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Auftakt nach Maß

29.10.2010

Das Urlaubsland Österreich nutzte den Start in die Ski-Weltcupsaison in Sölden als Kick-off-Event. Alle Vorzeichen versprechen eine gute Saison. ­Diese Dynamik wollen ÖW und Tirol Werbung als Impuls für die gesamte Branche weitergeben.

Österreich ist Europas Winterurlaubsland Nummer 1, Tirol Österreichs dominierende Destination. In Sölden versprühten Dr. Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, und Joe Magreiter, Chef der Tirol Werbung, optimistische Stimmung für die anstehende Wintersaison

Aus sportlicher Sicht war der Start in den Skiweltcup am vergangenen Wochenende in Sölden eine ziemliche Pleite. Rang sieben für Österreichs beste Dame, gar keine Platzierung bei den Herren, da der Riesentorlauf nach dem ersten Durchgang wegen schlechter Sicht abgebrochen werden musste. Unter den Vertretern der Tourismuswirtschaft, die sich in der Nächtigungsmetropole im Ötztal eingefunden hatten, gab es allerdings keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen, im Gegenteil. Die sportlich magere Weltcupveranstaltung wurde touristisch zu einem Auftakt nach Maß für die anstehende Wintersaison.

Österreich Werbung und Tyrol Werbung nutzen dieses Skisportwochende zum wiederholten Mal als Kick-off-Event, um für das Winterurlaubsland Österreich Stimmung zu machen. Sölden ist dafür die prädestinierte Destination schlechthin. Mit fast 1,8 Mio. Nächtigungen im vergangenen Winter ist der Ort im Ötztal die Nummer 1 des heimischen Ferientourismus und wird als Nächtigungschampion im Winter nur noch von Wien (rd. 4,5 Mio. Nächtigungen im Winterhalbjahr 2009/10) übertroffen. Die 17.000 Betten, die Sölden seinen Gästen zu bieten hat, sind praktisch ausverkauft, wenn der Weltcuptross samt Fangemeinde Ende Oktober im Ötztal Einzug hält. Und eben diese Dynamik wollen ÖW und Tirol Werbung als Impuls für die gesamte Branche weitergeben.

Bestens vorgebucht
„Die Vorbuchungsstände in Tirol sind jedenfalls erfreulich und geben Anlass zu Optimismus“, sagt Josef Magreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, der sich dabei auf eine Mitte Oktober durchgeführte Umfrage unter 350 Tiroler Betrieben stützt. Die Hälfte der Befragten glaubt, dass sich der Tourismus weiterhin gut entwickeln wird. An ein starkes Wachstum glauben bereits 19 Prozent. Grund zu diesem Optimismus gibt die Buchungslage: Gut 60 Prozent der Befragten halten bei einem ähnlichen Buchungsstand wie im Vorjahr. 16 Prozent konnten bisher sogar mehr Buchungen generieren. „Mit Abstand am besten ist die Buchungslage in der gehobenen Hotellerie. Hier meldet jeder dritte Betrieb, dass das Geschäft heuer besser angelaufen ist als im Vorjahr“, freut sich Magreiter.

Petra Stolba, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, kann aus einer Befragung unter den Vermarktungspartner in den wichtigsten Herkunftsländern, eine ähnlich positive Stimmung ableiten. In Polen oder Russland beispielsweise sind die Vorausbuchungen sehr gut, für die russischen Gäste bleibt Österreich das Winterziel Nummer 1. In Großbritannien sollte der Abwärts­trend der letzten beiden Jahre gestoppt sein. Zu einer Hürde für die Saisonbilanz könnte der Kalender werden.

So fällt Weihnachten heuer auf ein Wochenende, und das Feedback aus dem deutschen Markt zeigt bereits die negativen Effekte. „Das Fehlen eines Vollbelegstags kann bis zu zwei Prozent in der Gesamtstatistik ausmachen“, weiß Magreiter. Die zweite große Herausforderung ist der späte Zeitpunkt von Ostern“, weiß Stolba. Sollten sich hier größere Probleme abzeichnen, hält die ÖW zusätzliche Marketingmaßnahmen parat. „In diesem Fall würden wir mit einer zusätzlichen vertriebsunterstützenden Online-Kampagne die Werbetrommel rühren“, sagt Stolba. Das Konzept dafür wurde im Marketingbeirat bereits präsentiert.

An sich sollte die Österreich Werbung allerdings mit dem geplanten Budget durchkommen. Die Österreich Werbung wird für die Wintersaison insgesamt rund 13 Mio. € für Tourismusmarketing weltweit einsetzen. In elf Märkten gibt es eigene Winterkampagnen, so z. B. in Deutschland, Großbritannien und Benelux, aber auch Zentraleuropa und Russland. Unter dem Motto „Den Winter neu entdecken“, wird Österreich dabei nicht nur als Schneesportdestination ausgelobt. In Russland etwa wird eine Art Winternachstraum inszeniert, der den russischen Gast mit Kreativität und Inspiration ansprechen soll. In den USA steht auch für den winterlichen Österreichbesuch Kunst und Architektur im Fokus.

Eine zunehmend wichtigere Rolle im Marketingmix der ÖW kommt Social Media und den dazugehörigen Infokanälen zu. Dafür wurde im Vorjahr etwa die iPhone-Applikation „iSki Austria“ ins Leben gerufen, die mit punktgenauen Schnee- und Wetterdaten zu sämtlichen Skigebieten aufwartet und mit bis zu 36.000 Zugriffen pro Tag zu einem beachtlichen Erfolg wurde. „Wir werden auch in Zukunft neue Entwicklungen testen, um zu wissen, wo wir unsere Gäste am besten abholen können“, betont die ÖW-Geschäftsführerin.

Zugpferd am Seil
Neueste Technologie ist auch ein Schlüsselbegriff für Österreichs Seilbahnwirtschaft. „Angefangen von der strategischen Arbeit bis hin zu den Investitionen fungieren wir als Zugpferd für den österreichischen Wintertourismus“, ist Nationalratsabgeordneter Franz Hörl, Obmann des Fachverbands der Seilbahnen Österreichs, überzeugt. Österreichs Seilbahnen zeichnen sich als innovative und zukunftsorientierte Branche aus und leisten mit 53,5 Mio. Skier Days mehr als ein Sechstel des Weltmarktes. Dafür wurden in den vergangenen zehn Jahren ganz fünf Mrd. € investiert.

kof

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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