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Ausbildungsweltmeister

24.02.2011

Österreich zählt nicht nur zu den führenden Tourismusnationen der Welt. Bei der Ausbildung stellt Österreich die Benchmarks schlechthin. Die Fakten an sich sind zweifellos beeindruckend.

Die vom Wirtschaftsministerium herausgegebene Broschüre „Ein Job im Tourismus“ bietet einen kompletten Überblick über alle Ausbildungsmöglichkeiten, die in Österreich derzeit zur Verfügung stehen. Für 2012 stellt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner eine Modernisierung in Aussicht. Infos: www.bmfj.gv.at

Österreichs Tourismus- und Freizeitwirtschaft erzielt einen Jahresumsatz von rd. 42,6 Mrd. € – verantwortlich zeichen dafür über 90.00 Unternehmen. Da die Tourismuswirtschaft aufs Vielfältigste mit anderen Wirtschaftszweigen verknüpft ist, errechnet das Tourismussatellitenkonto aus direkten und indirekten Beschäftigungseffekten für die Branche 770.000 Vollzeitarbeitsplätze.
Auch die Gewerkschaft „vida“ findet dieser Tage für die Performance des Arbeitsmarktes Tourismus positive Worte. Die Beschäftigung in der Branche ist im Jahresdurchschnitt 2010 auf 180.963 Personen gestiegen, die Zahl der in der Branche Arbeitslosen um 203 Personen (–0,6 Prozent) gesunken.

Als Jobmotor verfügt der Tourismus mehrere, herausragende Eigenschaften. Als klassischer Dienstleistungsbereich handelt es sich um eine Branche, die in allen Zukunftsprognosen mit Zuwächsen rechnen kann. Weltweit zählt der Tourismus zu den führenden Branchen mit hoher Arbeitsplatzsicherheit, da die Tourismusbetriebe an ihren Standort gebunden sind und somit nicht abwandern können. Und Tourismusbetriebe bieten auch in naturnahen Regionen, abseits industrieller Wirtschaftszentren, zahlreiche Ausbildungs- und Arbeitsplätze.

Gerade in Österreich wird dabei mit höchster Intensität ausgebildet. In zehn Lehrberufen befinden sich derzeit rund 13.500 Lehrlinge in Ausbildung. 26 berufsbildende mittlere und höhere Schulen für Tourismus und Kollegs stehen zur Auswahl, ergänzend dazu sechs Fachhochschulen und sieben Universitäten mit touristischen Lehrinhalten. „Österreich ist als Tourismusland hervorragend positioniert und genießt auch bei der Tourismusausbildung Weltruf. Einerseits gelangen immer wieder heimische Fachkräfte in internationale Spitzenpositionen, andererseits kommen zahlreiche ausländische Nachwuchskräfte in unser Land, um hier eine fundierte Ausbildung zu erhalten“, weiß Wirtschafts- und damit Tourismusminister Reinhold Mitterlehner. Umso wichtiger sei es, die Ausbildung laufend attraktiver zu machen. „Daher wollen wir die Lehrberufe modernisieren und noch stärker an den Bedarf der Branche anpassen. Entsprechende Schritte planen wir für das Lehrberufspaket 2012, das derzeit erarbeitet wird“, führt Mitterlehner aus. Grundsätzlich gehe der Trend bei den Lehrberufen in Richtung Modularisierung: Dadurch seien Lehrlinge nicht auf eine Branche begrenzt, sondern dank vieler Kombinationsmöglichkeiten flexibler. Auch ein Wechsel zu anderen Berufen und Betrieben sei dank eines cleveren Baukastensystems während und nach der Ausbildung leichter möglich. Und schließlich soll das neue System viele Spezialisierungen eröffnen.

Gefährlicher Schulversuch
Ein aktueller Schulversuch, der ebenfalls auf Aktualität abzielt, ruft übrigens den Widerstand der Gewerkschaft auf den Plan. An der Tourismusschule in St. Veit dürfen Jugendliche demnächst auch im Winter Praktika machen. „Die ÖHV jubelt. Dahinter steckt jedoch ein perfides „Kostensenkungsprogramm“, warnt vida-Chef Rudolf Kaske: „PraktikantInnen bekommen korrespondierend mit dem jeweiligen Schul- oder Lehrjahr eine Lehrlingsentschädigung. Das heißt, sie sind um mindestens ein Viertel bis zur Hälfte billiger als reguläre ArbeitnehmerInnen der Branche.“ „BerufsschülerInnen und Lehrlinge seien aber keine Billigarbeitskräfte“. Weitere „Schulversuche“ in Tirol und Salzburg sind in Vorbereitung. „Bei Vollausbau in ganz Österreich könnte dieser Schulversuch Tausende Arbeitsplätze gefährden“, warnt Kaske.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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