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Auf allen Messen tanzen

29.04.2005

Das Tourismusland Österreich zeichnet sich durch eine Vielzahl von Gastronomie- und Hotelleriemessen aus.
Zu viele, wie mancher Aussteller meint. Der Besucherandrang zu den Branchenevents ist allerdings ungebrochen.

Mit 13. April war das erste Messehalbjahr 2005 zu Ende. Die „Alles für den Gast Wien“ schloss ihre Pforten, und die vorliegenden Zahlen belegen nachhaltig, dass Fachmessen für Gastronomie und Hotellerie voll im Trend liegen: 15.695 Besucher bedeuten eine um 14% gesteigerte Besucherfrequenz.
Sie erlebten eine Fachmesse mit einer gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel vergrößerten Ausstellungsfläche. Knapp einen Monat zuvor ging in Salzburg die „Alles für den Gast Frühjahr“ über die Bühne. Dort hatten sich – „auf dem hohen Niveau der Vorjahre“, so die Bilanz von Veranstalter Reedexpo – 11.716 Besucher eingefunden, um sich über die Angebote von 520 Ausstellern zu informieren.
„All time high“ in Klagenfurt
Noch einmal einen Monat zuvor zogen die Klagenfurter Gast und ihre 500 Aussteller 21.000 Besucher an. „Es war die inhaltlich und qualitativ beste Gastronomie- und Hotelleriefachmesse, die wir je in Klagenfurt durchgeführt haben“, resümierten Messepräsident Walter Dermuth und Geschäftsführer Erich Hallegger.
Eine weitere Messe ist zwar vom Frühjahrskalender verschwunden – freilich, um dafür im Herbst wieder aufzutauchen: Die Tiroler FAFGA (Fachmesse für Gastronomie) findet heuer erstmals vom 18. – 21. September statt.
Die Messe präsentiert sich auf rund 6.500 m2 Ausstellungsfläche mit neuem Konzept, wenngleich das Generalthema natürlich erhalten bleibt: Produkte und Trends für Touris-mus und Gastgewerbe. „Der Buchungsstand ist bereits jetzt zufrieden stellend. Mit der Terminverschiebung auf Herbst können auch neue Aussteller angesprochen werden“, gibt sich Congress- und Messedirektor Georg Lamp optimistisch.
Praktisch zur selben Zeit findet die Gastronomie in eine weitere Messe Eingang. Die Betreiber der Welser Messe verknüpfen heuer erstmals die traditionel-
le Fleischermesse ÖFFA mit einer Gastronomieschau, die hauptsächlich oberösterreichische Wirte ansprechen soll.
Keine Kannibalisierung
„Nachdem Österreich ein Tourismusland ist, spiegelt sich das natürlich auch im Messeangebot wider“, urteilt Johann Jungreithmair, Geschäftsführer von Reed Messen in Österreich, das Messeszenario gelassen. Sorge vor Kannibalisierungseffekten unter den Messen hat er keine. „Wir verfolgen eine klare Strategie: Wir wollen mit der „Alles für den Gast Herbst“ in Salzburg und der „Alles für den Gast in Wien“ die zwei stärksten überregionalen Branchenmessen in Österreich durchführen“, betont Jungreithmair. Mit der Herbst-Gast, ihren 25.000 m2 Ausstellungsfläche und rd. 40.000 Besuchern halte man traditionell die Führungsposition. Und Wien sei angesichts des erfreulichen Wachstums auf dem besten Weg, diese Führungsrolle auch im Osten zu spielen.

Druck, das Messe-Angebot weiter zu entwickeln, gibt es freilich dennoch genug. Das zentrale Stichwort dabei heißt „Synergie“. Synergien liegen der Anbindung von Weinmessen wie VinAustria oder Vinova an die „Alles für den Gast“ zu Grunde. Synergien gab es bei der Wiener Gastro-Messe auch mit der Werbe- und Marketingmesse „Publica“. Und um Synergien geht es auch bei der erstmaligen Veranstaltung der „L-TEC“, die erstmals und parallel zur „Alles für den Gast Frühjahr 2006“ in Salzburg stattfinden wird.
Neues Messebaby
Mit der „L-TEC“ in Salzburg schafft Reed Exhibitions eine interregionale Fachmesse für Lebensmittel-Technik und -Produktion als eine Art nationale Fachmesseplattform für diesen Bereich. Bislang gab es hier lediglich mehrere getrennte heimische Branchenveranstaltungen für Fleischer, Bäcker und andere Bereiche.
„Die Anbindung an die etablierte „Alles für den Gast Frühjahr“ lag aufgrund der Affinität der Messethemen sowie der für beide Veranstaltungen zu erwartenden Synergien nahe. Hinzu kommt ein mit 25 bis 30 Prozent sehr hoher Anteil ausländischer Fachbesucher, den wir auch für die ‚L-TEC‘ nutzen wollen“, erläutert DI Matthias Limbeck, für New Business zuständiger Geschäftsführer von Reed Exhibitions Messe Salzburg die Überlegungen für das neue Messe-Duo.
Teures Rahmenprogramm
Eine weitere über Erfolg und Misserfolg von Messen entscheidende Größe ist das Rahmenprogramm. Die Gast in Klagenfurt etwa punktet Jahr für Jahr mit internationalen Top-Referenten, deren Vorträge nicht zuletzt durch die Unterstützung von Wirtschaftskammer und Land Kärnten möglich gemacht werden. So kamen heuer allein 3.000 Besucher auf die Gast Klagenfurt, um die Fachvorträge von Peter Kinauer, David Bosshart, Minoru Tominaga, Manfred Winterheller und anderen mehr zu hören. Reed Messe Salzburg versucht sich anlässlich der „L-TEC“ an einer Sonderschau „Feinkost & Delikatessen“ mit Warenpräsentation und Feinkost-Mustergeschäft samt integriertem Imbiss sowie mit Bistro, Café und Eisdiele. Die Sonderschau soll vor allem den Bedürfnisse der Bäckerei- und Fleischereibranche Rechnung tragen.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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