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Gastgeber im Severin's: Christoph Dittmers.

Arlberg: Bremer Luxus im „Blumenhaus“

12.01.2017

Eine Hälfte des nach ihm benannten „Blumenhaus“ wollte Andrew Flowers als Hotel führen. Nach der Insolvenz eröffnet das „Severin’s“ als neuntes Fünf-Stern-Haus der Skiregion Lech/Zürs.

Die Vorgeschichte von Lechs neuem Luxushotel war turbulent und ließ es nicht an Schadenfreude fehlen. Denn das „Blumenhaus“ wurde im gegenüber privaten Chalets skeptischen Arlbergort immer mehr als Wohnhaus mit angeschlossenem Hotelbetrieb gesehen. Anders als mit der öffentlichen Zugänglichkeit sei die Widmung für den Devisenausländer Andrew Flowers nicht möglich gewesen, will die Gerüchteküche wissen. An großzügigen Planungsideen mangelte es dem Investor jedenfalls nicht, allenfalls am Geld nach dem Zusammenbruch seiner britischen Versicherungsgruppe.

18 Meter tief hatte Flowers (Gründer der „Enterprise Holdings Ltd“) die Fundamente am Standort des ehemaligen „Berghaus Marmotta“ in den Fels gesprengt. Nach der Insolvenz von Andrew Flowers fand sich mit der Bremer Wenz-Gruppe überraschend schnell ein neuer Investor, der im November 2016 für die Fertigstellung der Luxus-Baustelle sorgte. In die Severin‘s-Linie der Eigentümer der Atlantic-Gruppe mit dem gleichnamigen Flaggschiff in Hamburg „passte es als drittes Haus bestens“. Diese Einschätzung gibt Christoph Dittmers, der als Gastgeber –„Hoteldirektor sagen wir bei uns nicht“- das aus neun Suiten und der zweistöckigen Residence (ursprünglich der Wohnteil Flowers') bestehende Haus knapp vor Weihnachten eröffnete.

890 Euro pro Nacht

„Sechs Wochen von der Übernahme bis zur Eröffnung“ blieben ihm dafür Zeit. Den Standort abseits der Pisten im Ortsteil Stubenbach, in dem Familienvillen dominieren, sieht er dabei nicht als Nachteil: „Unsere Gäste schätzen Ruhe und werden ohnehin mit dem Shuttle geholt“. 25 Mitarbeiter für die in Vollbelegung 26 Erwachsenen im Haus sollen für Komfort in den ab 890 Euro/Nacht angebotenen Zimmern sorgen.

Umgeplant wurde gegenüber der noch als „Blumenhaus“ beworbenen ursprünglichen Konzeption wenig. Lediglich der zweite Fitnessraum des britischen Voreigentümers  wurde zum Weinkeller für 2.500 Flaschen umfunktioniert. Das ursprüngliche Privatkino blieb als mögliches Goodie für den Seminarbetrieb erhalten, denn im Gegensatz zu vielen Kollegen will man im „Severin’s“ den Sommer durchgehend geöffnet haben. Dazu beitragen soll auch die Küche von Stephan Kriegelstein. Der Bayer erkochte in Zermatt im „The Omnia“ einen Michelin-Stern und verspricht „neue europäische Küche“ mit Einflüssen seiner Asien-Reisen auch in Lech – „aber mit Produkten, die der Gast kennt und versteht“.

Mit null Buchungen übernommen

Weitere Eröffnungen der deutschen Hotelgruppe in Österreich schliesst Dittmer im Gespräch mit der ÖGZ nicht aus: „Wenn wieder ein Haus zu uns passt....“. Dann ließen sich auch die Synergien mit den Stammgästen aus Sylt, wo die beiden anderen Häuser stünden, besser nutzen. „Der Gast findet dann genau die Handtücher, die er schon vom Sommerurlaub kennt“. Doch zuvor gilt es, das Severin‘s Lech zu füllen, „übernommen haben wir es mit null Buchungen“, so Dittmers. Der Jahreswechsel jedenfalls sorgte schon für volles Haus – auch in der Residence, die je nach Saison für 10 bis 20.000 Euro pro Nacht vermietet wird.

www.severins-lech.at

Autor/in:
Roland Graf
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