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Am Wort

23.05.2013

Jetzt also das Olivenöl. Geht es nach dem Willen der Europäischen Union, dann dürfen wir Gastronomen ab dem nächsten Jahr Olivenöl nur mehr in kleinen Einwegflaschen auf den Tisch stellen.

Michael Vesely, reisinger’s am salzgries

Als Grund wird möglicher Betrug durch minderwertiges Öl angegeben. Die geplante Verordnung soll Verbrauchern davor schützen, gepanschtes Öl serviert zu bekommen. Es ist vermutlich nur mehr eine Frage der Zeit, bis andere offen ausgeschenkte Lebensmittel folgen werden. Dem Gast wird von den EU-Beamten offenbar nicht zugetraut, selbst Qualität zu erkennen. Tatsächlich erzeugen derartige Verordnungen unmündige Konsumenten, die in Folge mit immer mehr Verboten vor angeblichen Bedrohungen geschützt werden müssen. Weiters ist zu befürchten, dass die unzähligen kleinen Lieferanten, deren Produkte unser gastronomisches Angebot so spannend und vielfältig machen, den mit diesen Verordnungen immer einhergehenden bürokratischen und finanziellen Aufwand (bspw. für Zulassungen) nicht überstehen.

Zusammen mit der geplanten EU-Saatgutverordnung, die zu einer weiteren Reduktion der verfügbaren Obst- und Gemüsesorten führen kann, steht am Ende dieser Entwicklung der europaweite Einheitsgeschmack, geliefert von einigen wenigen Großbetrieben. Der Trend geht bereits dahin: Die Umsätze der Fastfood-Industrie boomen, ebenso wie die der Convenience-Produzenten. Aus anderen Branchen wissen wir: Sobald ein Produkt zu „commodity" wird, bleibt lediglich der Preis(-Kampf) als Unterscheidungsmerkmal. Ob das dann noch Gastronomie ist?

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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