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Berndorf Besteck ist wieder in Österreich zu Hause

15.06.2007

Investoren-Gruppe um Geschäftsführer Dr. Christian Schett und Berndorf AG übernimmt Berndorf Besteck-Tafelgeräte GmbH vom bisherigen französischen Eigentümer Guy Degrenne - neue Eigentümer planen verstärkte Internationalisierung - Fokus auf Zentral- und Osteuropa.

Nach einem sechsjährigen "Ausflug" nach Frankreich kehrt der Bär, Markentier der Berndorf Besteck-Tafelgeräte GmbH, wieder nach Österreich zurück. Eine Investorengruppe unter Feder-führung des bisherigen Geschäftsführers, Dr. Christian Schett, hat per 11. Juni 2007 alle Anteile am Unternehmen übernommen. Austria Wirtschaftsservice (AWS) und Niederösterreichische Be-teiligungsgesellschaft (NÖBEG) hatten maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Buyouts. "Die Berndorf AG ist heute ein Technologiekonzern und hält die Marke Berndorf. Deshalb wird sie zukünftig auch wieder mit 40 Prozent an Berndorf Besteck beteiligt sein", freut sich Mag. Nor-bert Zimmermann, Miteigentümer und Vorstand der Berndorf AG. 25 Prozent von Berndorf Besteck stehen im Eigentum der Familie Schett, 30 Prozent besitzen zwei Privat-Investoren, wei-tere 5 Prozent hält Dipl.-Ing. Stephan Jancek, der Geschäftsführer der Berndorf Besteck-Niederlassung in der Slowakei.

Der bisherige Eigentümer, der französische Porzellan- und Besteckhersteller Guy Degrenne, will sich auf seine angestammten Märkte in den romanischsprachigen Ländern konzentrieren. Über die Höhe des Kaufpreises an Guy Degrenne wurde Stillschweigen vereinbart.

Berndorf Besteck erzielte im Geschäftsjahr 2006 einen Umsatz von knapp 10 Mio Euro. Das ent-spricht einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen beschäftigt 42 Mitarbeiter in Berndorf, in den Filialen und in Deutschland. Alle Standorte werden auch unter den neuen Eigentümern beibehalten, der Mitarbeiterstand bleibt unverändert.

Die Trennung von Guy Degrenne erfolgt in bestem Einvernehmen: Die Exklusiv-Vereinbarung für den Vertrieb von Guy Degrenne Porzellan- und Tischkulturprodukten in Österreich und Deutsch-land durch Berndorf bleibt aufrecht. Ein Teil der Berndorf-Bestecke wurde bisher in Frankreich bei Guy Degrenne produziert, auch diese Zusammenarbeit wird unverändert weiter bestehen.

Zentral- und Osteuropa zurückerobern
Für die Zukunft haben die neuen Eigentümer große Pläne: verstärkte Internationalisierung ist angesagt. Vor allem die Märkte in Zentral- und Osteuropa will Geschäftsführer Christian Schett erobern: "Berndorf war zur Zeit der Monarchie die Nummer Eins bei Tischkultur in ganz Zentral- und Osteuropa. Unsere Marke ist dort immer noch bekannt. An diese große Vergangenheit möch-ten wir anschließen." Unter dem bisherigen Eigentümer wurden internationale Kunden außerhalb des deutschsprachigen Raumes von Paris aus betreut. Nun soll - mit der slowakischen Tochter-firma Berndorf-Sandrik als Basis - ein eigener Vertrieb in den Ländern Zentral- und Osteuropas aufgebaut werden. In Österreich erfolgreiche Marketing-Konzepte, wie etwa der verstärkte Ver-kauf über Möbelhäuser und die Entwicklung eigener "Trend-Produktlinien" für ein jüngeres Pub-likum, werden in Zukunft auch in den Märkten der Nachbarländer umgesetzt. Auch auf den gro-ßen internationalen Tischkultur-Messen in Frankfurt und Mailand wird Berndorf in Zukunft ver-stärkt präsent sein.


Junges Design für eine traditionsreiche Marke
Ein weiteres wichtiges Anliegen ist den neuen Eigentümern die Stärkung der Design-Kompetenz. Sie soll der traditionsreichen Marke Berndorf (das Unternehmen feierte 2003 sein 160jähriges Jubiläum) neuen Elan bringen. Bereits in den letzten Jahren war Berndorf mit Entwürfen re-nommierter zeitgenössischer Top-Designer, wie James Kawada oder Bob Patino, sehr erfolgreich. Nun setzt man unter dem Zeichen des Bären neue Initiativen zur Zusammenarbeit mit österrei-chischen Jung-Designern. Ein Designwettbewerb für aufstrebende Jung-Designer in Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst ist ein erster Schritt zum Aufbau eines Design-Netzwerkes, von dem sich Berndorf neue Impulse für die Markenidentität erwartet.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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