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Alter neuer Jakobsweg

30.05.2005

Am 27. Mai wurde der Salzburger Teil des Jakobsweges offiziell von Vertretern aus Politik, Tourismus und Kirche im Stiftshof St. Peter in Salzburg eröffnet.

Der bekannte über 800 Kilometer lange österreichische Jakobsweg folgt den historischen Spuren der Pilger und führt im Wesentlichen entlang der Donau und am nördlichen Rand der Alpen in gebirgige Regionen. Hier führt der Jakobsweg auch durch das bayerisch salzburgische Grenzgebiet. Vom Salzburger Seenland geht es vorbei an den schönsten historischen Plätzen in die Landeshauptstadt. Entlang der Saalach führt der Weg über Bad Reichenhall zurück auf Salzburger Boden, wo der Pilgerweg über Unken und Lofer nach Tirol führt. Der Weg von Unken nach Lofer ist eine der schönsten Teilstrecken auf dem österreichischen Jakobsweg. Eine attraktive und abwechslungsreiche Landschaft entlang der Saalach, Wiesen, Auen, Wälder und der Blick auf die Loferer Steinberge bieten den Pilgern ein einmaliges Erlebnis.

"Wallfahren ist nicht einfach der Tourismus des Mittelalters. Wallfahren wird heute bei jung und alt wieder sehr beliebt – das ist auch eine Reaktion auf eine Zeit, die viele überfordert, in der man sich nach Entschleunigung seht, in der man wieder versucht, Werte, Sinn und das eigene ich zu finden. Das Tourismusland Salzburg wird nun an diesen wichtigen Pilgerweg angebunden und die Salzburger bekommen hier vor ihrer Haustüre die Gelegenheit, sich auf das Geheimnis des Pilgerns einzulassen", freut sich Tourismusreferent LH-Stv. Wilfried Haslauer über das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Tourismus und Kirche in Salzburg und Bayern.

Das Tourismusressort des Landes unterstützt das Projekt Jakobsweg auf Salzburger Seite mit einer Förderung über 10.000 Euro, weitere 20.000 Euro kommen aus Interreg-Fördermitteln der EU, 10.000 Euro steuern die Gemeinden und Pfarren, die örtlichen Tourismusverbände und die SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft bei.

Pilgern als neuer Urlaubstrend
Pilgern erlebt heutzutage eine Renaissance. Nicht immer stehen religiöse Motive im Vordergrund einer Pilgerreise. „Kraft schöpfen und innere Ruhe“ finden ist das Motto vieler Wallfahrer von heute. Beim Pilgern liegt der Reiz im Unterwegssein, dem spirituellen Wandern. Pilgern bietet den Menschen die Gelegenheit, sich selbst zu finden und sich auf das Wesentliche zu besinnen.

„Zehn bis 15 Prozent der Österreicher können dem Pilgern etwas abgewinnen, das ist Wellness für Körper und Seele. Pilgerreisen stellen im Tourismus ein zu beachtendes Segment dar, nicht zuletzt deshalb, da der durchschnittliche Pilgergast 40,- Euro pro Tag ausgibt“, so Leo Bauernberger, Geschäftführer der SLTG.

Einheitliche Beschilderung und Förderungen
Gemeinsam mit der Erzdiözese Salzburg, Gemeinden und Tourismusverbänden wurde der Salzburger Jakobsweg einheitlich beschildert. Als Symbol dient das Erkennungszeichen der Jakobswegpilger, die Jakobsmuschel, die auf gelb- blauen Hinweistafeln abgebildet ist.

Für Generalvikar Dr. Johann Reißmeier, Vertreter des Erzbischof ist es erfreulich, dass in den letzten Jahren mehrere Pilgerwegs- und Besinnungs-Projekte entstanden sind und die Erzdiözese dazu beitragen konnte, dass Menschen in ihrer Sinnsuche bestärkt werden. Man soll den Trend als „Rückenwind für ein nachhaltiges sinnstiftendes Angebot“ nützen. „Ausgebildete Begleiter auf dem Jakobsweg bieten das Angebot in Gruppen zu pilgern und so das Erleben in der Gemeinschaft zu stärken“.

Das Projekt Salzburger Jakobsweg wird gemeinsam mit Bayern durchgeführt und im Rahmen des Interreg-Programms von der Europäischen Union und dem Land Salzburg gefördert. Die einheitliche Beschilderung ist der erste Meilenstein dieser intensiven grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Als nächsten Schritt ist die Kennzeichnung von Jakobsweg Pilgerherbergen, die spezielle Kriterien erfüllen, geplant.

Geschichte und Entwicklung des Pilgerns
Schon im frühen Mittelalter machten sich Gläubige auf den Weg zu ihren Heiligen, und so wurden deren Gräber große Wallfahrtsorte. Im 9. Jahrhundert wurde das Grab des Heileigen Jakobus, ein Jünger Jesu, in Santiago de Compostela wiederentdeckt und seither erfährt er als Nationalheiliger und Schutzherr der Pilger große Verehrung.

Millionen von Pilgern zogen von ganz Europa nach Santiago de Compostela wodurch ein Netz aus „Jakobswegen“ entstand. Ein Indiz dafür sind die unzähligen Kirchen und Kapellen, die dem heiligen Jakobus geweiht sind.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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