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Überstunden sind laut Gesetz nicht anzuordnen, sondern freiwillig. Einige wenige Betriebe dürften sich nicht daran halten.

Aufregung um 12-Stunden-Tag: Schaden für die Branche?

06.11.2018

Einige wenige Hotelbetriebe umgingen offensichtlich die neuen Gesetzesregelungen zum 12-Stunden Tag. Die ganze Branche steht im schiefen Licht. Wirtschaftskammer und ÖHV versuchen die Emotion aus der Sache zu nehmen und sprichen von wenigen „schwarzen Schafen“, die falsch beraten werden.

Vereinzelt kommt es vor, dass es Hotels und Restaurants mit der „Freiwilligkeit“ bei der im September eingeführten 12-Stunden-Arbeitszeitregel nicht so ernst nehmen. Darum war die Aufregung auch groß, als mittlerweile drei Betriebe ausfindig gemacht wurden, die offensichtlich in den Dienstverträgen versuchen, die Regelungen zur Arbeitszeit auszuhebeln.

Freiwillige Unfreiwilligkeit?

Konkret war es der Tiroler AK-Präsident Erwin Zangerl, der seine ÖVP-Parteikollegen ob des neuen Gesetzes und handelnde Unternehmen ob der Praxis damit per Aussendung scharf kritisierte. Es geht um rechtswidrige Passagen in Arbeitsverträgen "Der Arbeitnehmer erklärt dabei seine ausdrückliche und freiwillige Bereitschaft, bei Vorliegen eines erhöhten Arbeitsbedarfes eine Tagesarbeitszeit von bis zu zwölf Stunden und eine Wochenarbeitszeit von bis zu 60 Stunden leisten zu wollen“, so Zangerl. Das Gesetz erlaubt bei erhöhtem Arbeitsanfall, dass maximal zwölf statt bisher zehn Stunden am Tag gearbeitet wird, 60 Stunden die Woche. Allerdings nur „freiwillig“, also nicht angeordnet vom Arbeitgeber.

Und dafür gibt es auch die Zustimmung von der Unternehmerseite. "Wir decken keinerlei Verstöße oder schwarze Schafe, verwehren uns aber auch, dass aus einer unglücklichen Formulierung eines Vertragsmusters die Seriosität der gesamten Tourismus-Branche plakativ in Frage gestellt wird", erklärten WKÖ-Bundessparten-Obfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher und die Fachverbands-Obleute Hotellerie und Gastronomie, Susanne Kraus-Winkler und Mario Pulker, per Aussendung.

Problem der Branche?

Was bleibt, ist ein Imageschaden für die Branche, der gerade im Recruitingprozess für die Wintersaison die wenigsten gebrauchen können. Ist es tatsächlich so, dass Hoteliers und Restaurantbetreiber ihr Personal systematisch auspressen? Lässt sich das anhand von drei(!) Fällen so auf die Branche umlegen? Die Kammer erklärt per Aussendung, dass es sich zumindest in einem Falle um die "missverständliche Formulierung eines privaten Steuerberatungsunternehmens" handle. Falsch beraten also. 

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