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Auf die Größe kommt es doch an

06.11.2006

International geht der Trend zu immer größeren Hotels – auch bei uns steigt die durchschnittliche Bettenzahl.

Size dosen’t matter“, lautet ein alter Spruch. Worauf auch immer er gemünzt war, für die internationale Hotellerie trifft er sicherlich nicht zu. Die Anzahl der Hotels und Resorts mit mehreren tausend Zimmern ist ständig im Steigen.
Die aktuellen Rekordhalter sind das First World Hotel in Genting/Malaysia mit über 6.000 Zimmern sowie das Ambassador City Jomtien (Pattaya/Thailand) und das MGM Grand Hotel (Las Vegas/USA) mit jeweils über 5.000 Zimmern. Und der Boom geht weiter: ­Alleine in Las Vegas (von den aktuell 15 größten Hotels der Welt stehen nur drei nicht in Las Vegas) werden derzeit drei neue Projekte in dieser Liga gebaut: das City Center Hotel & Casino (4.100 Zimmer, Eröffnung 2009), das Palazzo Casino Resort (über 3.000 Zimmer, Eröffnung 2007) und das Cosmopolitan Hotel ­Resort & Casino (2.400 Zimmer, Eröffnung 2008).
Dagegen nehmen sich die österreichischen Verhältnisse eher bescheiden aus. Die derzeit größten heimischen Hotels sind das Hilton Hotel Vienna mit 579 Zimmern und das Intercontinental Vienna mit 453 Zimmern. Doch der Trend zu mehr Betten ist auch in Österreich nicht aufzuhalten – wenn auch in anderen Dimensionen, wie Tourismusberater Dr. Manfred Kohl erläutert:

„Es geht in Richtung Größenoptimierung im mittleren Bereich. Sinn machen Hotels mit mindestens 120 Betten, große Möglichkeiten haben aber vor allem Betriebe mit rund 200 Betten. Mit der Anzahl der Betten steigt ja die Rentabilität, da die Infrastruktur nicht in gleichem Ausmaß mitwächst.“ Grundsätzlich sieht Kohl in Österreich einen Markt für Resorts mit etwa 200 Zimmern. Darüber würde es seiner Meinung nach schwer werden. In den Städten gehe nach Kohls Aussagen der Trend zu größeren Komplexen, neben denen sich kleine Boutique-Hotels etablieren würden.
Und Dr. Martin Schick, Wiener Fachgruppenobmann Hotellerie, meint: „Ich betrachte solch riesige Hotelkomplexe für Wien als sinnlos. Wien hat so ein kompaktes Zentrum. 90 Prozent des Tourismus spielt sich im 1. Bezirk ab. Für eine Mega-Hotelcity am Stadtrand ist daher kein Bedarf vorhanden. Das wäre nicht gut, denn Hotels gehen umso besser, je näher sie zum Zentrum liegen. Die Lage ist so entscheidend, dass ich jedem, der ein Hotel mit 5.000 Zimmern in der Peripherie planen würde, nur abraten könnte.“
Aktuell sind nach Angaben der Kohl-Tourismusberatung derzeit 27 Hotels in Wien in Planung, dazu noch österreichweit 13 Hotels mit Thermalanschluss und 13 weitere Hotels. Zu den Thermenhotel-Projekten zählen etwa Bad Gleichenberg, Bad Mitterndorf, Seewinkel, Stegersbach, Krems, St. Wolfgang oder Kaprun, alle mit einer Kapazität von etwa 80 bis 120 Zimmern. Die wichtigsten anderen Projekte – durchwegs mit 100 bis 200 Zimmern – sind das Schlosshotel Velden, Kongresshotel Villach, Harrys Home in Graz sowie das Cube im Außerfern.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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