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ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn

Bahn soll Gäste bringen, nicht vertreiben

10.05.2012

Wien. Für jeden dritten Gast ist Bahnlärm ein Grund, den Urlaubsort zu wechseln. Dass dieses Faktum im Urlaubsland Kärnten keine Rolle bei der Planung der Trasse für die Koralmbahn spielt, grenzt für ÖHV-Präsident Sepp Schellhorn an Fahrlässigkeit.

Während die Zahl der Nächtigungen in Kärnten seit 2002 um 7 Prozent gesunken ist, nahm sie in den anderen Bundesländern um 9,8 Prozent zu. „Das sind die Fakten. Die Verantwortung dafür schieben sich die zuständigen Stellen in Kärnten gegenseitig zu. Unbestritten ist aber, dass sich Kärnten keine weiteren Nächtigungsrückgänge leisten kann“, erklärt Sepp Schellhorn, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).

Studie bestätigt, dass Bahnlärm stört

Eine von dem renommierten Tourismusberatungsunternehmen Kohl & Partner durchgeführte Studie im Auftrag des Infrastrukturministeriums, des Landes Kärnten und der ÖBB bestätigt, dass 78,4 Prozent der Urlauber Bahnlärm als stören empfinden. Für 33,4 Prozent ist Bahnlärm derart gravierend, dass sie eine davon betroffene Unterkunft nicht wieder besuchen würden. 45,8 Prozent berichten über Bahnlärm im Urlaub. Für 61 Prozent der Gäste ist Ruhe ein ausschlaggebender Grund für die Auswahl des Urlaubsortes.

Schellhorn fordert Lärmschutzmaßnahmen

„Dass Bund, Land und ÖBB eine Studie in Auftrag geben, deren Ergebnisse ignoriert werden, ist nicht nur Steuergeldverschwendung. In dem Fall grenzt das an Fahrlässigkeit. Denn so ist ganz klar, dass die geplante Trassenführung dem Land Kärnten und den Kärntner Unternehmern weitere Gästenächtigungen kosten“, so Schellhorn. Er fordert, Konsequenzen aus den Ergebnissen der Studie zu ziehen. Klar ist für Schellhorn, dass diese Studie dazu führen muss, dass der Bahnlärm reduziert wird: „Wir brauchen Lärmschutzwände, eine Reduktion der Fahrtgeschwindigkeit und Fahrbewilligungen ausschließlich für moderne, lärmarme Zug-Garnituren“, so Schellhorn.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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