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Aus dem Ruder gelaufen

07.07.2011

Die Interessenvertretungen des burgenländischen Gastgewerbes haben eine „Aktion scharf“ gestartet. Der Bogen ist überzogen: Angesichts von Millionen Euro, die nach Schätzungen der Wirtschaftskammer Gastronomiebetrieben jährlich durch „massiv ausufernde Konkurrenz“ von Heurigen und Zeltfesten entgehen, hat die Interessenvertretung eine „Aktion scharf“ ins Leben gerufen.

Viele der mehr als 850 Events im Burgenland gehen ohne behördliche Genehmigung über die Bühne

Sie hat Detektivbüros im Burgenland beauftragt, die Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen zu kontrollieren und Missstände zur Anzeige zu bringen. Vor allem Buschenschenken, die ihre Rechte übertreten, und ausufernde Kleinveranstaltungen ohne Gewerbeberechtigung würden der Gastronomie das Leben schwer machen. Nun will sich die Vertretung der Wirte mit dem Einsatz der Detektive, die landesweit in vier Teams unterwegs sein sollen, wehren. Das Sündenregister umfasse etwa die Nichtbeachtung von Öffnungszeiten in den Buschenschenken, den Ausschank von alkoholischen Mischgetränken und die Verabreichung von warmen Speisen. Die Gastronomiebetriebe kämen dadurch gehörig unter Druck. „Kontrolliert wurde bis jetzt kaum“, so Helmut Tury, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Burgenland. Schätzungen von Brancheninsidern zufolge seien bei der Hälfte der Buschenschenken Ausschank- und Verabreichungsüberschreitungen an der Tagesordnung.

Unlauterer Mitbewerb
Ebenfalls ein großes Problem sei die „aus­ufernde“ Zahl von Zeltfesten und Kleinveranstaltungen: „Es gibt im Burgenland rund 350 Dreitages-Großveranstaltungen und mehr als 500 eintägige Kleinveranstaltungen“, berichtete Tourismus-Spartengeschäftsführer Franz Perner. In sehr vielen Fällen gebe es keine behördlichen Auflagen, weil diese Feste überhaupt nicht bei der Veranstaltungsbehörde –in der Regel sei dies die zuständige Gemeinde – gemeldet seien. Für die heimischen Gastronomiebetriebe sei angesichts dieser „Missstände“ schon seit längerer Zeit von Wettbewerbsgleichheit keine Rede mehr. „Es häufen sich die Auflagen und Vorschriften, mit denen Wirtinnen und Wirte konfrontiert werden und gleichzeitig werden beim unlauteren Mitbewerb die Augen verschlossen“, erklärte Tury. Bei Buschenschenken und Zeltfesten laufe im Burgenland die Situation „gewaltig aus dem Ruder“. Die Wirtschaftskammer als Interessenvertretung sei gefordert, ihre Mitglieder zu schützen. Die Detektivbüros, deren Mitarbeiter im Rahmen einer Schwerpunktaktion im Burgenland unterwegs sind, haben den Auftrag, etwa 100 Feste und Buschenschenken zu kontrollieren. Bezahlt wird der Einsatz von den Fachgruppen Gastronomie und Hotellerie.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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