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Beginn einer ungewöhnlichen Karriere

22.10.2004

Gerade im Tourismus haben Lehrlinge viele Möglichkeiten für überdurchschnittliche Berufslaufbahnen im In- und Ausland.

Der Tourismus ist die Branche mit den höchsten Zuwächsen bei Lehrlingen: Im Jahr 2003 ließen sich österreichweit 13.330 junge Menschen im Tourismus in einer Lehre ausbilden. Gegenüber dem Jahr 2002 bedeutet dies eine Zunahme um 3,2 Prozent (412 Lehrlinge), womit der Tourismus als attraktiver Wirtschaftszweig die stärkste Zunahme innerhalb der gesamten Wirtschaft verzeichnen konnte.

Überschuss an Lehrstellen
Trotz der positiven Bilanz an Lehrlingszuwächsen im Tourismus und entgegen der allgemeinen Situation eines Lehrstellenmangels gibt es in der Wirtschaft in einer Reihe von Lehrberufen einen Lehrstellenüberschuss. Besonders davon betroffen ist der Tourismus als einzige Branche mit einem österreichweiten Überangebot an Lehrstellen und zu wenigen Lehrlingen. Dies zeigt sich am markantesten im Lehrberuf Restaurantfachmann/frau. Der Tourismus, muss dieses Potential nützen und hier ansetzen, um die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage möglichst ausgleichen zu können. Noch größere Unterschiede ergeben sich bei regionaler Differenzierung. In Tirol stehen beispielsweise 72 gemeldeten offenen Lehrstellen für Restaurantfachleute 5 Lehrstellensuchende gegenüber, bei Köchen ist das Verhältnis 84 zu 6. Im Bundesdurchschnitt gibt es aber zum Lehrberuf Koch/Köchin einen Überhang an Lehrstellensuchenden. Dieses Ost-West-Gefälle ist ein weiteres Problem, das es mithilfe finanzieller Anreize und Förderungen auszugleichen gilt. So tritt die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft dafür ein, dass die Entfernungsbeihilfe für Lehrlinge des AMS von den derzeit maximal 183,– Euro mit einem Selbstbehalt von 61,– Euro auf 250,– Euro ohne Selbstbehalt erhöht wird. (Nähre Infos zur AMS-Entfernungsbeihilfe gibt es in einer unserer nächsten Ausgaben.)

Zuwachs von 4,6 Prozent
Auch bei den abgeschlossenen Lehrverträgen findet sich die Tourismusbranche auf Platz 2 wieder: Die aktuellen Lehrvertragszahlen geben die Anzahl der in einem Jahr neu abgeschlossenen Lehrvertragsverhältnisse wieder. Der Tourismus konnte im Jahr 2003 mit 4.696 Neuabschlüssen neben dem Transportwesen als einziger Wirtschaftszweig einen Zuwachs um 4,6% verzeichnen. Der absolute Renner ist die Ausbildung zum Koch mit einer Zunahme von 14,2%, was seinen hohen Stellenwert in der Gesellschaft mit guten Verdienstmöglichkeiten bestätigt. Die Tourismusbranche zählt damit innerhalb der gesamten Wirtschaft zu den Gewinnern auch bei den prozentuellen Zuwächsen in der dualen Ausbildung im Jahr 2003!

Breites Spektrum an Berufen
Hohe Auszeichnungen für österreichische Lehrlinge gibt es jedes zweite Jahr bei den Berufsweltmeisterschaften. So schnitten die österreichischen Lehrlinge im Jahr 2003 wieder sensationell ab und belegten nicht nur in der Nationenwertung, sondern auch unter den Köchen den dritten Platz. Gerade die österreichische Qualifikation wird auf der ganzen Welt geschätzt und genießt international ein sehr hohes Ansehen, was unseren Touristikern ein breites Spektrum an Berufsmöglichkeiten im In- und Ausland eröffnet. Ungewöhnliche Karrieren beweisen immer wieder die Möglichkeit einer überdurchschnittlichen Berufslaufbahn in dieser Branche.

Hohe Arbeitssicherheit
Der Tourismus zählt weltweit zu den führenden Wachstumsbranchen mit absolut höchster Arbeitssicherheit. Die Tourismuswirtschaft bietet abseits industrieller Wirtschaftszentren in abgelegenen Regionen Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Eine besondere Stärke liegt in der Internationalität, die der Tourismus mit sich bringt. Der Umgang mit Menschen aus den verschiedensten Ländern und Kulturen an Plätzen, an denen andere Urlaub machen, sind weitere Punkte, die den Tourismus als Arbeitgeber interessanter machen. Fantasie und Kreativität, Kommunikation und Flexibiltät zeichnen das Arbeitsumfeld aus. Ein weiterer positiver Einflussfaktor sind die niedrigen Fixkosten (freie Kost & Quartier) für viele im Tourismus Beschäftige.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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