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Stefan Lehninger und „Biersepp“ Sepp Wejwar führten durch  die Verkostung.

Bierhype als Chance

25.09.2014

 
Der Fassbierabsatz lässt sich über Craft Beer nachhaltig steigern. Wie das geht, erfuhren Besucher des 2. Craft-Beer-Symposiums im Wiener Novomatic Forum.

Autor: Alexander Grübling

 

An Österreichs Zapfhähnen, in der Gastronomie und in Brauereien bewegt sich was. Endlich. Lange produzierten Brauer hierzulande immer das Gleiche. An den Sudkesseln formiert sich aber seit einiger Zeit Widerstand gegen die Fadesse des Einheitsgeschmacks. Danke, die Craft-Beer-Bewegung ist angekommen. Es handelt sich zwar noch um einen recht kleinen Markt. Noch. Aber immerhin, es tut sich was ...

„Ich mag kein Bier“ gilt nicht
„Seit der ersten Veranstaltung im März hat sich viel auf dem Craft-Beer-Sektor getan. Deshalb haben sich Kolarik & Leeb und Del Fabro entschlossen, ein zweites Mal zu einem Craft-Beer-Symposium einzuladen“, so Gerfried Kusatz, Geschäftsführer Kolarik & Leeb anlässlich des 2. Österreichischen Craft-Beer-Symposiums im Wiener Novomatic Forum. Und die geladenen Gastronomen und Fachleute konnten sich davon überzeugen. Es tut sich was. In der Verkostung gab es belgisches Fruchtbier von Liefmans, ein außergewöhnliches Weißbier von Schneider Weisse, Biere aus den USA (Brooklyn Brewery) und Italien (Antoniana) sowie den dunklen Dirty Bastard von Founders. Begleitet wurde die Geschmacksreise von den beiden Moderatoren Stefan Lehninger (Biersommelier, Kolarik & Leeb) und Sepp Wejwar (Biersepp, Institut für Bierkultur). Sie boten eine spannende Mischung aus Bierwissen, Fakten und Anekdoten. Ein Blick auf die Farbe, den Duft absorbieren und einen kräftigen Schluck genießen: Dass Bier viel mehr sein kann als hell und hopfig, wurde auch diesmal bewiesen. „Ich mag kein Bier“ gilt schon lange nicht mehr, befinden die Experten. Ihr Appell „Wer das sagt, der bezieht sich meist auf Märzen oder Pils und hat sein Lieblingsbier einfach noch nicht gefunden. Bieten Sie Ihren Gästen Alternativen wie Fruchtbier, IPA oder Spezialbiere.“

Ran an den Gast
Im Anschluss bat man Gastro-Profis zum Podiumsgespräch. Die Frage lautete: Wie bringt man Craft Beer an den Gast? Robert Huth, Gastronom des Jahres 2013: „Gastronomie ist Entertainment. Craft Beer bringt Abwechslung und den Reiz des Neuen in Ihr Lokal.“ Dass nicht alle neuen Spezialitäten sofort ausgetrunken werden, nimmt Huth gerne in Kauf. „Viele Biere lassen sich super lagern, die müssen nicht am selben Tag weggehen.“ Allein durch das Angebot ausgewählter Bierspezialitäten transportiere man jedoch Kompetenz und könne sein Image gezielt aufwerten. Eine interessante Beobachtung: Das Craft-Beer-Angebot verstärkt das prinzipielle Interesse am Bierthema so nachhaltig, dass parallel der Fassbierabsatz steigt. Huths Fazit: „Craft Beer ist ein Gewinn für jeden gastronomischen Betrieb.“

„Eine gute Bierkarte ist essenziell, um das Angebot an den Gast zu bringen“, weiß Clemens Sadnik, Marketingleiter von Kolarik & Leeb. Auf Wunsch setze das Team von Kolarik & Leeb attraktive Bierkarten für Gastronomen um – von der Auswahl des Sortiments in Zusammenarbeit mit den Sommeliers bis zur Gestaltung und Fertigstellung durch das Marketing-Team.
Die ÖGZ-Favoriten der Verkostung: Birra Antoniana und Dirty Bastard von Founders. Wie auch immer man zur Craft-Beer-Bewegung steht: Sie hat Enthusiasmus unter Brauern für ihr Produkt entfacht. Und das ist gut so.

Autor/in:
Redaktion.OEGZ
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