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Bestwert ohne Freudensprünge

03.04.2019

Tourismuszahlen: Das WIFO weist einen Rekord aus, der eigentlich ein Rückgang ist.

Entwicklung Tourismuseinnahmen Winter 2018/19 (Wifo)

Ein neues Allzeit-Rekordergebnis und ein Prozent Umsatzsteigerung bedeuten am Ende doch ein kleines Minus. Warum, erklärt das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) bei seiner Präsentation der Tourismuszahlen der abgelaufenen Wintersaison. 
Nach ersten Schätzungen des WIFO erzielte der heimische Tourismus von November 2018 bis Februar 2019 mit Gesamteinnahmen von nominell 9,95 Mrd. Euro einen neuen historischen Höchstwert. Das bisherige Rekordniveau des Vorjahres wurde damit neuerlich um 1,0 Prozent übertroffen. Zieht man jedoch die Inflation mit in Betracht, gingen die Umsätze um 0,8 Prozent zurück. Die Umsatzentwicklung schwächte sich zudem gegenüber der ersten Winterhälfte deutlich ab. Sprich, die Übernachtungen und Gästezahlen habe sich im Februar – „trotz zufriedenstellender Schneelage in den alpinen Gebieten“ bei „ungewöhnlich milden Temperaturen und überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden“ – abgeschwächt. Im wichtigsten Wintermonat Februar bedeutet das: ein Minus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. 

Wien bringt Top-Ergebnis

Ein Ausreißer nach oben war die Bundeshauptstadt Wien mit einem gewaltigen Plus von 16,7 Prozent. Beigetragen dazu haben wohl nicht nur eine gute Vermarktungsstrategie von Wien Tourismus und der allgemeine Trend zu Städtereisen, sondern auch die EU-Ratspräsidentschaft. Dennoch, letztlich rettet Wien das österreichische Gesamtergebnis (siehe Grafik).

Es sind also Rekordzahlen, die letztlich die Branche doch nicht zufrieden stimmen. Kein Wunder, dass Branchenvertreter dies auch als Anlass sehen, Druck auf die Politik auszuüben. Eine Forderung: Die Grenzwerte für geringwertige Wirtschaftsgüter, die Bewertung von Mitarbeiterhäusern als Betriebsgebäude sollen praktischer und großzügiger geregelt werden. Die ÖHV fordert zudem eine Aufstockung des Budgets der Österreich Werbung. Für 2019 wurde das ÖW-Budget übrigens bereits um zusätzliche 800.000 Euro aufgestockt. Damit soll unter anderem das neu gegründete Innovationslab NETA finanziert und zum zentralen Innovationshub für die Branche ausgebaut werden.

Autor/in:
Daniel Nutz
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