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Aufruf zur Solidarität

19.10.2018

Das 24. Hogast-Symposium lockte mehr als 800 Mitglieder und Partner nach Salzburg. Auf der Agenda standen Themen, die Hotellerie und Gastronomie bewegen: Die Verletzlichkeit unserer hoch vernetzten Gesellschaft, die Bewältigung von Lebenskrisen, die Ankunft der Generation Z in Hotels und Restaurants sowie die Zukunft von Wellness in Zeiten der Digitalisierung.

Neben dem Wissensvorsprung dank hochkarätiger Sprecher wurden die Teilnehmer wieder mit erstklassiger Kulinarik verwöhnt und hatten ausreichend Raum für den Austausch mit Kollegen und Lieferpartnern. Zudem kam es zu einem turnusmäßigen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats der Einkaufsgenossenschaft. Zum Auftakt erinnerte der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende, Walter Veit, an den Urvater der Genossenschaftsidee, Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Was der Einzelne nicht vermag, das vermögen viele!“

Walter Veit geht, Markus Tipotsch kommt

Veit bezeichnete es als große Ehre, dass er neun Jahre im Aufsichtsrat für die Gemeinschaft arbeiten durfte, und rief die Mitglieder auf, sich weiterhin solidarisch zu verhalten: „Wir alle haben die Hogast zu einer der erfolgreichsten Genossenschaften überhaupt gemacht, jedes Mitglied zählt!“ Als neuer Vorsitzender wurde Markus Tipotsch gewählt, Gastgeber im Gletscher & Spa Hotel Neuhintertux: „Die Themen dieses Symposiums zeigen, dass wir die größten Herausforderungen für unsere Branche allein nicht lösen können. Daher werden wir im Aufsichtsrat weiter daran arbeiten, die Hogast-Gemeinschaft zu stärken, um so allen Mitgliedern Vorteile zu verschaffen.“

Mit Regionalität nachhaltig begeistern

Höhepunkt der Veranstaltung war einmal mehr die Gala, die in diesem Jahr vom Partner Werner & Mertz Professional präsentiert wurde. Im Rahmen seiner Eröffnungsrede sprach Firmeninhaber Reinhard Schneider über „Natur-Respekt“ und die Möglichkeiten einer zeitgemäßen, ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft, die von Werner & Mertz bereits aktiv vorgelebt wird. Starkoch Jürgen Vigne kreierte für die rund 850 Teilnehmer ein Feinschmecker-Menü aus regionalen Zutaten. Als Moderator begeisterte erneut Alfons Haider, dessen Schlagfertigkeit in diesem Jahr allerdings Konkurrenz bekam – von der Gstanzl-Königin Renate Maier in Bestform. Die Turnerriege „ShowProject“ sorgte mit einer Choreografie auf einer Kombination aus Barren und Trampolin für Dramatik.

Mit einer Trachten-Modenschau, Volksmusik von „Krainerwind“ und einer Jahrmarkt-Schießbude war für regional verwurzelte Unterhaltung gesorgt. Wie das gesamte Symposium war die Gala nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens organisiert – die Gäste konnten mit gutem Gewissen feiern.

Vorbereiten auf den Ernstfall 

Ob Stromsystem, Daten oder Genetik – Marc Elsberg recherchiert die Themen seiner Bestseller gründlich wie ein Wissenschaftler. Sein Anliegen beim diesjährigen Symposium war es, auf die Komplexität und Verletzlichkeit unserer Zeit aufmerksam zu machen. Im Stromsystem etwa brauche es nur kleine Vorfälle, um großflächige Ausfälle zu erzeugen. Mit eindringlichen Schilderungen der Folgen auf Nahrungsmittelversorgung, Transport oder Kommunikation machte er deutlich, dass es ernster Anstrengungen der Gemeinschaft bedarf, um für mögliche Ernstfälle vorbereitet zu sein. Allein könne man außer grundlegenden Vorbereitungen wenig tun, daher sei die Politik gefordert. Entsprechende Regelungen fehlen ihm auch in Hinblick auf den Datenschutz. Die neue Datenschutz-Grundverordnung sei zwar ein Anfang, aber vor allem in Hinblick auf die wenig transparenten Online-Plattformen brauche es im Grunde einen neuen Zugang, der die Macht über die eigenen Daten wieder zurück zu den Nutzern bringe.

Glücksmomente finden

„Was soll mir schon groß wichtig sein, ich sitze ja meist eh nur rum“, erwiderte der Bestseller-Autor und Schauspieler Samuel Koch launig auf die Frage, was er bei seinen vielen Hotelaufenthalten schätze. Mit Wortwitz und erfrischend-tiefgründigen Gedanken zum Leben machte er in seinem Vortrag klar, wieso er als Vorbild gilt, wenn es darum geht, an Krisen zu wachsen und selbst unter widrigsten Umständen wertvolle Glücksmomente zu finden. Nach seinem live übertragenen Unfall bei „Wetten dass…“ habe auch er gehadert, aber er war nicht allein und verfügte dank seiner Erziehung über Disziplin und Ehrgeiz.

Selbst den Glauben verlor er nicht, wie manch anderer in seiner Situation. Ihm habe es geholfen, dass er seinen Wert als Mensch nicht allein an seiner Nützlichkeit festmacht und für kleine Dinge dankbar ist. Die Kunst bringe ihm als Schauspieler die Freude, andere Menschen aus dem Alltag herauszuholen und zum Denken anzuregen. Der Humor sorge für die nötige Selbstdistanzierung: „In der Rehabilitation habe ich zwar kurzfristig mein Lächeln verloren, aber auch wenn Weinen manchmal wichtig ist, habe ich Lachen immer schon lustiger gefunden“, so Koch trocken.

Generationen managen

Mit der Generation Z komme Unruhe in Unternehmen, wie die Universitätsprofessorin Antje-Britta Mörstedt berichtete. Daher schilderte sie, worauf der Großteil der heutigen Jugend warum welchen Wert legt. Wichtigster Faktor neben dem Social Life mit permanter Vernetzung im Internet sei die Erziehung: „Wenn man von Helikopter-Eltern als Prinzessin oder Prinz erzogen wurde, will man auch im Job mitentscheiden.“ Als Unternehmer solle man die jungen Kollegen als Coach führen und darauf achten, dass die Atmosphäre stimmt, dann erhalte man wertvolle Leistungen von der Generation Z. Sinn und Zweck von Aufgaben zu erklären, sei enorm wichtig, ebenso wie eine deutlich intensivere Kommunikation bereits ab der Bewerbung.

Die größere Herausforderung sei es, die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Generationen zu managen, denn die Ansprüche der derzeit noch aktiven Babyboomer seien deutlich andere als die von den Generation X, Y und erst recht Z.

Wellness weiter denken

Die Schweizer Zukunftsforscherin Karin Frick lieferte zum Abschluss einen Ausblick darauf, welche neuen Geschäftsmodelle mit der Digitalisierung in der boomenden Wellness-Branche entstehen. Die Technologie wandere immer näher an oder sogar in den Körper, bereits jetzt liefern Sensoren in herkömmlichen Smartphones Unmengen an Daten und demnächst sei eine mit Messtechnik vollgepackte Trainingshose der Normalzustand. Damit könne man viel individuellere Übungen oder Behandlungen kreieren, als es derzeit der Fall ist.

Noch entscheide die Beziehung zwischen Therapeut und Gast, demnächst aber Daten. „Glück ist bereits jetzt ziemlich genau messbar, Körpertemperatur, Töne, Bewegungen, Puls und Gesichtsausdruck liefern mehr als genug Daten dafür“, so Karin Frick. Ein aussichtsreicher Trend ziele etwa darauf ab, auf diesem Weg den perfekten Flow-Zustand zwischen Herausforderung und Komfortzone zu schaffen. Für Unternehmen gelte es, offen für solche Entwicklungen zu sein. Allein habe man zwar wenig Chancen, in diesem High-Tech-Umfeld zu bestehen, aber in entsprechenden Kooperationen könne man die notwendigen Investitionen durchaus bewerkstelligen.

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