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Da ist er, der neue Bierkulturbericht. Er zeigt, dass das Qualitätsbewusstsein der Gäste bzw. Konsumenten weiter steigt. Das könnte man als Auftrag an die Gastronomie verstehen.

Bier: In der Spitzengastronomie ist noch Luft nach oben

10.12.2015

Bierkulturbericht 2015: Vergleicht man Bier mit Wein, dann wird der Gerstensaft in der Sitzengastronomie immer noch stiefmütterlich behandelt. Aber warum?

.: Andreas Stieber, Geschäftsführer Marketing Brau Union Österreich, Bierpapst Conrad Seidl, Markus Liebl, Generaldirektor Brau Union Österreich während der Präsentation des Bierkulturberichts 2015 mit dem neuen Wiener Lager von Schwechater.

Bereits zum siebten Mal präsentierte die Brau Union ihren jährlich erscheinenden Bierkulturbericht. Das Schöne ist, dass sich dieser nicht nur auf Produkte des Branchenriesen bezieht, sondern ein Stimmungsbild bezogen aufs Thema Bier österreichweit widerspiegelt – vor allem auch in der Gastronomie.
Brau Union-Chef Markus Liebl skizziert grob die Trends, die sich im Zuge der Auswertung der Umfrage (n=600)  abgezeichnet haben. Zunächst etwas erfreuliches: Der Trend beim Bierkonsum geht in Richtung „Qualität vor Quantität”, was letztlich gut für die Gastronomie ist. Denn es bedeutet wohl, dass das gestiegene Qualitätsbewusstsein Gäste auch spendabler machen sollte. Mehr Qualität darf  und soll schließlich auch mehr kosten.

Nachholbedarf in der Spitzengastronomie

Ebenso seit Jahren im Steigen ist das Verantwortungsbewusstsein beim Konsum von Bier, oder der anhaltende Trend zu alkoholreduzierten (Radler, Leichtbiere) und alkoholfreien Produkten. Und dann wäre da noch die Sache mit der Regionalität, der Verwendung von heimischen Rohstoffen und der Unterstützung der regionalen Wirtschaft, kurzen Transportwegen, sozialen Bendingungen in Brauereien oder energiesparenden Produktionsanlagen: All das macht heute das Bild aus, das der Konsument vom Lebensmittelhersteller „Brauerei” hat. Bier ist geschmacklich vielschichtig und hat viel Potenzial. Umso erstaunlicher, dass sich das noch nicht in der gesamten Spitzengastronomie herumgesprochen zu haben scheint.

„Bierpapst” Conrad Seidl bringt es auf den Punkt: „Bier bietet große Chancen in der Spitzengastronomie. Aber leider hat man sich auf Wein eingeschossen. Dabei lässt sich mit Bier besser Geld verdienen als mit Wein”, ist er überzeugt. Seidl sieht jedenfalls noch Aufholbedarf, „für die Spitzengastronomie gibt es noch viel zu tun”, betont er. Nachsatz: „Bier kann von Wein kaum getoppt werden”.

 

Beratung in der Gastronomie
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen das auch: 53 Prozent der Bevölkerung findet die Beratungsqualität in der heimischen Gastronomie in Bezug auf Bier als gut oder sehr gut. In Westösterreich ist es sogar noch besser, da sind es gar 61 Prozent. Aber: 35 Prozent wünschen sich in der Gastronomie noch mehr Beschreibung und Information über die verschiedenen Biersorten. Obwohl 49 Prozent der Österreicher angeben, sich mit Typen- und Sortenbezeichnungen auszukennen, gibt es demnach immer noch Informationsbedarf: 43 Prozent der Frauen und sogar 52 Prozent der 18- bis 29-Jährigen wollen mehr rund um Biertypen und -sorten wissen. Diesen Wissensdurst könnte doch auch das Servicepersonal in der Gastronomie schließen. Zusätzliche Maßnahmen, wie etwa geführte Verkostungen, Food-Pairings oder eine gut gemachte Bierkarte sind schon fast  die halbe Miete. Apropos Gastronomie: Wichtig ist Gästen die Schankhygiene und eine saubere Zapfanlage (84 %), eine perfekte Temperierung des Bieres (82 %), dass kein Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt wird (65 %) und perfekt gezapftes Bier (51 %). Zum eingangs erwähnten Qualitätsbewusstsein passt auch das steigende Verantwortungsbewusstsein im Umgang bzw. beim Konsum von Bier. 94 Prozent der Österreicher achten laut Eigenaussage immer auf einen verantwortungsvollen Genuss beim Trinken. 40 Prozent der Bevölkerung erkennen in den letzten Jahren ein höheres Verantwortungsbewusstsein beim Umgang mit Alkohol. Deshalb scheint auch der Boom bei alkoholfreien Produkten nicht weiter verwunderlich: Mittlerweile haben 24 Prozent der Österreicher die neuen alkoholfreien Produkte probiert. 

Kenne deine Gäste
Laut der Erhebung sind weiterhin besonders Männer dem Bier zugetan: Unter ihnen sind es 18 Prozent, die täglich Bier trinken. Fast die Hälfte der Männer (46 %) gönnt sich mehrmals pro Woche ein Bier. Vor allem ältere Männer genießen regelmäßiger: Trinken in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen nur sechs Prozent der Männer täglich Bier, sind es bei den 30- bis 49-Jährigen bereits neun Prozent. In der Gruppe der über 50-Jährigen konsumieren schon 14 Prozent täglich ihr kühles Blondes. Das quantitative Konsumverhalten unterliegt immer größeren Änderungen bzw. Schwankungen. Auch das ist eine Erkenntnis des aktuellen Bierkulturberichts. Haben im Jahr 2009 noch 86 Prozent der Österreicher ausgesagt, dass sich ihr Konsumverhalten beim Bierkauf in den letzten Jahren nicht verändert hat, so sind es heuer nur noch 65 Prozent. Das könnte mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage zusammenhängen. 

Wie auch immer man die Zahlen interpretiert: Den Gusto auf ein Bier wollen sich die Österreicher trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen nicht nehmen lassen – vor allem dann nicht, wenn man Freunde trifft oder gemeinsam abends fortgeht. Das sind nämlich genau jene Situationen, in denen 37 Prozent der Österreicher Bier genießen, Männer wie Frauen. Und zur Kulinarik sei noch gesagt, dass Bier für 32 Prozent als fixer Bestandteil der Esskultur gilt, unter Männern sind es sogar 45 Prozent. 

 

Autor/in:
Alexander Grübling
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