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Auf Herz und Nieren geprüft

11.04.2003

Ihre Mitarbeiter verdienen einbezogen zu werden. Es soll schon noch vorkommen, daß der Geschäftsführer oder Eigentümer mit einem neuen Mitarbeiter in die Küche oder ins Restaurant kommt, um ihn dort mit den Worten: "Das ist Herr Huber, er beginnt nächste Woche bei uns" vorzustellen. Mit anderen Worten "Friß Vogel oder stirb" - sowohl für Herrn Huber als auch für die Mitarbeiter des Betriebes.

Eleganter wäre es, wenn Sie Ihre Assistenten in die Entscheidung, einen "Neuen" einzustellen, einbeziehen würden. Wer weiß es besser als die Küchenbrigade, was der gesuchte Mitarbeiter können sollte, welche Bereiche genau abzudecken sind und was man beachten sollte. Wer weiß es besser als Ihre Servicemannschaft, was sich der Gast erwartet und welche Voraussetzungen an einen neuen Kellner gestellt werden. Setzen Sie sich deshalb mit Ihren Mitarbeitern zusammen, besprechen Sie, diskutieren Sie und hinterfragen Sie.
Rückmeldung mit Ihren Assistenten. Nachdem Sie besser Bescheid wissen, was der gesuchte Mitarbeiter kennen und können sollte, werden Sie einerseits Ihre Suche gezielter gestalten können und andererseits Ihren Mitarbeitern das Gefühl geben, für Sie wichtig zu sein. Jeder der gefragt wird, hat das Gefühl, dass sein Wissen geschätzt wird. Die Suche nach dem "Neuen" werden Sie selbst in die Hand nehmen müssen. Es soll aber schon vorgekommen sein, daß ein Mitarbeiter eine gute Idee hat. Dann nämlich, wenn Ihr Koch oder Ihr Kellner jemanden kennt, der für die offene Stelle in Frage käme. Es ist nur eine zusätzliche Möglichkeit an einen neuen Mitarbeiter zu kommen, die schlußendliche Entscheidung liegt dann sowieso beim Chef und nimmt ihm keiner ab.

Nachdem Sie mit dem neuen Kandidaten das Gespräch eröffnet haben und die Kernfragen abgecheckt haben, wird es sinnvoll sein, ihn mit einem Ihrer Köche oder Kellner sprechen zu lassen. Sie können das Gespräch mit den Worten "Herr Huber hat sich bei uns beworben, Herr Mayer zeigen Sie ihm bitte die Küche/das Restaurant und erzählen Sie ihm ein bisschen über unseren Betrieb" einleiten. Herr Mayer wird sich als geschätzter Mitarbeiter fühlen und Herr Huber mit einem "Kollegen" leichter plaudern. Ihr Assistent wird Ihnen dann zu berichten haben, ob er das Gefühl hat, daß der "Neue" paßt. Sobald dieser dann zu arbeiten beginnt, wird Herr Mayer aus seiner Verantwortung heraus, da er positiv zur Wahl beigetragen hat, den "Neuen" besser begleiten, als wenn man ihm den "Neuen" vor die Nase gesetzt hätte.

Entscheidungshilfe mittels Anforderungsprofil. Stellen Sie sich vor, Sie haben 10 Kandidaten und alle scheinen mehr oder weniger geeignet zu sein. Der eine hat Hotelfachschule, der andere eine abgeschlossene Lehre, der dritte kam über ein paar Jahre Praxis in den engeren Bewerberkreis. Sie werden es nicht leicht haben, die/den "richtige/n" Frau oder Mann zu bestimmen. Helfen Sie sich in diesem Fall mit einem Anforderungsprofil und vergeben Sie für die verschiedenen Anforderungen Punkte. Welche Eigenschaften, Fähigkeiten und Kenntnisse für Sie und Ihre Mitarbeiter wichtig sind, bekommen mehr Punkte und die weniger wichtigen nur ein paar. Analysieren Sie die Bewerber und entscheiden Sie sich schlußendlich, mit Hilfestellung Ihrer Assistenten, unter denen, die die meisten Punkte haben. Und notieren Sie sich die, die etwas weniger Punkte hatten und nicht eingestellt wurden. Bei der nächsten Suche können Sie vielleicht auf sie zurückgreifen.
Wichtig ist, dass Sie Ihre Mitarbeiter aufbauen und ihnen neben den fachlichen Kenntnissen auch Managementfähigkeiten vermitteln. Wer kennt sie nicht, die vielen Gastgewerbemitarbeiter, die aufgrund mangelnder Perspektiven das Gewerbe verlassen haben.

Das Wichtigste in Kürze:
• Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Auswahl eines "Neuen" ein.
• Berücksichtigen Sie die Anforderungen Ihrer Mitarbeiter an den "Neuen".
• Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, mit dem "Neuen" vor der Einstellung zu sprechen.
• Erstellen Sie vor der endgültigen Entscheidung ein genaues Anforderungsprofil.
• Vergeben Sie je nach Anforderungspriorität Punkte.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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