.

Chef-Kaffee
Was wäre ein Kaffeehaus ohne Kaffeespezialitäten wie etwa dem Cobenzl-Hauskaffee mit Amaretto und Biedermeierlikör, einem Rüdesheimer mit Asbach Uralt oder dem Chef-Kaffee mit Mandarinenlikör flambiert. Der Kaffee „Verkehrt“ wird in einer Teetasse serviert. Und zu einem typischen Kaffeehaus gehört neben dem Wiener Frühstück oder dem großen Frühstück, das das Wiener mit Holunderblütensekt ergänzt, auch kleine Gerichte wie etwa die Sacher Würstel, die nicht in Wasser sondern in Rindsuppe gekocht werden.

Alles Geschichte
Bei einem Rundgang durch das Gelände von Schloss-Restaurant und Café Cobenzl weiß der Hausherr zu jedem Stück eine Geschichte. So ist etwa die Bartheke ein ausgedienter Strommast, das prachtvolle mit 158 goldenen Sternen verzierte Gartentor aus Gruftgittern und die Fenster im Wintergarten von einem Abbruchhaus. In der hauseigenen Tischlerei und Schlosserei ist ein Großteil der Einrichtung und Ausstattung entstanden. In dem vorbildgetreu wiedererrichteten Schloss-Restaurant mit Kamin und Marmorsaal finden jährlich etwa 100 Hochzeiten statt. „Wir bewirten jährlich etwa 11.000 Hochzeitsgäste und haben bereits heute Reservierungen für 2006“, freut sich Olaf Auer, der für seine Gäste immer ein ganz besonderes Fest organisiert. Auers Philosophie lautete: „Du musst dich immer in den Gast hineindenken“. So kreiert er für jede Hochzeit ein eigenes Hochzeitsmenü, das es nur an diesem Tag gibt - also man kann es nicht vorkosten oder beim nächsten Besuch am Cobenzl nochmals bestellen. Der Cobenzl bietet darüberhinaus ein wunderschönes Ambiente für Geburtstagsfeiern, Tagungen und Seminare.

Café-Restaurant Cobenzl, Olaf Auer, 1190 Wien, Am Cobenzl 94, Tel.: 01/320 51 20

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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