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Laut ÖHV-Mitgliederbefragung müssen fast 90 Prozent der Betriebe mit schlechteren Ergebnissen rechnen.

Alarmismus oder Realismus?

22.10.2015

Investitionswarnung: Der ÖHV drückt den Alarmknopf – und erntet nicht nur Zustimmung.

Eine Auswertung des ÖHV-Branchenradars zeigt: Die Investitionen sinken weiter. Der Grund dafür: das schwierige Geschäftsumfeld und steigende Belastungen.
Kommt jetzt nicht ein Turnaround, gehen noch mehr Arbeitsplätze verloren. Deshalb drückte der ÖHV den Alarmknopf: „Wir haben uns diesen Schritt lange überlegt, aber wir sind im ÖHV-Präsidium zu dem Schluss gekommen, eine Investitionswarnung auszusprechen“, erklären Michaela Reitterer und Gregor Hoch, die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). „Wir sehen stark steigende Kosten, vor allem durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer, aber kaum steigende Einnahmen. Außerdem verteuert die Verlängerung der Abschreibungsdauer Investitionen, die unter diesen Umständen gut überlegt sein müssen.“ Angesichts der neuen Belastungen müssen die Einnahmen in Hotels laut Experten um ca. 6 % steigen, damit die Ergebnisse gehalten werden können.
„Davon sind wir weit entfernt. Laut erster Auswertung der Mitgliederbefragung ÖHV-Inside müssen fast 90 % der Betriebe mit schlechteren Ergebnissen rechnen“, erklärt Hoch.

Alarmismus?
Diese Maßnahme trifft bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank – der ÖHV ansonsten sehr gewogen – auf Kritik: „Für uns eine völlig unverständliche Maßnahme, zumal die österreichische Tourismuswirtschaft in den letzten Jahren gerade durch ihre intensive Investitionstätigkeit enorme Chancen für den künftigen Wettbewerb geschaffen hat“, sagt Wolfgang Kleemann, Geschäftsführer ÖHT, und betont: „Nie zuvor konnten Investitionen so günstig finanziert und so intensiv gefördert werden wie gerade jetzt.“               

tav                 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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