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Aufsperren und Reintesten!

25.02.2021

Kommentar: Der Österreicher braucht sein Wirtshaus, sonst wird er verrückt. 

Die Österreicher sind des Lockdowns müde. Das kann jeder von uns in seinem nächsten Umfeld beobachten. Was auch zu beobachten ist: Die Politik verliert langsam die Kontrolle. Auf die Regierung prasseln seit Beginn der Covid­-Krise nicht nur unterschiedliche Interessen, sondern auch zum Teil gegensätzliche Forderungen ein. Da können klarerweise Fehler passieren, da sollte man mit Kritik durchaus zurückhaltend sein. Aber es dauert verdammt noch einmal schon zu lange. Viel zu lange.

Was mittlerweile auch klar ist nach ziemlich genau einem Jahr mit Covid: 60.000 Gastronomie- und etwa 14.000 Beherbergungsbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Man muss kein Wirtschaftsexperte sein, um draufzukommen, dass sich mit jedem weiteren Schließtag in jenen Branchen, die über längere Zeit entbehrt werden mussten, sich für die Betriebe merkliche Preiserhöhungsspielräume bieten werden. Und die Verteuerungen (die die Gäste zahlen müssen) werden umso höher ausfallen, je mehr Unternehmen die Zeit des Lockdowns nicht überstehen und aufgeben müssen. Schätzungen gehen von 30 Prozent der Betriebe aus, die es treffen könnte. Jeder dritte Betrieb! Weniger Wettbewerb infolge einer Pleitewelle bedeutet höhere Preise für Gäste. Das ist – abgesehen von der katastrophalen wirtschaftlichen Situation für die Betriebe – ein Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion kaum Beachtung findet. Es wird Zeit, dass Gastronomie und Hotellerie wieder aufsperren dürfen. Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Wir haben mittlerweile gelernt, mit dem Virus zu leben. Aber hören wir bitte auf, alles an die Wand zu fahren. Der Österreicher braucht sein Wirtshaus, sonst wird er verrückt. 

Autor/in:
Alexander Grübling
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