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Accor Geschäftsjahr 2007: ausgezeichnete Ergebnisse

29.02.2008

Der veröffentlichte Konzernumsatz von Accor stieg 2007 um 6,8 Prozent. Um Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte bereinigt betrug der Umsatzzuwachs 6,5 Prozent und spiegelte das starke Wachstum der beiden Geschäftsbereiche des Konzerns wider: Services und Hotellerie.

2007 entsprach das bereinigte Umsatzplus von 11,9 Prozent im Bereich Services (veröffentlicht: 16,5 Prozent) den mittelfristigen organischen Wachstumsvorgaben des Konzerns in dieser Sparte (zwischen 8 und 16 Prozent).

Die europäische Hotellerie wird weiterhin von dem seit Mitte des Jahres 2005 beobachten Aufschwung getragen, sowohl was die Auslastung als auch was die Durchschnittspreise betrifft. Der bereinigte Umsatz der Sparte stieg um 6,4 Prozent. Insgesamt legte der Umsatz der Hotellerie weltweit 7,8 Prozent und auf vergleichbarer Basis 5,8 Prozent zu.

Das nicht bereinigte Konzern-EBITDAR stieg gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 2.321 Millionen Euro. Die Bruttoumsatzrendite erhöhte sich um 1,2 Punkte (0,7 Punkte auf vergleichbarer Basis) auf 28,6 Prozent. Es handelt sich dabei um die höchste Umsatzrendite, die Accor jemals verzeichnet hat.

Der Konzernbereich Services verbuchte 2007 eine bereinigte Brutto-Umsatzrendite von 42,6 Prozent, die gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Punkte stieg und die ausgezeichnete Leistung der Sparte in ihren Märkten bestätigt.

In der Hotellerie stieg die Brutto-Umsatzrendite im Berichtsjahr auf vergleichbarer Grundlage um 0,8 Punkte auf 32,0 Prozent. Der Anstieg ist auf die für die Hotellerie günstige Konjunktur in Europa, die Verbesserung des operativen Ergebnisses durch das Dynamic Pricing und die Maßnahmen zur Preisgestaltung in Frankreich und Deutschland sowie die Anpassung der Eigentumsstrukturen der Hotelanlagen zurückzuführen. In der Mittel- und Luxusklasse betrug der Zuwachs 0,7 Punkte, in den Economy-Hotels in Europa 0,9 Punkte und in den Economy-Hotels in den USA 1,3 Punkte

Das Ergebnis vor Steuern und Sonderposten stieg im Berichtsjahr auf vergleichbarere Basis um 21,6 Prozent auf 907 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte der Zuwachs 28,7 Prozent betragen. Das Ergebnis liegt über der Vorgabe, die Accor im August 2007 veröffentlichte und die sich auf 870 bis 890 Millionen Euro belief.

Der Konzernanteil am Jahresüberschuss erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 76,2 Prozent auf 883 Millionen Euro. Er umfasste in erster Linie 319 Millionen Euro Gewinn aus dem Verkauf der Immobilien in Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden, 204 Millionen Euro Gewinn aus der Veräußerung von Go Voyages sowie 174 Millionen Euro Verlust aus dem Abgang von Red Roof Inn.

Das Netto-Ergebnis je Aktie belief sich auf 3,92 Euro gegenüber 2,23 Euro im Vorjahr (ein Plus von 75,6 Prozent) auf der Grundlage eines gewichteten Durchschnitts von 225 Millionen ausstehenden Aktien.

Die ordentliche Dividende, die der Hauptversammlung am 13. Mai 2008 vorgeschlagen wird, beläuft sich auf 1,65 Euro je Aktie, 13,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie soll am 20. Mai 2008 ausgeschüttet werden. Die Ausschüttungsquote, die auf der Basis des ordentlichen Ergebnisses vor Steuern1) berechnet wird, beläuft sich damit auf 58 Prozent, gegenüber 63 Prozent im Vorjahr. In den nächsten drei Jahren soll die Quote allmählich auf 50 Prozent gesenkt werden.

Die Netto-Schulden des Konzerns zum Bilanzstichtag 2007 betrugen 204 Millionen Euro. Die Finanzflüsse des Berichtsjahres umfassen 1.198 Millionen Euro Entwicklungsinvestitionen (davon 821 Millionen Euro in der Hotellerie und 335 Millionen Euro im Bereich Services) und 1.635 Millionen Euro Erlös aus dem Verlauf von Vermögenswerten, die sich wie folgt zusammensetzen: Abgang nicht strategischer Aktivitäten in Höhe von 540 Millionen Euro (namentlich 280 Millionen Euro für Go Voyages) und Verkauf von Hotelimmobilien im Rahmen der Umgestaltung der Betriebsstrukturen in Höhe von 1.095 Millionen Euro (davon 377 Millionen Euro für Red Roof Inn).

Die Dividendenausschüttung 2007 in Höhe von 680 Millionen Euro (gegenüber 276 Millionen Euro im Vorjahr) umfasste 1,50 Euro Sonderdividende je Aktie, das entspricht 336 Millionen Euro. Ferner wurden die Eigenmittel durch den Aktienrückkauf im Mai (700 Millionen Euro) und August 2007 (500 Millionen Euro) um insgesamt 1.200 Millionen Euro reduziert.

Die wichtigsten Finanzkennzahlen verbesserten sich deutlich und deuten auf eine solide Finanzlage. Das Fremdkapital/Eigenkapital-Verhältnis betrug zum Bilanzstichtag 6 Prozent gegenüber 11,3 Prozent Ende 2006. Das Verhältnis Cashflow aus dem operativen Geschäft zu bereinigter Nettoverschuldung2) stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Punkte auf 26,2 Prozent. Die Rentabilität des eingesetzten Kapitals oder ROCE3) erreichte mit 13,6 Prozent zum Bilanzstichtag das höchste Niveau in der Geschichte des Konzerns. Am 31. Dezember 2006 wurden 11,9 Prozent verzeichnet.

Das Berichtsjahr und das laufende Geschäftsjahr wurden von acht Akquisitionen im Bereich Services geprägt. Die bedeutendste in Bezug auf den Umfang war wohl die Übernahme von Kadéos, dem führenden Anbieter von Geschenkkarten und -schecks in Frankreich, im März 2007 zum Preis von 211 Millionen Euro.

Accor Services tätigte seit Anfang 2007 zwei weitere Akquisitionen, die ebenfalls eine wichtige Rolle bei der künftigen Entwicklung der Sparte spielen werden: 100 Prozent der Anteile von PrePay Technologies Ltd., dem führenden Anbieter von Prepaid-Karten in Großbritannien, und 62 Prozent der Anteile des Online Employee-Benefit Providers Motivano UK, der ebenfalls eine marktführende Stellung in Großbritannien einnimmt.

Insgesamt übernahm der Konzernbereich Services in den Geschäftsjahren 2006 und 2007 künftige Wachstumsschwerpunkte im Wert von 583 Millionen Euro.

Das Berichtsjahr wurde von der Neupositionierung von Sofitel im internationalen Luxus-Segment und der Einführung der First Class-Marke Pullman geprägt, die hauptsächlich im Rahmen von Management- und Franchise-Verträgen ausgebaut werden soll und ein Potenzial von 300 Hotels bis 2015 darstellt. In dem nicht standardisierten Economy-Segment erweiterte Accor das Angebot mit der Einführung der Marke All Seasons, die heute in Frankreich bereits zehn Häuser umfasst. Bis Ende 2008 sollen in ganz Europa mindestens 40 Hotels unter diesem Namen firmieren.

Seit Anfangt 2006 eröffnete Accor bereits mehr als 50.000 neue Hotelzimmer, davon 28.000 im Berichtsjahr. Weitere 93.000 neue Zimmer sind in Vorbereitung. Insgesamt sind 200.000 neue Zimmer zwischen 2006 und 2010 geplant. Im Berichtsjahr entfielen 92 Prozent der neuen Zimmer auf Economy- und Mittelklassehäuser, 38 Prozent auf Schwellenländer und 93 Prozent auf nicht kapitalintensive Lösungen (Verträge mit variabler Pacht, Management- und Franchise-Abkommen). 2006 und 2007 investierte Accor 745 Millionen Euro im Rahmen eines 2,5 Milliarden Euro-Programms, das von 2006 bis 2010 läuft. Ferner wurde der Konsolidierungskreis im Berichtsjahr um 407 Millionen Euro erweitert. Dazu gehörte auch die Übernahme der Dorint-Häuser in Deutschland.

Im Berichtsjahr setzte Accor die Strategie zur Anpassung der Eigentumsstrukturen an die Risiko- und Rentabilitätsprofile der einzelnen Segmente und geografischen Zonen fort.

Im Berichtsjahr wandelte Accor 117 Häuser in variable Pachtverträge (1.081 Millionen Euro) und 8 Häuser in Management-Verträge (229 Millionen Euro) um. 73 Häuser wurden auf Franchise-Verträgen umgestellt oder veräußert (302 Millionen Euro). Insgesamt wurden im Berichtsjahr 198 Häuser neu strukturiert. Diese Änderung der Betriebsstrukturen schlug sich mit 1.612 Millionen Euro nieder, wovon 311 Millionen Euro auf das 2. Halbjahr entfielen.

Im Dezember 2007 teilte Accor seine Absicht mit, einem Immobilienkonsortium aus zwei Investment-Fonds, die von AXA Real Estate Investment Managers und der Caisse des Dépôts verwaltet werden, 47 Hotelimmobilien in Frankreich und zehn in der Schweiz (insgesamt 8 200 Hotelzimmer) zum Preis von 518 Millionen Euro und einer Rendite von 5,70 Prozent abzutreten. Die Häuser werden weiterhin von Accor im Rahmen eines variablen 12-Jahres-Pachtvertrags ohne Mindestgarantie, der sechsmal verlängert werden kann, verwaltet. Die Operation ermöglicht dem Konzern, die bereinigte Nettoverschuldung im laufenden Geschäftsjahr um 373 Millionen Euro zu reduzieren. Die liquiden Mittel wurden so um 312 Millionen Euro erhöht.

Im Rahmen des bis Ende 2008 umzusetzenden Programms plant Accor, die Betriebsstruktur von 233 weiteren Häusern zu ändern und so rund 600 Millionen Euro zu verbuchen. Im Zeitraum 2009-2010 sollen 614 weitere Hotels neu strukturiert werden. Auf der Liste stehen auch 14 Sofitel und Pullman in Europa (652 Millionen Euro), die zuerst neu positioniert werden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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