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Mobil bestellen geht ganz einfach. Bei Vapiano mit einer App.

Bestellen und Bezahlen am Handy

12.02.2019

Vapiano nutzt es seit einem Jahr, auf der „Gast“ in Salzburg haben wir uns das System von Gastronovi angesehen, und auf der Internorga präsentiert jetzt Gastrofix „Bestellen und Bezahlen” via Chatbot.

Marc nimmt Getränkebestellungen entgegen
Ordern mit dem Handy.

Heute ist es auf der Skihütte wieder brechend voll. Die fleißigen Kellnerinnen und Kellner kommen mit dem Service kaum noch nach. Die Gäste werden unruhig. Sie hätten gerne weitere Getränke oder einen Nachtisch bestellt. Sie beginnen zu winken und zu pfeifen. Das nervt andere Gäste und das Personal.

Solche Szenen spielen sich auch in vielen Gastgärten oder Gasthäusern ab. Was tun? Mehr Servicepersonal einstellen? Auf die Geduld der Gäste (und des gestressten Personals) bauen? Beides schlechte Optionen.

Genau hier setzen die Lösungen zum mobilen Bestellen und Bezahlen ein, die gerade auf den Markt kommen. Der österreichische Anbieter von cloudbasierten Kassensystemen, Gastronovi, hat auf der „Alles für den Gast“ im Herbst sein Smartphone-Bestellsystem vorgestellt. Es funktioniert ganz einfach: Jeder Gast bekommt einen persönlichen QR-Code vom Kellner. Den scannt er in sein Smartphone ein und kann sofort mit dem Bestellen loslegen. Er muss sich nicht registrieren oder eine App herunterladen. 

Die Pizzeria Villa Lido am Wörthersee setzt das schon ein. „Das ist wunderbar für Tische, die nicht so gut einzusehen sind“, sagt Geschäftsführer Frank Huditz. „Die Gäste können den Service auch in Anspruch nehmen, wenn sie bei einem romantischen Dinner nicht alle paar Minuten vom Kellner gestört werden möchten.“ Man kann am Ende sogar über das Handy bezahlen.

Vapiano Vorreiter

Vapiano setzt so ein System bereits seit einem Jahr in einigen österreichischen Filialen ein – als Alternative zur Chipkarte. Der Gast checkt mit seinem Handy an der Kasse ein, verwendet es dann als persönliche Karte und bezahlt darüber auch beim selbstständigen Check-out. Dadurch spart er Zeit beim Bestellen und vermeidet das Anstehen an der Kasse. Außerdem können über die Vapiano-App Punkte gesammelt und direkt Bilder auf sozialen Netzwerken geteilt werden.

Chatten mit Marc

Noch einfacher verspricht das System des niederländischen Tech-Start-ups Table Duck zu sein, das vom deutschen iPad-Kassenanbieter Gastrofix in dessen Kassensystem integriert wurde und gerade in Pilotbetrieben in Holland und Deutschland ausprobiert wird. Es wird es auf der Internorga am Stand von Gastrofix vorgestellt. 

Hier wird über einen Bot bestellt und bezahlt. Man braucht nicht einmal einen QR-Code zu scannen. Die Kommunikation läuft über Facebook Messenger. „Heute kommunizieren viele Menschen einfach lieber per Chat. Mit ‚Marc‘ passen wir den Bestellprozess im Restaurant an dieses veränderte Verhalten an“, erklärt Mathijs Broeks, einer der beiden Gründer von Table Duck. Der Chatbot „Marc“ nimmt Getränkebestellungen entgegen. Bezahlen kann man auch über ihn. Kellner oder Kellnerin müssen also nur noch die Getränke an den Tisch bringen. In Betrieben ohne Service kann der Chatbot als Gästerufsystem verwendet werden. 

Für einen gewissen Unterhaltungswert sorgen einige sogenannte „Easter Eggs“. So kann man „Marc“ zum Beispiel nach seinem Alter oder seinen Eltern fragen …

Der Bot nutzt Natural Language Processing, ein Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, und lernt aus vorangegangenen Chats. So optimiert er sich nach und nach selbst. Für die Zukunft planen die Entwickler eine Erweiterung für WhatsApp und andere Messenger. Außerdem soll es irgendwann unterschiedliche Personas geben, mit denen der Chatbot individuell an das jeweilige Ambiente des Lokals angepasst werden kann.

„Es gibt zwar schon einige Bots am Markt, doch sind diese in ihrem Können bisher auf Tischreservierung, automatische Beantwortung häufiger Kundenfragen oder das Weiterleiten auf eine Webseite beschränkt“, sagt Marc van Benthum, Country Manager von Gastrofix in den Niederlanden. „Table Duck ist hier mit der Order- und Payment-Möglichkeit den entscheidenden Schritt weitergegangen.“ Er setzt hinzu: „Trotzdem, und das ist uns ganz wichtig, ist der Chatbot nur eine Unterstützung für das Personal, niemals ein Ersatz.“

Autor/in:
Thomas Askan Vierich
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