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Alte Kartoffelsorten schmecken gut und sehen toll aus

Biodiversität und Slow Food

22.05.2017

Zum heutigen internationalen Tag der Biodiversität zieht Slow Food die Bilanz seiner Aktivitäten zum Schutz der biologischen Vielfalt von Landwirtschaft und Lebensmitteln auf der ganzen Welt der letzten 15 Jahre. Weltweit war Slow Food die erste mitgliederbasierte Organisation, die beim Schutz der biologischen Vielfalt über den Tierschutz hinausging.

Slow Food vertritt den Standpunkt, dass biologische Vielfalt in erster Linie Biodiversität von Landwirtschaft und Lebensmitteln bedeutet. Die Gefahr des Aussterbens ist nicht auf wilde Sorten beschränkt, sondern schließt auch Tierrassen und Pflanzensorten ein, die sich durch jahrtausendelange selektive Zucht herausgebildet haben.

Was hat Slow Food bisher in punkto Verteidigung der biologischen Vielfalt von Landwirtschaft und Lebensmitteln erreicht?

  • 4396 Produkte der Arche des Geschmacks in 143 Ländern, 700 davon sind indigene Lebensmittel. Die Arche des Geschmacks ist ein Verzeichnis traditioneller Lebensmittel, die vom Verschwinden bedroht sind – darunter nicht nur Obst- und Gemüsesorten oder Tierrassen, sondern auch Käsesorten, Brotarten und Süßigkeiten.
  • 514 Slow Food Presidiprojekte in 69 Ländern mit über 17.880 Erzeugern. Die Presidi unterstützen ländliche Gemeinschaften bei der Bewahrung und Aufwertung alter Nutzpflanzensorten und lokaler Tierrassen.
  • 59 Märkte der Erde in 17 Ländern, auf denen 1497 Erzeuger ihre Produkte verkaufen.
  • 2634 Nutzgärten in 36 afrikanischen Ländern, die von 52.680 Bauern bestellt werden.
  • 2706 Lebensmittelbündnisse in 159 Ländern mit 74.208 Mitgliedern.
  • 789 Köche der Slow Food Chef Alliance in 17 Ländern.

Die von Bauern in jahrhundertelanger Arbeit geschaffene Biodiversität von Landwirtschaft und Lebensmitteln hat eine grundlegende Bedeutung für unsere Nahrung. Biologische Vielfalt stellt darüber hinaus unsere Versicherung für die Zukunft dar, denn sie ermöglicht es Flora und Fauna wesentlich effizienter, sich an den Klimawandel, an Parasiten und Krankheiten anzupassen als ein System mit geringer Vielfalt.

Im letzten Jahrhundert gingen 75% der biologischen Vielfalt von Nutzpflanzen verloren und 17% aller Nutztierrassen sind inzwischen vom Aussterben bedroht. Über 250.000 essbare Pflanzenarten und über 8500 Nutztierrassen sind bereits verschwunden. Im Lauf der Geschichte sind immer Arten ausgestorben, aber die Ursache und die Geschwindigkeit des aktuellen Aussterbens sind noch nie dagewesen. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) stammen heute 75% all unserer Lebensmittel von nur 12 Pflanzensorten und fünf Tierrassen.

Das ist Slow Food

Slow Food ist eine internationale Organisation mit regionalen Wurzeln, die gute, saubere und faire Lebensmittel für alle fördert: Gut heißt gesund und dazu geschmacklich angenehm, sauber heißt, dass sie die Umwelt und das Wohlergehen der Tiere achten, fair heißt, dass sie die Arbeit von denen, die sie erzeugen, verarbeiten und verkaufen, achten. Slow Food ist eine große Organisation mit über 1500 lokalen Gruppen und 2400 Lebensmittelgemeinschaften, die für die gesamte Bewegung eine führende Rolle einnimmt und jedes Jahr Millionen Menschen einbezieht. Über Projekte wie die Arche des Geschmacks, die Presidi, die Gärten in Afrika und die Mobilisierung des Netzwerks Terra Madre schützt Slow Food das Agrar- und Lebensmittelerbe in aller Welt und fördert eine Landwirtschaft, die Umwelt, Gesundheit und lokale Kulturen bewahrt.

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