Direkt zum Inhalt

Auf dem richtigen Weg

12.12.2005

Die Gastronomie lehnt ein gesetzliches Rauchverbot ab. Nun müssen noch zusätzliche Betriebe überzeugt werden, freiwillig Nichtraucherzonen einzurichten, um ein allgemeines Rauchverbot abzuwenden.

Der Fachverband Gastronomie hat mit dem Bundesministerium für Gesundheit bereits 2004 eine Vereinbarung zum Thema Einrichtung eines Nichtraucherbereiches abgeschlossen.
Demnach soll die Einrichtung eines Nichtraucherbereiches in Gastronomiebetrieben mit mehr als 75 m2 Gästefläche erfolgen und mindestens 40% der für die Verabreichung von Speisen vorgesehenen Sitzplätze betragen.
Im Jahr 2004 sollte dies in 30% aller Gastronomiebetriebe, 2005 in 60% und 2006 in 90% umgesetzt sein.
Laut Marketumfrage vom Juli 2005 wird ein generelles Rauchverbot nicht nur von einer überwiegenden Mehrheit der Raucher abgelehnt, sondern geht auch den meisten Nichtrauchern zu weit. Für ein striktes Rauchverbot in Lokalen und Restaurants kann sich nur ein Drittel der Österreicher erwärmen. Und so sieht momentan der Stand in den einzelnen Bundesländern aus:
Tirol
Wie Josef Hackl, Sprecher der Tiroler Gastronomie in der Wirtschaftskammer Tirol und Spartengeschäftsführer Peter Trost versichern, würden alle Maßnahmen unterstützt, die Nichtrauchern ein entsprechend angenehmes Ambiente bieten, jedoch werde ein gesetzliches Rauchverbot in den Tiroler Gaststuben abgelehnt. Die Mehrzahl der Tiroler Gastronomiebetriebe habe sich bereits vor geraumer Zeit dazu entschlossen, Nichtraucherbereiche einzuführen. Im Rahmen einer Fragebogen-Aktion wurden ca. 4.000 Tiroler Gastronomiebetriebe angeschrieben. Bisher gab es über 1.000 Rückmeldungen. Die Auswertung der bereits eingelangten Fragebögen zeigt, dass bereits ca. 86% über Nichtraucher-Einrichtungen verfügen.
Die Tiroler Gastronomie liegt bei der Umsetzung der freiwilligen Nichtrauchervereinbarung also gut im Plan. „Wir sind optimistisch, dass es bis Ende 2006 gelingen wird, in allen größeren Speisebetrieben Tirols auf freiwilliger Basis Nichtraucherbereiche einzuführen und glauben, eine drohende generelle Regelung für die heimische Gastronomie abwenden zu können“, so Josef Hackl. Man müsse alles unternehmen, um das gesetzliche Rauchverbot zu verhindern.
Niederösterreich
Bei einer Umfrage im Sommer und Herbst 2005 haben 1.016 Betriebe den Fragebogen unterfertigt retourniert. 574 Betriebe haben einen Gastraum über 75 m2, von diesen haben 467 Nichtraucherbereiche eingerichtet (5 NR-Betriebe, 235 Betriebe haben 40% oder mehr Nichtraucherbereiche, 218 Betriebe unter 40% Nichtraucherbereiche, 9 Betriebe haben keine Angaben gamacht), 70 Betriebe haben die Umsetzung noch geplant und 35 Betriebe werden keine Nichtraucherbereiche einrichten. 387 Betriebe haben einen Gastraum unter 75 m2. 45 Betriebe haben bei der Größe des Gastraumes nichts angegeben, davon haben 33 Betriebe Nichtraucherbereiche, 2 Betriebe haben die Umsetzung noch geplant und 8 Betriebe werden keine Nichtraucherbereiche einrichten.
Oberösterreich
Dr. Peter-Paul Frömmel, oö. Spartengeschäftsführer, erklärt, dass das heurige Ziel anhand der Rücksendungen noch nicht erreicht wurde. Nach seiner subjektiven Wahrnehmung jedoch ist man knapp dran. Ende November wird die Kammer eine „Großoffensive“ starten, die das ganze nächste Jahr hindurch laufen wird, um das Ziel auch wirklich zu erreichen.
Steiermark
In der Steiermark wurden 4.000 Betriebe kontaktiert (50% davon haben Gasträume mit mehr als 75 m2), wobei 1.000 positive Rückmeldungen einlangten, das sind somit etwa 50%. Geplant sind noch Aktionen mit den Regionalfunktionären, die auf die restlichen Betriebe einwirken sollen.
Wien
Mag. Wolfgang Freundsberger, Wiener Fachgruppengeschäftsführer Gastronomie, freut sich jetzt bereits über eine 80% Umsetzung: „Zwischen Juni und September wurden die entsprechenden Betriebe inklusive
(freiwillig) Kaffeehäuser besucht und wir streben nächstes Jahr sogar an die 100% an.“
Burgenland
Spartengeschäftsführer Ing. Franz Perner: „Heuer werden die 60 % und vielleicht sogar ein bisschen mehr erreicht. Die Gastronomen nehmen die Sache grundsächlich ganz gut an. Die 90% für das nächste Jahr werden jedoch schwierig.“
Vorarlberg
Laut der letzten Umfrage sind die 60% erreicht, es haben jedoch nicht alle 40% ihrer Gastfläche eingerichtet. Auch hier sieht man die nächsten 30% als sehr schwierig umzusetzen, da diejenigen, die es bis jetzt nicht getan haben, es einfach nicht wollen. Betriebe, die es schon umgesetzt haben, melden jedoch ausschließlich positive Erfahrungen.
Salzburg
Laut Hochrechnung haben im Moment etwa 55% der Betriebe Nichtraucherzonen. Man will noch speziell die Saisonbetriebe ansprechen, die ja erst jetzt aufsperren, um mit Jahresende die 60% zu erreichen. Das nächste Jahr wird schwierig.
Kärnten
In der Wirtschaftkammer Kärnten denkt man schon, dass das Ziel heuer erreicht wird. Bisher gab es keine größeren Schwierigkeiten und man ist auch für das nächste Jahr zuversichtlich.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
Werbung

Weiterführende Themen

In Salzburg und Oberösterreich haben sich wieder viele kleine Röstereien etabliert.
Cafe
25.11.2020

Die Kaffeeszene von Salzburg und Oberösterreich hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. In diesen beiden Bundesländern hat es noch nie so viele Kaffeeröster gegeben, die ihrem Handwerk ...

Gastronomie
23.11.2020

Ab sofort kann der Fixkostenzuschuss 2 über FinanzOnline beantragt werden. Hier alle Details. 

Die Corona-Hilfen für Gastronomie und Hotellerie werden verlängert.
Hotellerie
23.11.2020

Die Bundesregierung wird die Unterstützungsmaßnahmen für den Tourismusbereich verlängern. Es geht um die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen, Getränke und Nächtigungen, ebenso wie auch die ...

Mobile Luftreiniger könnten zum Gamechanger für Innenräume werden.
Gastronomie
19.11.2020

Der Lockdown geht vorbei, Viren werden bleiben: Wie man Innneräume für Personal und Gäste sicher reinigt, ist nicht ausschließlich eine Frage des richtigen Lüftens. Es gibt da ein praktisches ...

Michael Duscher ist seit heuer neuer Geschäftsführer des Niederösterreich Tourismus.
Tourismus
19.11.2020

Niederösterreich Tourismus hat seine Strategie 2025 präsentiert. Die ÖGZ sprach mit Geschäftsführer Michael Duscher über den Wertewandel durch Corona, 
Aufholbedarf beim Freizeittourismus ...

Werbung