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Arbeiter oder Unternehmer?

21.04.2011

Der deutsche Berater Robert Tom Coester referierte am Hoteltag auf der „Hotel&Gast" über sinnvolles Delegieren und das Pareto-Prinzip

Robert Tom Coester „Diene ich dem Betrieb, oder dient der Betrieb mir?“

Das Pareto-Prinzip wurde ursprünglich vom italienischen Nationalökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto erkannt. Es besagt, dass alle Systeme dem 20:80 Prinzip unterliegen, d. h.: 20 Prozent der Wissenschaftler, Musiker, Forscher, Erfinder, Aktionäre usw. besitzen, erfinden oder entdecken 80 Prozent der Dinge. 80 Prozent der Wissenschaftler, Musiker, Forscher, Erfinder, Aktionäre usw. besitzen, erfinden oder entdecken 20 Prozent der Dinge.

Dieses Pareto-Prinzip gilt aber auch in anderen Bereichen: Mit 20 Prozent der Zeit erreichen Unternehmer oft 80 Prozent ihrer Wünsche oder gesteckten Ziele. Mit 80 Prozent der Zeit erreichen Unternehmer jedoch nur 20 Prozent ihrer Wünsche oder gesteckten Ziele. Robert Coester: „Hinterfragen Sie Ihren täglichen Zeiteinsatz? Reflektieren Sie, welche Aufgaben wirklich zielführend sind und welche Sie problemlos delegieren könnten?" Und es geht weiter: Mit 80 Prozent der Gäste/Kunden erreichen Unternehmer meist 20 Prozent ihrer wichtigsten Umsätze. Coester: „Analysieren Sie täglich Ihre Kundenstruktur und finden die 20 Prozent heraus, mit denen Sie 80 Prozent Ihrer Umsätze generieren?"

 

IM oder AM Unternehmen arbeiten?

Es geht aber weiter: 20 Prozent der Mitarbeiter sind führende Persönlichkeiten, delegierte Aufgaben werden sehr gut ausgeführt. 80 Prozent der Mitarbeiter sind ausführende Persönlichkeiten, diese Mitarbeiter benötigen genaue Vorgaben und Kontrollen. 20 Prozent der Hoteliers und Gastronomen gehören zu den Gewinnern in ihrer Region. 80 Prozent der Hoteliers und Gastronomen schwimmen in der Masse mit. Es stellt sich also die Frage, was machen DIESE 20 Prozent anders? „Das Pareto-Prinzip hilft jedem Unternehmer in allen Bereichen des Lebens objektiv, Vergleiche zu ziehen und den Fokus wieder auf das Wesentliche zu lenken. Weitere wesentliche Unterschiede erkennt man beim Zeit- und Zieleinsatz des Unternehmers. Die große, weniger erfolgreiche Gruppe von 80 Prozent der Unternehmer arbeitet oft zu viel IM Unternehmen. Die kleinere, oft erfolgreichere Gruppe von 20 Prozent der Unternehmer arbeitet nicht IM, sondern AM Unternehmen", so Coester. Anders ausgedrückt: Diene ich dem Betrieb oder dient der Betrieb mir?

„Wenn ich nicht alles selbst mache, funktioniert nichts!"

Dabei würde auch der Weg vom Arbeiter zum Unternehmer oder Investor diesem Pareto-Prinzip unterliegen: 20 Prozent der Leute lieben ihre Arbeit, 80 Prozent haben einen Job. Aber auch wer seine Arbeit liebt, beginnt in der Regel als Unternehmer am Anfang als „Facharbeiter", der sich quasi um alles selbst kümmern muss. 20 Prozent dieser Leute entwickeln sich zum „führenden Facharbeiter" weiter. Dieser benötigt schon andere Fähigkeiten wie Organisation, Führung oder Planung. 20 Prozent der führenden Facharbeiter entwickeln sich weiter zum Manager, die in der Lage sein müssen, zu delegieren und kontrollieren.

In der Praxis rutscht aber die große Gruppe der Selbstständigen (80 Prozent) immer wieder in die vielen Facharbeitertätigkeiten zurück. Mangelnde Strukturen, mangelnde Ausbildung und Controlling der Mitarbeiter lassen den Eindruck beim Selbstständigen entstehen: „Wenn ich hier nicht alles alleine mache, dann funktioniert hier gar nichts!". „Wenn ich den Tisch decke, Kartoffeln schäle oder den Einkauf erledige, kann ich als Unternehmer keine neuen Kunden gewinnen, kein Geld verdienen. Das kann ich nur, wenn ich in der Zeit etwa neue Marketingpläne erarbeite oder bessere Einkaufskonditionen aushandle", erklärte Coester. Um noch erfolgreicher zu werden, müssen Positionierung, Unternehmensstrategie, Mitarbeiter-Ausbildung und -Controlling sowie Finanzen perfekt organisiert sein. Sind diese Grundlagen geschaffen, kann sich ein Manager zum Unternehmer oder gar zum Investor entwickeln.

 

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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