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Berndorf Tischkulturstudie 2008: Zu den Feiertagen wird groß aufgetischt

17.12.2007

In seiner aktuellen Tischkulturstudie 2008 hat der renommierte österreichische Besteck-Hersteller Berndorf das Ess- und Tischkulturverhalten der Österreicher bei Festen unter die Lupe genommen.

Im Zentrum der repräsentativen Befragung1) standen Unterschiede zwischen alltäglichen Mahlzeiten und Festessen wie z.B. Weihnachtseinladungen oder Geburtstage. Dr. Christian Schett, Geschäftsführer und Miteigentümer von Berndorf Besteck: "Neben allgemeinen Fragen zu Tischmanieren und Tischkultur hat uns vor allem interessiert, ob die Österreicher sich bei Festessen anders verhalten als beim alltäglichen Mittagessen - und wenn ja, wie."

Fest der Familie
Eines ist nun jedenfalls klar: Besondere Mahlzeiten wie das Weihnachtsessen genießen Frau und Herr Österreicher am liebsten im Kreise ihrer Familie. 43 Prozent gaben an, bei außeralltägliche Mahlzeiten in der Regel mit der Familie bzw. mit Freunden (29 Prozent) zu speisen. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) genießen ihren Festtagsbraten zu Hause, 25 Prozent gaben an, außeralltägliche Hauptmahlzeiten oft im Restaurant einzunehmen. Zum Vergleich: Die alltägliche Hauptmahlzeit essen die Österreicher ebenfalls am häufigsten zu Hause (87 Prozent), aber nur 6 Prozent sind Stammgäste der Gastronomie.

An Feiertagen liebt man es luxuriös und stilvoll
Gute Tischmanieren, edles Besteck, schönes Porzellan - an Feiertagen ist die Tischkultur besonders wichtig: 45 Prozent der Befragten gaben an, bei besonderen Anlässen mehr Wert auf Tischkultur zu legen als im Alltag, auch das besondere Besteck und aufwändigere Tischdekoration kommen dann häufiger zum Einsatz (72 Prozent Zustimmung). Schließlich soll das Festessen nach Meinung der Österreicher ein Gefühl von Luxus vermitteln (61 Prozent Zustimmung) - bei alltäglichen Mahlzeiten erwarten das nur 39 Prozent. Da ist es kein Wunder, dass 47 Prozent grundsätzlich bereit sind, höhere Ausgaben für edles Besteck und Porzellan in Kauf zu nehmen.

Weihnachtstrend: genussorientierte Tischkultur
Für das bevorstehende Weihnachtsfest rät Tischkultur-Profi Schett daher: "Ein stilvoll gedeckter Tisch mit passender Dekoration gehört zu Weihnachten unbedingt dazu. Besonders im Trend liegen heuer Festtagstische in hellen Grüntönen, aber auch Rostrot oder leuchtendes Orange. Ganz mutige decken in Pink. Bei den Dekorationsmaterialen setzt man wieder verstärkt auf Natur, besonders angesagt sind hier z.B. Islandmoos oder Kiefernnadeln. Wer es lieber klassisch mag, setzt beim Weihnachtstisch auf die Farben Weinrot, Weiß mit Silber oder Gold. Wichtig ist auf jeden Fall, in einer Farbwelt zu bleiben und keinesfalls zu mischen."

1 Berndorf Tischkultur-Studie 2008: Untersuchungsdesign: Mag. Iris Zehrer; eingereicht als Dissertation am Fachbereich Politikwissenschaften und Soziologe, Abteilung Soziologie, der Universität Salzburg. Befragung durchgeführt vom Österreichischen Gallup Institut/Karmasin Marktforschung, 1000 Befragte, repräsentativ für die Österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren; persönliche Interviews in den Haushalten; Befragungszeitraum Mai 2007.


Wer sich als Gastgeberin oder Gastgeber beliebt machen möchte, sollte darüber hinaus für gemütliche Stimmung und kurzweiligen Gesprächsstoff sorgen. "Unsere aktuelle Studie zeigt: Genussorientierte Tischkultur ist angesagt - ungezwungen, aber mit Stil. Steife Etikette ist beim weihnachtlichen Festessen ebenso out wie Pappteller und Billigst-Besteck." Nicht umsonst meinen 88 Prozent der Österreicher: "Essen soll vor allem Genuss vermitteln."

Zum Fest wird fest gekocht
Beim Kochen scheuen die Österreicherinnen und Österreicher abseits des Alltags weder Zeit noch Mühen. 37 Prozent stehen für die Zubereitung festlicher Mahlzeiten ein bis zwei Stunden am Herd, 28 Prozent wenden zwischen 46 und 60 Minuten auf, immerhin sieben Prozent sogar mehr als zwei Stunden. Im Alltag muss es dagegen schnell gehen: Hier kochen nur 22 Prozent länger als eine Stunde, während die Mehrheit (40 Prozent) bis zu 30 Minuten den Kochlöffel schwingt.

Auf die Tischpartner kommt es an
Und warum all der Aufwand? Ganz klar - es geht um die Eitelkeit: Die Hälfte der Befragten legt sich nämlich vor allem in Anwesenheit bestimmter Tischpartner ins Zeug, wenn es um Tischmanieren und Tischkultur geht. Gäste bzw. Freunde/Bekannte scheinen hier mit 36 Prozent Zustimmung deutlich wichtiger zu sein als Familienangehörige (11 Prozent) oder der Partner (2 Prozent).

Männer und Junge mögen es leger
Auch wenn man noch so viel Aufwand betreibt - beim Festessen sollte es nicht allzu formell zugehen. Denn Männer schätzen soziale Zwänge wenig. Der Aussage: "Bei formellen Mahlzeiten fühle ich mich unwohl und einem sozialen Zwang ausgesetzt" stimmten 52 Prozent der befragten Männer, aber nur 41 Prozent der Frauen zu. Auch die Mehrheit der Altersgruppe der 14- bis 24jährigen (58 Prozent) kann formellen Mahlzeiten wenig abgewinnen. Zu den "Hürden" bei formellen Anlässen zählt etwa das Zerteilen "schwieriger" Speisen wie Fisch oder Huhn: 32 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen diese Geschicklichkeitsprobe schwer fällt. Weiters gefürchtet: Sich bekleckern (31 Prozent) und der richtige Smalltalk: 26 Prozent finden es schwierig, das passende Gesprächsthema zu finden.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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