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Bier-Bilanz 2006: Österreichische Brauereien konnten hohes Niveau halten

07.03.2007

Auch 2006 war österreichisches Bier in aller Munde - mit rund 8,5 Mio. Hektoliter verkauftem Bier konnten die heimischen Brauereien die guten Werte aus 2005 halten. Erfreulich sei "die gestiegene Wertigkeit von Bier, die sich in einem klaren Trend hin zu Markenprodukten äußert", betonte DI Dr. Markus Liebl, Obmann des Verbandes der Brauereien Österreichs.

Darüber hinaus erneuerten Liebl und Verbandsgeschäftsführerin Mag. Jutta Kaufmann-Kerschbaum ihre Forderung nach Senkung der Biersteuer in Österreich und präsentierten einen Kommunikations-Kodex der österreichischen Brauwirtschaft, in dem sich die Branche zu einer genauen Selbstkontrolle bei der Bewerbung von Bier bekennt.

Bei den Biersorten verzeichneten im vergangenen Jahr Lager-/Märzenbier Ausstoßzuwächse von 4,5 %, Schankbier von 1,2 % und Weizenbier von 4,6 % - jeweils im Vergleich zu 2005. "Einen gewaltigen Sprung nach vorn", so Liebl, machte der Radler mit einem Plus von 16,5 %. Das sonstige Vollbier wiederum weist Rückgänge in der Höhe von rund 235.000 hl (- 14,5 %) auf, ebenso Spezialbier mit rund 24.000 hl (- 5,6 %). Lieblingsbier der Österreicherinnen und Österreicher bleibt unverändert das helle Lager-/Märzenbier, und auch das Vollbier konnte den zweiten Rang auf der Beliebtheitsskala verteidigen. Knapp 108 Liter beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch des beliebtesten österreichischen Getränkes.

Hier zeigten sich besonders starke Zuwächse bei den 0,33 l Flaschen (+ 34,6 %). Die anderen Gebindearten stagnierten oder verzeichneten leichte Rückgänge. Bier in Glasflaschen hält am Inlandsmarkt 2006 einen Anteil von 51 %, 29 % des Marktanteils werden direkt vom Fass getrunken. Der Run auf 0,5 l Dosen in den vergangenen Jahren wurde durch den Trend hin zu Markenbieren gestoppt und schlägt sich mit nur + 1,8 % im Jahr 2006 bescheiden zu Buche. Österreich rangiert mit einem Bier-Mehrweganteil von 76 % weiterhin im europäischen Spitzenfeld.

"Man könnte froh sein, wenn die Luft so rein wäre wie das Bier." Mit diesem Zitat von Richard von Weizsäcker unterstrich Liebl die ökologischen Aspekte in der Produktion. Die österreichischen Brauereien stellen seit eh und je Bier aus natürlichen Rohstoffen her und sind damit auch ein wichtiger Partner der heimischen Landwirtschaft: So wird die gesamte in Österreich angebaute Braugerste sowie der gesamte im Inland geerntete Hopfen aus dem Mühl- und Waldviertel sowie dem Leutschacher Gebiet (2006 rund 320 t) in heimischen Brauereien verarbeitet.

Österreich, so Liebl weiter, hat auf die Gesamtbevölkerung gerechnet die größte Brauereidichte der EU: Auf 56.860 Einwohner kommt hierzulande eine Brauerei. Zum Vergleich: In Dänemark sind es 62.400, in Deutschland 77.000, im Bierland Irland schon 528.571 und in Italien gar 3,64 Millionen Einwohner. Die 146 heimischen Brauunternehmen (inkl. 91 Gasthaus- und Hausbrauereien) erfüllen mit ihrer reichhaltigen Produktpalette von mehr als 600 verschiedenen Bieren und einem Ausstoß von rund 8,5 Mio. hl im Jahr 2006 jeden bierigen Konsumentenwunsch.

Auch die durch Bier erzeugte Wertschöpfung kann sich sehen lassen - rund 4.000 bestqualifizierte Arbeitnehmer werden derzeit in Österreichs Brauereien beschäftigt; 2006 erzielten die österreichischen Brauereien einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro. Diese Bilanz belegt, dass sich der Verbraucher nicht vom Bier abwendet. "Um den Kundenanforderungen gerecht zu werden, müssen für die Brauer aber auch die politischen Rahmenbedingungen passen", betonte Liebl. "Wir richten daher auch an den neuen Finanzminister - ebenso wie an seine Vorgänger - die Forderung, die Biersteuer in Österreich zu senken", betonte der Verbandsobmann.

Von den Brauereien wurde im Vorjahr eine Steuerleistung von über 250 Mio. Euro erbracht - insgesamt lukrierte der Staat mit Steuern auf Bier mehr als 650 Mio. Euro. Die gesamtsteuerliche Belastung beträgt hochgerechnet fast 50 %. Dazu kommt der Umstand, dass die österreichische Biersteuer mehr als das 2,5-fache ihres deutschen Pendants ausmacht und dass in Deutschland 2006 nur 16 % Umsatzsteuer galten. "Das geht auf Kosten des Konsumenten", monierte Liebl, "denn aufgrund dieser unterschiedlichen Besteuerung ergibt sich in Österreich gegenüber Deutschland ein um durchschnittlich 25 % höherer Flaschenbierpreis - ein Preisunterschied, der seit der Einführung des Euro für jedermann offensichtlich ist."

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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