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Bierdurst gestiegen

08.08.2012

Brauereiverbands-Bilanz: Pro-Kopf-Konsum 2011 betrug 108 Liter. Die Österreicher greifen wieder vermehrt zu ihrem Lieblingsgetränk: Im vergangenen Jahr nahm der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier um 2,1 Prozent auf 108 Liter zu, der Gesamtausstoß betrug mehr als 8,9 Mio. Hektoliter (+ 2,9 Prozent).

„Die Menschen gönnen sich wieder mehr Genuss", sagt Sigi Menz, Obmann des österreichischen Brauereiverbandes. „Wir können mit dem vergangenen Jahr sehr zufrieden sein. Die Absatzsteigerung von zwei Prozent bestätigt, dass die Menschen österreichisches Bier in seiner Vielfalt mit über 1.000 Sorten überaus schätzen. Die Zahlen zeigen nicht zuletzt, dass das gemeinsame Bestreben der 73 österreichischen Brauereien mit Tradition und Innovation die Bierkultur zu fördern, Früchte trägt." Damit trinken die Österreicher auch einmal mehr Bier als die Deutschen, bei denen der Konsum um 0,8 Prozent auf 101,4 Litern weiter gesunken ist.

Land des Märzenbieres

Lager-/Märzenbier ist nach wie vor die beliebteste Biersorte der Österreicher – über 5,4 Mio. Hektoliter wurden 2011 konsumiert (+ 0,8 Prozent), der Marktanteil gesamt liegt für Lager/Märzen 2011 bei 63,3 Prozent und bleibt damit auf ähnlich hohem Niveau wie 2010 mit 64,0 Prozent. Eine enorme Steigerung beim Inlands-Bierausstoß (exkl. Export) kann der Radler mit Alkohol vorweisen: Gegenüber 2010 ist hier ein Zuwachs von beachtlichen 32,1 Prozent oder über 139.000 Hektolitern zu verzeichnen, bei alkoholfreiem Radler um 19,3 Prozent. Weizenbier legte um stolze 16,8 Prozent zu, auch Bockbier war heuer wieder sehr beliebt und konnte Zuwächse verzeichnen (+ 4,7 Prozent). Verluste hinnehmen mussten in erster Linie Leichtbier (– 9,4 Prozent), Spezial-Bier (– 4,2 Prozent) und Pils (3,9 Prozent).

Ein Rekord ganz eigener Art wird der heimischen Brauwirtschaft von „außen" auferlegt – die extrem hohe Besteuerung des Bieres. Die gesamtsteuerliche Belastung beträgt hochgerechnet fast 50 Prozent. Damit ist die Biersteuer auch im Vergleich zu den Nachbarländern in Österreich ungleich höher. So beträgt die österreichische Biersteuer mehr als das 2,5-Fache (!) der deutschen Biersteuer. „Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung ergibt sich in Österreich gegenüber Deutschland ein um durchschnittlich 20 Prozent höherer Flaschenbierpreis. Das ist überhaupt nicht gerechtfertigt, bringt die Brauereien unter Druck und zieht den Konsumenten das Geld aus der Tasche", so Menz. Die öster­reichische Brauwirtschaft fordert daher einmal mehr die Angleichung der Bierbesteuerung an die benachbarten Nationen sowie die Ausweitung der Biersteuermengenstaffel auf Brauereien mit einem Jahresausstoß bis 200.000 Hektoliter.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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