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Besser als der Ruf

29.08.2005

"Eine unlängst durchgeführte Studie beweist, dass das Arbeitsklima im Tourismus viel besser ist, als es von denjenigen dargestellt wird, die nicht in der Branche arbeiten", nimmt der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Johann Schenner, Stellung zur aktuellen Diskussion über die Arbeitszufriedenheit im Tourismus. "Wir müssen die Erfolgreichen und die Zufriedenen in den Vordergrund stellen, und nicht die Jammerer".

Eine vom MCI-Studiengang "Tourismus- & Freizeitwirtschaft" im Frühjahr dieses Jahres in Tirol durchgeführte Studie bestätigt das positive Klima. Die Gesamtzufriedenheit der Mitarbeiter beträgt demnach 75 Prozent. Sie schätzen vor allem die Fairness, Vertrauenswürdigkeit und das Naheverhältnis zum Vorgesetzten. Das Arbeitsklima wird als "Sehr gut" bis "Gut" eingestuft, die Zusammenarbeit und Unterstützung im Kollegenkreis funktioniert. Die Arbeitsbedingungen (d.h. Arbeitszeit, Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung) weisen mit mehr als 80% hohe Zufriedenheitswerte auf, ebenso die Arbeitsinhalte und die Verantwortung bei der Arbeit.

Darüber hinaus bestätigen Image-Untersuchungen, dass diejenigen, die sich für den Tourismus entscheiden, so stark mit der Branche verbunden sind, dass sie Negativa bewusst auf sich nehmen. "Unsere Mitarbeiter haben mit den Arbeitszeiten kein Problem, weil sie diese als Teil ihrer Arbeit akzeptieren! Sie haben auch mit der Saisonarbeit kein Problem, weil sie von vornherein wissen was sie erwartet. Die Gästebetreuung verlangt nun mal Wochenend-Dienst. Das verlangen aber andere Jobs auch", unterstreicht Schenner diese Ergebnisse.

"Gerade der persönliche Kontakt zum Gast ist ja das Schöne an dem Beruf. Man hat ganz schnell Erfolgserlebnisse: Der Gast kommt rein, er ist zufrieden und bedankt sich, wie gut es ihm geschmeckt hat und weil er sich wohl gefühlt hat - sofort nach der Dienstleistung ist das Lob da."

Ein weiterer erfreulicher Image-Faktor ist die Weltoffenheit der Branche. Positiv gesehen werden weiters die guten Aufstiegschancen und die abwechslungsreiche Tätigkeit. "Wir müssen von der Problemdiskussion wegkommen und die positiven Aspekte transportieren", betont Schenner. Touristiker mit einer österreichischen Ausbildung sind weltweit gefragt. Durch die umfangreiche lebensbezogenen Ausbildung ist es auch kein Problem, mit 35 oder 40 Jahren die Branche zu wechseln. "Unsere Mitarbeiter sind Spezialisten für alle Dienstleistungs- und Managerberufe", so Schenner. "Erfolg hat, wer mit Leib und Seele dabei ist. Unsere Branche muss man mögen, dann ist sie sicher die schönste der Welt".

"Natürlich gibt es auch Defizite und Verbesserungspotenzial", bestätigt Schenner. Diese liegen vor allem im Bereich der Kommunikation und der Anerkennung von Leistungen. Leistungsgerechtere Entlohnung, persönliche Anerkennung für ihre Arbeit und die individuelle Förderung durch konkrete Weiterbildungsmaßnahmen stehen in der Wunschliste der Mitarbeiter weit oben. "Tirol hat diese Studie bereits zum Anlass genommen, kostenlose Führungskräfte-Seminare für Unternehmer in der Tourismusbranche anzubieten. Diesem Beispiel will die Bundessparte nun folgen und eine bundesweite Initiative setzen. "Wir wollen unsere Manager verstärkt für das Thema "Mitarbeiterführung" sensibilisieren und ihnen praktisches Werkzeug für den Führungsalltag an die Hand geben", erklärt Schenner. Motivation, Anerkennung der Arbeit und die Förderung der Mitarbeiter sollen die Themenschwerpunkte sein.

Infos: http://wko.at/bstf

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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