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Am Wort immer wieder das Wasser

13.12.2013

Ihr Thema zur Woche „Cicero will Leitungswasser" (ÖGZ 48) ist täglich aktuell und täglich aufreibend. Ich bin Betreiber einer Skihütte mit ca. 200 Sitzplätzen.

 Zu Beginn meines Berufslebens, als Absolvent einer Hotelfachschule, war es ganz einfach: Wasser als Ergänzungsgetränk zu Kaffee und Wein stets kostenlos. Wurde zum Wohl der Gäste selbstverständlich praktiziert. Nun hat sich aber das Konsumverhalten verändert. Unter dem Motto Gesundheitsbewusstsein wird erwartet, dass bei Kaffee und bei Wein beliebig viel Wasser beigestellt wird. Und das immer wieder, auch wenn kein Kaffee oder Wein mehr am Tisch steht. Ebenso bei Fruchtsäften und neuerdings auch bei Bier! Weniger die Herren, meist die Damen.

Was tun, wenn eine Gruppe Nordeuropäer (30 Personen!) auf die Frage „Was kostet Leitungswasser?" und unsere Antwort „ist kostenlos" durchs Lokal ruft „Leitungswasser ist kostenlos!" – und anschließend kein anderes Getränk mehr bestellt? Solche Fälle nehmen zu.

Gastlichkeit und Gastwirtschaft sollen bestehen bleiben. Das Servieren von Speisen und Getränken ist unser Geschäft. Es wird immer eine Gratwanderung bleiben, für das Lebensmittel Wasser Geld zu verlangen. Mein Vorschlag: Wasser kostenlos auspreisen, die Serviceleistung verrechnen (wie bei einem Flug: Flugpreis und Flughafengebühr). Meine derzeitige Lösung: Wasser als Ergänzungsgetränk ist zu allen Getränken kostenlos, als Sologetränk wird es nicht angeboten/serviert, es wird umgelenkt auf stilles Mineralwasser.

 

Michael C. Haym, Rauchkopfhütte,
Zauchensee, www.rauchkopfhuette.at

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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