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Ausstellung: UM DIE WURST - vom Essen und Trinken im Mittelalter

17.05.2005

In der Ausstellung „Um die Wurst“ geht es um die existentielle Bedeutung des Essens in einer Epoche, in der für viele Menschen Hunger eine alltägliche Erfahrung war. Sie beschäftigt sich mit den soziologischen und kulturellen Wertigkeiten und Bedeutungen von Essen und Trinken im Mittelalter.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Technik der mittelalterlichen Nahrungszubereitung: das Konservieren, Herstellen, Kochen und Entsorgen von Speis und Trank. Beim Essen ging es im mittelalterlichen Wien im Wortsinn tatsächlich um die Wurst: Im steten Wechsel von Überfluss und Hungersnot kam der Ernährung besondere Bedeutung zu - in einem Jahr mit Rekordernte verdarb die Nahrung aufgrund nicht vorhandener Lagermöglichkeiten, während Kriegszeiten und Klimaschwankungen darbten hingegen ganze Landstriche, die hungernden Menschen verspeisten Ratten, Katzen und Hunde. Besserung trat erst im 14. und 15. Jahrhundert ein, alsbald bestand „die maiste narung der leut gemainklich aus fleisch und prot“, wie ein Zeitzeuge anno 1364 festhielt. „Um die Wurst“ präsentiert eine Vielzahl von historischen Ess-Szenen (aus der Zeit von 800 bis 1500). Das Gros der gezeigten Objekte stammt aus dem Spätmittelalter (1250 bis 1500).

Essen und Trinken war für den Menschen des Mittelalters ein unumstößlicher Ankerpunkt seines Daseins. Vom Rechtswesen über die Medizin bis zu religiösen Feiern – es gab kaum einen Lebensbereich, der nicht mit dem Verzehr von Nahrungsmitteln in Verbindung stand. Gespeist wurde zu jedem nur erdenklichen Anlass und zu jeder Tageszeit: bei Festen, Empfängen und geselligen Zusammenkünften sowie zur Beurkundung von Rechtsgeschäften. Essen und Trinken im Mittelalter war viel mehr als regelmäßige Nahrungsaufnahme und Stoffwechselproduktion. Es war Ausdruck von sozialem Status, von Macht, Reichtum und, nicht zuletzt, frommer Lebensart.

In der Ausstellung sind Nachbauten von gedeckten Tischen zu sehen, ein Marktstand zeigt entsprechende Waren, eine mittelalterliche Latrine veranschaulicht den Endpunkt der Nahrungsmittelkette. „Um die Wurst“ zeigt nicht nur typische Gewürze und Kochrohstoffe jener Zeit, man kann die Essenszutaten auch in haptisch reizvoller Weise erfahren.

www.wienmuseum.at .

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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