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Arbeitsbedingungen der Tourismusbranche im Fokus

19.09.2012

Wien. Für den morgigen Tourismusausschuss setzten die Grünen eine Aussprache zu den Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche durch. Birgit Schatz, Arbeitnehmersprecherin der Grünen, möchte, dass das wirtschaftliche Aushängeschild Österreichs ein akzeptabler Arbeitsmarkt wird.

"Mein Ziel ist es das Problembewusstsein für die Situation der im Tourismus Beschäftigten zu erhöhen, um die dringend notwendige Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Einkommen dort zu erreichen", meint Birgit Schatz, Arbeitnehmersprecherin der Grünen. Aufgrund einer Initiative der Grünen werden im morgigen Tourismusausschuss "Die Besonderheiten des touristischen Arbeitsmarktes" diskutiert werden. Neben dem von den Grünen geladenen Experten der Arbeiterkammer, Mag. Kai Biehl, werden die von der Regierung vorgeschlagenen Experten Johannes Kopf (AMS) und Dominik Walch (IHS) die Lage aus ihrer Sicht erörtern.

Politik ignoriert Probleme
Obwohl Arbeitnehmer-Vertretungen und Experten seit Jahren Alarm schlagen, werden die Schwierigkeiten der im Tourismus Beschäftigten von der Politik weitgehend ignoriert. "Das Problembewusstsein der anderen Parteien lässt zu wünschen übrig. Von den Versprechungen im Regierungsprogramm a la "Attraktivierung der Ausbildungs- und Arbeitsplatzqualität im Tourismus" ist man meilenweit entfernt. Minister Mitterlehner spricht gerne von Qualitätstourismus, um international punkten zu können. Geht es allerdings um die Qualität der Arbeitsplätzen drücken er und die gesamte ÖVP gerne ein Auge zu", sagt Schatz.

Viele wollen Branche verlassen
Die Arbeiterkammer, mit Experten wie Mag. Kai Biehl, fragt bei den Tourismus-Beschäftigten regelmäßig nach und kommt dabei zu alarmierenden Ergebnissen: zwei Drittel der Beschäftigten wollen die Branche lieber heute als morgen verlassen. Schatz dazu: " Das ist kein Wunder, gibt doch etwa die Hälfte der Beschäftigten an, mit ihrem Einkommen nicht auszukommen. Dass bei solchen Rahmenbedingungen auch die Zahl der Lehrlinge trotz großen Lehrstellenangebotes zurück geht verwundert nicht."

Verbesserung des Arbeitsmarktes
"Die Arbeitsbedingungen werden Jahr für Jahr mieser. Der Tourismus ist ein wichtiger Jobmotor, doch kaum jemand will dort beschäftigt sein. Das ist ein Problem für den österreichischen Arbeitsmarkt und besonders auch für die Tourismusunternehmen", erklärt Schatz und meint weiter: "Das wirtschaftliche Aushängeschild Österreichs muss ein akzeptabler Arbeitsmarkt werden. Dafür tragen auch wir als Politiker Verantwortung und dafür möchte ich im Tourismusausschuss Verbündete gewinnen."

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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