Direkt zum Inhalt
Die Bio-Wirte weisen die Herkunft ihrer Lebensmittel aus. Sie fordern jetzt, dass dies alle tun müssen.

Bio-Wirte fordern Herkunftskennzeichnung

31.03.2021

Die Vereinigung der Bio-Wirte fordert eine verpflichtende Kennzeichnung der Lebensmittel nach ihrer Herkunft. Und zwar auch in der Gastronomie. Viel Aussicht auf Erfolg hat dieses Ansinnen kurzfristig vermutlich nicht. 

Der Fachverband Gastronomie in der WKO  war immer gegen eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmittel in ihrer Branche. Freiwillig: ja, als Pflicht: nein, lautet die Linie. Ein Teil der Betriebe bricht jetzt aus. Eine Vereinigung von Biowirten, -bauern und -kaufleuten hat einen "Verordnungsentwurf" zur Lebensmittekennzeichnung in der Gastro fertig.

Was sind die Forderungen?

Konkret hat die sich selbst als unabhängig bezeichnende Interessenvertretung der österreichischen Biogastronomen, "Die BiowirtInnen", und die "Ramsauer Bioniere", ein Zusammenschluss der Ramsau am Dachstein, ihre Wünsche zur Lebensmittelkennzeichnung an den zuständigen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) übermittelt. Gemeinsam versorgen die beiden Organisationen nach eigenen Angaben über 500.000 Konsumenten pro Jahr.

Die Diskussion über eine Verordnung zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln ist alt. Die Nahrungsmittelindustrie wehrt sich gegen Regeln, die über EU-Vorgaben hinausgehen. Involviert in die Verhandlungen ist auch das Tourismus- und Agrarministerium von Elisabeth Köstinger (ÖVP). Laut Regierungsprogramm sollen in der laufenden Legislaturperiode neue, strengere Regeln kommen - die vor allem auf Gemeinschaftsverpflegungen abzielen. Wichtig: Für die Gastronomie soll es laut der Ministerin bei der Freiwilligkeit bleiben.

Mehr tun als die EU vorgibt?

Aus Sicht der Ramsauer-Biovertreter müsse die Gastronomie als Bestandteil der Gemeinschaftsverpflegung jedoch inkludiert werden. Das sei in einer entsprechenden EU-Definition vorgesehen. Zudem sei es in der zukünftigen Verordnung entscheidend, dass nicht nur die regionale Herkunft, sondern auch die Produktionsweise mit einbezogen werde. So soll auf einen Blick erkennbar sein, woher die Lebensmittel stammen und wie die Rahmenbedingungen der Erzeugung sind.

Aus Sicht der Bio-Wirte ist das verständlich, würde es natürlich hinsichtlich der eigenen Vermarktung des Angebots durchaus Vorteile haben, wenn es eine Pflicht zur Kennzeichnung gäbe. Aber die Bio-Wirte gehen noch weiter: „Die geographische Herkunft der Lebensmittel alleine erzählt noch lange nicht, ob diese auch umwelt- und tiergerecht erzeugt wurden", sagt BiowirtInnen-Obmann Gerold Hubmer. "Bei einer Kennzeichnung, die nur auf Regionalität Rücksicht nimmt, weiß der Konsument nicht, ob das Schwein für sein Schnitzel am Vollspaltenboden oder im Strohbett lebte beziehungsweise ob männliche Küken am ersten Lebenstag vergast wurden oder als Bruderhähne gemästet wurden." Eine reine Herkunftsauslobung von Lebensmitteln ohne Verbindung mit solchen Qualitätskriterien, stelle "keine vertrauensfördernde Kommunikation mit den Kunden" dar.

Die Diskussion über eine Kennzeichnung geht also weiter. Dass eine solche noch in dieser Legislaturperiode für Gastronomen kommt, gilt aber als extrem unwahrscheinlich.

Autor/in:
APA – Austria Presse Agentur / Redaktion
Werbung

Weiterführende Themen

Viele KonsumentInnen wollen mit dem Kauf regionaler Produkte kleine bäuerliche Betriebe fördern. Gerade kleinere Betriebe produzieren oft ressourcenschonend im Rhythmus der Jahreszeiten.
Gastronomie
09.08.2017

Lebensmittel-Beschaffungspolitik: Warum Tomaten aus dem Folientunnel nachhaltiger sind als die im Glashaus.

Alle Sieger: v.l.n.r. Hannes Thaler (MAM Babyartikel), Sepp Eisenriegler (R.U.S.Z), Markus Schörpf und Florian Faber (ARGE Gentechnik-frei), Maria Stern (MPREIS), Jakob Hackl (Labonca Biohof), Thomas Jakowiak (RHI) und Bernhard Weber (ICEP)
20.06.2017

MPREIS, MAM Babyartikel, Labonca Biohof, RHI AG, ARGE Gentechnik-frei und Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z wurden gestern Abend im feierlichen Rahmen für ihre Bemühungen um ...

Als erstes Hotel in Griechenland setzt das Mani-Sonnenlink Boutique Resort zu 100 Prozent auf Bio.  Damit erschließt es sich eine Kundschaft jenseits des Massentourismus.
Hotellerie
12.09.2016

Die Aussteigerin Burgi Bläuel führt am Peloponnes das erste Biohotel Griechenlands. Anstatt auf Managementbücher hört sie dabei lieber auf ihr Bauchgefühl.

Bioweine könneneine interessante Alternative auf der Weinkarte sein
Wein
19.08.2016

120 Bio-Winzer aus sieben Ländern reichten 420 Weine ein – unter den Siegern sind viele interessante Weine, auch einige Österreicher

Die neue Kassenzone im Abholmarkt von Kastner in Krems
Gastronomie
09.02.2016

Auf der Jahrespressekonferenz zog Kastner Bilanz, präsentierte Ausbaupläne, die neue Homepage, überwiegend positive Umsatzzahlen und den serienreifen 3D-Lebensmitteldrucker von Print2Taste

Werbung