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Auf die Qualtität der Mischung kommt es an

24.09.2010

Arabica und Robusta, die verschiedenen Sorten, ihre Anbaugebiete und ihre Mischungen

Goran Huber

Nachdem Kaffee-Experte Goran Huber vor wenigen Wochen einige Kaffeespezialitäten beziehungsweise Kaffeeraritäten vorgestellt hat, wendet er sich diesmal einigen der am häufigsten verwendeten Arabica- und Robusta-Sorten zu.

Einer der besten Arabicas kommt beispielsweise aus Kenia und zeichnet sich durch seine gute, edle Säure aus und ist sehr aromatisch. „Hierzulande wird viel Filterkaffee und Verlängerter getrunken und die sehr guten Eigenschaften des Kenia-Arabica werden gerne für besondere Filtermischungen und auch für die Zubereitung von guten Verlängerten verwendet. Auf Grund seiner starken Säure ist er als Espresso nicht empfehlenswert. Einen kleinen Teil Kenia-Kaffee zu einer hochwertigen Espresso-Mischung dazuzugeben ist allerdings aufgrund seines blumigen Aromas durchaus zu empfehlen“, rät Goran Huber.

In Costa-Rica wird vorwiegend Arabica angebaut. Der Kaffee wird nass aufbereitet, ist sehr aromatisch, verfügt über eine ausgezeichnete Fülle und gute Qualität. Er wird ebenso gerne für gute Filterkaffeemischungen und Verlängerte verwendet, aber auch für geschmackvolle Espressi.Honduras-Kaffee wird auch gerne für Filterkaffee und Verlängerte gemischt, manchmal auch für Espresso. Arabica aus Honduras ist ebenfalls sehr aromatisch.

Bei Robusta hat sich Goran Huber ganz bewusst dafür entschieden zwei verschiedene Kaffeesorten aus ein und dem selben Land, ´nämlich Indien, vorzustellen. Hier gibt es Robusta Parchment, einen gewaschenen Kaffee. Er wird häufig für gute Espresso-Mischungen verwendet. Robusta Cherry hingegen ist ungewaschener Kaffee, der auch häufig für „sehr preisgünstige“ Espresso-Mischungen verwendet wird. Der große Preisunterschied macht sich dann leider auch beim Geschmack bemerkbar.

„Bei trocken aufbereitetem Robusta Kaffee sind die Silberhäutchen auf der Bohne noch vorhanden und oft auch gelblich. In der Tasse schmecken diese Kaffees dann meist sehr muffig“, erklärt Goran Huber den Unterschied. „Ich empfehle diese billigen Mischungen auf keinen Fall für Frühstückskaffee, Filterkaffee oder Verlängerten, also Kaffee, den man durchaus gemütlich und langsam trinkt. Unter Experten kein großes Geheimnis: Guten Kaffee kann man auch kalt genießen. Ist Kaffee von minderer Qualität, kann man das nicht. Und bei Mischungen mit hohem Robusta Cherry-Anteil wird man das erdige, hölzerne und muffige Element immer herausschmecken.“

Huber bedauert, dass auf Kaffeepackungen keine genauen Angaben über die verwendeten Sorten zu finden sind, damit sich Cafetier und Gastronom bewusst für eine bestimmte Packung entscheiden können. Grundlegend empfiehlt Goran Huber den Drei-Phasen-Geschmackstest: „Kaffee warm, lauwarm und kalt verkosten, denn besonders im lauwarmen und kalten Zustand werden negative Geschmacksmerkmale stärker wahrgenommen.“

Kaffee aus 100 Prozent Arabica schmeckt. Kaffee aus reinem Robusta nicht. Mischt man jedoch zu erstklassigem Arabica qualitätsvollen Robusta, natürlich im richtigen Mischungsverhältnis, entsteht daraus ein äußerst hochwertiges Kaffeeprodukt, besonders für die Espressozubereitung. Der Robusta zeichnet für die schöne und dichte Crema verantwortlich.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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