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Michaela Reitterer

Am Wort: Ausländerbeschäftigung & Arbeitszeitflexibilisierung

03.05.2017

Gastkommentar von Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung.

Start-up-Förderung? Ja, natürlich! Gründerland Nr. 1 werden? Dagegen kann niemand sein. Aber nicht auf Kosten etablierter Arbeitgeber! Denn die zahlen jetzt schon zu hohe Steuern und Abgaben, finanzieren zusätzlich zum Sozialsystem auch Start-ups und EPUs. Doch genau das ist geschehen: Die einen wurden belastet, die anderen entlastet. Mit der Novelle des Ausländerbeschäftigungsgesetzes wurde die Rot-Weiß-Rot-Karte für Techniker verlängert und auf Start-ups ausgeweitet, die Arbeitserlaubnis für Saisonniers aber verkürzt. 

Warum? Weil harte Arbeit nicht en vogue ist? Es sieht so aus. Dabei erhöht die Branche laufend die Löhne, investiert in Unterkünfte und Ausbildung, bietet Fachkräften noch deutlich mehr als andere Branchen sichere Arbeitsplätze in der Region und internationale Karrieren. 

Das können die Betriebe auf lange Sicht aber nur garantieren, wenn wir auch auf überbetrieblicher Ebene Unterstützung erhalten. Der Beitrag der Politik ist bescheiden, dabei mangelt es an konstruktiven Vorschlägen nicht: Das ÖHV-Modell zur Saisonverlängerung oder die Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Karte auf den Tourismus sind Win-win-Konzepte, die mit etwas gutem Willen rasch in die Tat umgesetzt werden können. Ausschlaggebend wird die Umsetzung der Arbeitszeitflexibilisierung sein. Wird die Bundesregierung ein Konzept umsetzen, das die Arbeitgeber im Tourismus berücksichtigt? Wird das Konzept der Sozialpartner den Anliegen unserer KMU gerecht? Gewährleisten könnte das wohl nur ein Reality-Check: Befragen wir die Unternehmen im Praxistest, ob sich das Modell in die Praxis umsetzen lässt. Damit so etwas wie mit der Registrierkasse oder der USt-Pauschalierung nicht noch einmal passiert.

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