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Am Tag des Kaffees gewinnen Gast und Cafetier

24.06.2011

Sperrstundenregelung, Tabakgesetz und Qualitäts­offensive sind die Themen, die Fachgruppen­obmann Berndt Querfeld derzeit beschäftigen

Berndt Querfeld, FG Obmann der  Kaffeehäuser Wien,

Seit der offiziellen Schani­garteneröffnung wird über die Sperrstundenregelung heftig diskutiert: „Leider scheint eine Regelung, welche keine gesetzliche Sperrstunde vorsieht, derzeit nicht möglich", meint FG Obmann Berndt Querfeld. Die Fachgruppe Kaffeehäuser fordert eine Vorverlegung der Öffnungszeiten auf vier Uhr. Gleichzeitig soll es durch Einzelgenehmigungen durchaus möglich sein, eine Ausweitung der Öffnungszeit zu erwirken. Ein durchgängiges Offenhalten ist von seiten der Behörde nicht vorgesehen; durch die sogenannte Abkühlphase sollen Gäste gezwungen sein, die Lokalität zumindest für eine Stunde zu verlassen.

Tabakgesetz

Das Tabakgesetz bleibt weiterhin in den Schlagzeilen. „Kompromisse implizieren, dass eine Lösung angestrebt wurde, welche versucht, die Interessen vieler unter einen Hut zu bekommen. Das österreichische Gesetz erlaubt das Rauchen in dafür vorgesehenen Räumen. Nach der großen Aufregung in den ersten Monaten ist es fast ein Jahr nach Auslaufen der letzten Übergangsfrist vergleichsweise ruhig um dieses Thema geworden. Die meisten Kollegen haben mit dem Tabakgesetz leben gelernt, mancher Rebell, der das Tabakgesetz nicht umsetzten wollte, wurde durch Verwaltungsstrafen eines Besseren belehrt.

„Ich möchte an die Branche appellieren, auf die Einhaltung des Gesetzes besonders zu achten. Das ist auch eine Frage der Fairness gegenüber jenen Kollegen, die viel Geld in die Hand genommen haben, um eigene Raucherräume zu schaffen oder die durch Ausspruch eines generellen Rauchverbots einen Gästeschwund in Kauf nehmen mussten. Wir sollten den diversen Nichtrauchervereinen keine Angriffsfläche bieten. Sich darauf zu verlassen, von der Behörde nicht kontrolliert zu werden, ist keine Zukunftsstrategie", betont Querfeld.

Letztlich bleibt das Thema ambivalent. Manche haben durch das Tabakgesetz keinerlei Umsatzeinbußen, andere berichten wiederum von Einbrüchen von 20 bis 30 Prozent. „Eines ist klar", sagt Querfeld, „die Branche braucht die Sicherheit, dass der beschrittene österreichische Weg längere Zeit bestehen bleibt."

Tag des Kaffees

Die Branche zeigt österreichweit Flagge mit einer gemeinsamen Aktion: Brieflosähnliches Format zu jedem Kaffee am 1. Oktober, Sofortgewinn = Sie haben soeben ihren Kaffee gewonnen. Die Nieten wiederum geben dem Gast Informationen rund um das Thema Kaffee. Auch die Kaffeesieder können gewinnen: In jedem Bundesland wird ein an der Aktion teilnehmender Kaffeesieder gewählt und in Kaffee aufgewogen. Unterstützt wird die Aktion mit einer eigenen Pressekonferenz, Plakaten, Papieruntersetzern und Tischaufstellern. Näheres zu den geplanten Aktivitäten ergeht in einer eigenen Aussendung an die Betriebe.

Qualitätsoffensive

Vieles dreht sich um das Thema Kaffeequalität verbunden mit Mitarbeiterschulungen. Das Wissen um guten Kaffee, dessen Zubereitung, Rezepturen sowie die richtige Handhabung und Wartung der Hardware – sprich Maschine und Mühle – bilden in den nächsten Monaten einen Angebotsschwerpunkt der Fachgruppe. „Perfekter Kaffee muss uns allen ein Anliegen sein, wenn wir mehr Kaffee verkaufen wollen", betont Querfeld. Mitarbeiterschulung, Ausbildung, Lehrlinge – aus vielen Gründen, nicht zuletzt durch geburtenschwache Jahrgänge, wird es in den kommenden Jahren weniger Jugendliche geben, welche eine gastronomische Ausbildung machen werden.

Die Folge wird eine Verknappung des ohnehin angespannten Arbeitskräfteangebots sein. Der Fachverband Gastronomie Österreich, welcher auch die Fachgruppe Kaffeehäuser angehört, arbeitet gerade an einer umfassenden Imagekampagne für die Berufe in der Gastronomie.

„Wir alle sind angehalten, den Arbeitsplatz im Gastgewerbe so zu gestalten, dass dieser für Mitarbeiter attraktiv ist. In den nächsten Jahren werden sich junge Menschen ihren Ausbildungsplatz aussuchen können und wahrscheinlich auch andere Lehrberufe wählen", ist Querfeld überzeugt.

 

Irene Stelzmüller

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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